Spurensuche auf dem Spessartpfad 1 – Reisetagebuch 2021/Teil 4

Aus dem Vorhaben, zumindest einmal pro Woche das Reisetagebuch fortzusetzen, ist leider nichts geworden. Beruflich ist einfach so viel zu tun, dass ich keine Energie gefunden habe, auch noch am Wochenende am Computer zu sitzen. Aber heute – ich habe mich gerade nach einem Spaziergang im strömenden Regen trockengelegt – soll es wieder einmal möglich sein. Es ist schön, den erholsamen Tagen noch einmal nachzuspüren.

So geht es weiter:

Eine undichte Stelle lässt etwas Wasser auf das Hochbett des betagten Wohnmobils tröpfeln. Wirklich schlimm ist das nicht. Nach der frühen Abendruhe treibt es mich auch heute wieder früh raus. Ein Spaziergang zum Bäcker mit einem Abstecher an den Main ist am Morgen schön, besonders, wenn sich die malerischen Dunstschwaden über dem Wasser auflösen. Es gibt Tee zum ersten Frühstück, nach den Schwimmrunden im Freibad dann Kaffee zum zweiten Frühstück. Und danach geht es mit bepacktem Rucksack auf zur Wanderung.

Der Rundweg führt uns zunächst über den Spessartweg 1 steil bergauf durch den Buchen-Mischwald. Eine schweißtreibende Angelegenheit, die aber etwas Meditatives hat. An blühenden Wiesen vorbei führt der Pfad wieder ein Stück hinunter bis zu den Überresten der Burg Schönrain.

Die war zunächst ein Kloster, wovon noch die Klosterquelle mit eiskaltem Wasser zeugt. Die weltliche Geschichte als bewohntes Bauwerk endete erst Anfang des 18. Jahrhunderts, als für die Jagdaufseher des Fürstbischofs ein neues Domizil gebaut wurde und dafür der Dachstuhl und alles, was sonst noch als Baumaterial taugte, umgesiedelt wurde.

Heute bewohnen im Winter tausende Fledermäuse das Kellergewölbe. Die sehen wir nicht, aber etliche Vögel, darunter einen noch jungen Uhu, der still in einer Nische sitzt und in seinem grauen Federflaumgewand kaum auffällt. Scheinbar unbeeindruckt mustert er uns und bewegt ab und zu sparsam den Kopf. Beeindruckend, so ein großes Federtier.

Auf dem Marienweg wandern wir zurück in Richtung Gemünden und werden in Schönrain von einem mächtigen Regenguss überrascht, den wir einigermaßen geschützt unter einem Vordach und im überdachten Treppenaufgang eines noch nicht fertigen Neubaus überstehen und -sitzen. Der restliche Weg führt über den Radweg und auf einem alten Weg oberhalb der Straße durch tropfenden Buchenwald.      

Eine schöne Wanderung, wäre da nicht die erste längere Passage über die neue Mainbrücke und der Straßenlärm auf den letzten vier Kilometern. Einhellige Meinung: Die meisten Traumschleifen sind schöner … haben als krönenden Abschluss aber nicht so ein leckeres Eis wie im Cortina am Marktplatz von Gemünden zu bieten. 

Nach Kaffee und den Resten der Wanderbrotzeit stellen wir das Wohnmobil etwas gerader – vielleicht läuft demnächst Regen dann ja nicht ins Innere – und schwimmen nochmal 20 plus X Bahnen im wenig besuchten Freibad. Wieder ein schöner Tag. Zeit, eine Flasche Wein zu öffnen und etwas zu schmökern. 

Fortsetzung folgt

4 Gedanken zu “Spurensuche auf dem Spessartpfad 1 – Reisetagebuch 2021/Teil 4

  1. Lieber Rainer,

    das gefällt mir und hört sich auch so richtig nach Urlaub an … wandernd abtauchen in einen schönen Mischwald! 🙂 Einen Blick haben für die Schönheiten am Wegesrand und Sehenswürdigkeiten anzusteuern gehört dann genauso dazu, wie der Besuch eines Cafés, oder einer Eisdiele!

    Danke für die Bilder, die das super unterstreichen, was du erzählst! – Manche Wegabschnitte müssen wohl wirklich was Meditatives gehabt haben!

    Ich hoffe, ihr seid mit dem kleinen Leck im Dach trotzdem gut und nicht allzu feucht durch den Urlaub gekommen!

    LG Manfred

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Manfred,
      bei dem Wetter derzeit könnte ich fast wehmütig werden beim Blick zurück auf den Urlaub. Die paar Regenschauer waren halb so wild. Un das Loch im Dach haben wir wieder dicht bekommen.
      In der Natur unterwegs zu sein, ist wirklich eine tolle Sache, von der ich nicht genug bekommen kann. Vielleicht hätte ich doch Förster werden sollen … 😉

      Liebe Grüße
      Rainer

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  2. Lieber Rainer,
    du hast ja schon geschrieben, dass du unerwartet mehr beruflich eingeteilt bist/wurdest, als geplant! Da kann so ein Vorhaben mit regelmässigen Urlaubsberichten schon mal liegen bleiben.
    Aber schön, dass du weitermachst, wenn es deine Zeit erlaubt, so lese ich nach, was ihr so alles erlebt habt und fühle mich ein wenig an den Sommerbeginn zurückversetzt! 🙂

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    • Liebe Doris,
      tatsächlich haben mich die vergangenen sechs Wochen beruflich enorm gefordert. Meine Vertretungsrolle als Teamleiter ist nun zum Glück vorerst vorüber und ich kann mich wieder auf das Reporterdasein konzentrieren. Viel Zeit und Muße für andere Dinge bleibt trotzdem nicht. So werden sich die Tagebucheinträge vom Urlaub noch einige Zeit hinziehen. Aber das macht nichts. Die Erinnerungen wieder zu beleben ist immer schön.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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