Neuseeland: Stachelrochen, Haie, Pinguine und St. Patrick’s Day – Reisetagebuch in Zeiten von Corona (Teil 24)

Weihnachten steht vor der Tür. Meine Läufe der vergangenen Woche widme ich der Aktion #wirlaufenfuertrierm die hoffentlich noch etliche Euro zur Summe für die Stiftung zugunsten der Opfer der Amokfahrt vom 1. Dezember beitragen kann. Mein Reisetagebuch über die inzwischen fast unwirklich erscheinende Reise zu Beginn des Jahres will abgeschlossen werden. Kaum vorstellbar, dass wir im März in Auckland mit fröhlichen Menschen den St. Patrick’s Day in Auckland gefeiert haben, während in Deutschland bereits das öffentliche Leben heruntergefahren war.

SO GEHT ES WEITER:

Die Nacht beginnt ziemlich unruhig, weil sie vom Aufbruchs Jans unterbrochen wird. Er verabschiedet sich schließlich um 4.15 Uhr, um den Bus zum Flughafen zu suchen. Danach gelingen mir noch einige Stunden Schlaf bis zum Morgen. Karin schläft schlecht, bekommt aber noch einmal eine Chance. Denn unser Flieger geht doch erst am Mittag des nächsten Tages, dem 18. März.  So ist das Aquarium des Stadt unser erstes Ziel. Ermäßigt Karten dafür gibt es im Internet, wie für fast alles. 

Nach einem spartanischen Frühstück mit Baguette vom Vortag und Manouka-Honig machen wir uns auf zum angeblichen Startpunkt für den kostenlosen Shuttle zum Sea Life. Nach vergeblicher Suche – vermutlich stand ein großer Bus davor – nehmen wir die Blue Line in die Bucht vor der Stadt, wo der neuseeländische Tauchpionier Kelly Tarlton eine alte Bunkeranlage vor 30 Jahren in ein sensationelles Aquarium umgewandelt hat. 

Doch bevor wir Haifische, Stachelrochen und allerlei andere Fische und Meeresbewohner zu Gesicht bekommen, geht es in die eisige Welt der Antarktis und die Reisen von Sir Robert Falcon Scott und seinen Zeitgenossen, die mehr oder weniger Glück hatten. Die Basis von Scotts tödlicher Mission ist dort originalgetreu nachgebaut zu bestaunen, mit vielen Artefakten von damals. Unvorstellbar, welchen Risiken und Qualen sich die Menschen damals ausgesetzt haben, um die ersten am menschenfeindlichsten Ort der Erde zu sein. 

Im Sea Life ist die größte Pinguin-Kolonie in künstlicher Umgebung zu bewundern. Das wirkliche Erlebnis ist aber das riesige Aquarium mit dem großen Tunnel aus Plexiglas, in dem die Besucher den mächtigen Rochen und Haien fast hautnah kommen. Sie können dabei wahlweise im Oval durch die Riesenbecken gehen, oder sich auf einen Förderband langsam hindurch tragen lassen.

Die Fütterung der Tiere durch zwei Taucher ist sehr beeindruckend. Und auch die kleineren Aquarien mit Nemo und seinen Freunden im Anschluss sind sehr faszinierend.

Restaurant und der Blick von einer langen Mole in die Bucht von Auckland komplettieren das Erlebnis, auch wenn die Angler dort keine Fische an die Haken bekommen, zumindest nicht während unseres Besuchs dort.

In die Stadt zurück geht es dann doch mit dem kostenfreien Shuttle. Zur Belohnung gönnen wir uns ein Luxuseis im Fährhafen. Doch weil auf dem Heimweg durch den Yachthafen heftigst St.-Patricks-Day gefeiert wird, genehmigen wir uns angesichts der guten Stimmung der vielen grün gewandeten Menschen, Livemusik und einem auf Großbildschirmen übertragenem Rugby-Spiel noch ein Lager und ein Guinness.

 

Noch Baguette und ein halbes Hörnchen für das Abendessen besorgt und im Myerspark vertilgt. Das ist Action genug für diesen schönen Tag, der mit der Fakenews begonnen hatte, dass Europa alle Grenzen komplett wegen Corona schließt. Doch am Abend ist diese Nachricht auf Spiegel-Online nicht mehr zu finden. Und auch die befürchtete Nachricht einer Stornierung des Rückflugs ist nicht eingetroffen.

So bleibt vor der letzten Nacht in Neuseeland noch ein letzter Blick auf die Skyline der City. Der Wunsch, noch länger hierbleiben zu können, konkurriert mit dem, ohne Komplikationen die Rückreise um die halbe Welt mit Stationen in Sidney und Abu Dhabi bewältigen zu können.

Hier ein Video von diesem erlebnisreichen Tag:

FORTSETZUNG FOLGT  

5 Gedanken zu “Neuseeland: Stachelrochen, Haie, Pinguine und St. Patrick’s Day – Reisetagebuch in Zeiten von Corona (Teil 24)

  1. Tja, lieber Rainer, nun ist deine Reise endgültig vorbei, das Jahr fast auch, wenn wir das gewusst hätten, was auf uns alle zukommt !

    Schöne Erinnerungen, die nimmt dir keiner – und irgendwann kommt sicherlich wieder eine Reise nach Irgendwo, wir sind ja Optimisten. Bleibt alle schön gesund !

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Rainer,
    es war schon toll wie wir deine Reise so Schritt für Schritt miterleben konnten.
    Das ist gerade 9 Monate her und trotzdem scheint es eine Ewigkeit. Gerade angesichts der Bilder von tanzen und feiernden Menschen. Unglaublich wie sich das Bild der Welt verändert hat.
    Ich liebe ja PInguine, allerdings bin ich kein Freund von Zoos, Aquarien und anderen künstlichen Lebensräumen von Tieren und empfinde eigentlich nur tiefe Traurigkiet beim Anblick der eingesperrten Tiere. Wäre es nicht viel schöner wenn wir Menschen viel mehr Geld dazu verwenden den Tieren ihre natürliche Umgebung wiederzugeben und zu schützen?
    Wobei ich sagen muss, wir sind natürlich mit unseren Kindern früher auch in Tierparks und Zoos gegangen, und viele Tiere hätten wir wohl niemals in Nature gegesehen ohne diese Einrichtungen. 🙂
    Ein schönes Weihnachtsfest dir und deiner Familie
    LIebe Grüße
    Helge

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Helge,

      im Rückblick ist die Partystimmung im Hafen von Auckland tatsächlich unwirklich. Mit den Tieren hast du natürlich Recht. Aber in diesem Fall waren die Aquarien wirklich sehr großzügig. Bei den Pinguinen hatte ich allerdings ähnliche Gedanken wie Du. 😦

      Liebe Grüße und ein schönes Weihnachtsfest!

      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer,
    so, meine Blogg-Pause über den Feiertagen ist beendet und ich freue mich auf das Ende des Reisetagebuches.
    Ja, es ist heute fast schwer sich vorzustellen, dass ihr diese Reise vor weniger als einem Jahr beendet habt. Das gut besuchte Aquarium und die St.-Patricks-Day Feier, heute gerade unvorstellbar… Hoffen wir, dass solche Sachen bald wieder möglich sein werden – wenn wir Glück haben vielleicht sogar in weniger als einem Jahr wieder.
    Ein schönes und großes Aquarium wie es scheint, dein Video ist sehr beruhigend anzusehen – jedenfalls bis es zur Fütterung kommt… 😜
    Liebe Grüße Anna

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