Auf den Spuren von Schneewittchen – Reistagebuch 2021/Teil 3

Mein Laufrevier – Blick auf Olewig

Viel ist passiert seit dem letzten Eintrag. Natürlich ist dabei die katastrophale Flut an erster Stelle zu erwähnen, die auch einen Stadtteil von Trier und mehrere Gemeinden an den sonst friedlichen Flüsschen Kyll und Sauer schwer verwüstet hat. Dass ich wenige Tage davor völlig unvorbereitet die Vertretung für meine erkrankte Chefin übernehmen musste und die vollkommen neu strukturierte Lokalredaktion für Trier und den Kreis Trier-Saarburg leite, ist aber der Grund, warum ich in den vergangenen drei Wochen keinerlei Energie und auch keine Zeit mehr für den Blog hatte. Aber jammern hilft nicht. Ein Rückblick auf die Wochen des Urlaubs tut deshalb gut.

So geht es weiter:

Hier wohnten Schneewittchen und ihre böse Schwiegermutter.

Ein neuer Tag im Spessart. Nach Dusche und Müsli, dem Abzug des Gewitters im Nord-Osten und reichlich Kaffee satteln wir die Räder. Ziele die die Heimatstadt von Schneewittchen. 15 Kilometer auf dem perfekt ausgebauten Main-Radweg ,,, E-Bikes sind eine wundervolle Erfindung … 

Lohr ist wirklich eine städtebauliche Perle mit fast komplett erhaltener mittelalterlicher Innenstadt. Das hübsche Renaissance-Schlösschen, in dem der Spiegel der bösen Schwiegermutter bis heute hängt, ist ein Museum. Uns genügt aber eh der Blick von außen, bevor wir uns auf die Suche nach der „Klapper“ machen. Die ist übrigens auch ein Abschnitt des anspruchsvollen Schneewittchenwegs, ein Trail, auf dem ich mich vor einigen Jahren am Ende ziemlich verlaufen hatte. Über sieben Berge zu den sieben Zwergen, die im Mittelalter tatsächlich eher kleinwüchsige Menschen gewesen sein sollen, die in einem kleinen Ort mitten Im Spessart Bergbau betrieben haben.

Hier geht es zur „Klapper“.

Der Aufstieg zum Abstieg durch den grandiosen Hohlweg, auf dem einst die fahrenden Händler und ihre Fuhrleute ihre Wagen mit Ästen zwischen den Speichen und hölzernen Bremsschuhen bei daraus entstehenden lauten Klappergeräuschen bremsten. Wer den imposanten Weg mit den teilweise noch einigermaßen gut erhaltenem Kopfsteinpflaster hinuntergeht, kann sich das Treiben von damals fast bildlich vorstellen. 

Wir folgen im Übrigen den Wegweisern für den Altstadtrundgang und erleben ein Déjà-vu aus unseren früheren Besuchen mit unseren Jungs und meiner Mutter. Ein Döner auf dem ruhigen Kirchplatz bei St. Stephan mit Blick auf drei alte Grabplatten, die vermutlich Mitglieder der Fürstenfamlie von Rieneck zeigen, die hier einst eine Burg bewohnt haben. Die ist später zu einem Kloster geworden und dient heute als Adresse für die Beratungsstelle der Diözese.

Vor dem nahenden Gewitter flüchten wir uns in die Keiler-Hausbrauerei. Doch es fallen nur ein paar Regentropfen, deshalb können wir nach einem  Bierchen wieder in Richtung Gemünden rollen, dort noch einige Dinge einkaufen und dann den Restabend mit Lesen und Schreiben verbringen.

Blick auf die Braukessel von Keiler.

Fortsetzung folgt     

2 Gedanken zu “Auf den Spuren von Schneewittchen – Reistagebuch 2021/Teil 3

  1. Oh ja, lieber Rainer,

    alte Städtchen mit mittelalterlichem Stadtkern haben was! Passende Bilder, gut getroffen! 🙂

    Wenn man über solche Wege etwas gehört oder gelesen hat, dann kann man es sich unterwegs oft sehr gut vorstellen. Da ihr auch noch über einigermaßen gut erhaltenes Kopfsteinpflaster hinuntergehen konntet, bedurfte es wahrscheinlich gar nicht mal sooo umfangreicher Vorstellungskraft. Da wird man doch quasi hineingezogen … in die alte Welt! 🙂 Sehr schön!

    … und da euch der Regen weder lange geärgert noch aufgehalten hat, konntet ihr euren Ausflug doch sehr gut abrunden … mit Lesen und Schreiben. Hört sich richtig gelungen und gut an!

    LG Manfred

    Gefällt 1 Person

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