Neuseeland: Christchurch, Aale und Geschichte – Ein Reisetagebuch in Zeiten von Corona (Teil 22)

Die Tage vergehen, die Jahre auch. Jetzt habe ich schon 55 davon auf dem Buckel. Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich an meinem nächsten Geburtstag eine sonnige 16-Kilometer-Runde beschwerdefrei genießen kann.

Bevor es mit dem Reisetagebuch weitergeht, muss ich aber auch noch einige schöne Bilder von der sensationellen 21er Runde mit Marc am Samstag einstellen. Die Mosel im Herbst ist wirklich schön.

SO GEHT ES WEITER:

Die Nacht in der Zelle war sicher. Und dank Oropax haben auch die Störgeräusche auf dem Flur nicht für Unruhe gesorgt.

Nach der erfrischenden Dusche gehen wir einige Hundert Meter weiter zu einem wirklich gemütlichen Fair Trade-Café, wo wir uns zwei Flatwhite, einen Himbeer-weiße Schokolade-Muffin und Pancakes mit clotted Cream, Eis und Obst gönnen, bevor unser Versuch scheitert, für die Busfahrt in die City mit der Kreditkarte zu zahlen. Da auch das Bargeld alle ist, müssen wir die drei Kilometer zu Jans Hostel zu Fuß zurücklegen.

Christchurch ist nicht unbedingt eine schöne Stadt. Die Wunden des großen Erdbebens werden erst nach und nach geschlossen. Was dann neu entsteht, kann sich sich sehen lassen.

Auch geschichtliche Bezüge werden dabei nicht vergessen. So zeigt ein rekonstruiertes Mühlrad, wo vor knapp 200 Jahren die erste Getreidemühle klapperte. Eine Statue von Sir Franzis Cook fehlt ebenso wenig wie die überlebensgroße Darstellung von Sir Robert Scott, der von hier zu seiner tödlich endenden Expedition zum Südpol aufgebrochen war.

Queen Viktoria vervollständigt das Trio und weist wie die viktorianischen Häuser der ehemaligen Universität und der große Park mit mächtigen Bäumen auf die großen britischen Einflüsse hin. 

Mit Jan begeben wir uns dann auf eine kleine Shoppingtour durch das Centrum, trinken in der wunderbaren Gastronomie-Markthalle noch einen leckeren Kaffee und nehmen dann den Bus hinauf nach Cashmere, um die Stadt auch von oben zu sehen. 

Dafür zumindest hätten wir uns die Busfahrt schenken können. Christchurch ist keine Schönheit und aus der Vogelperspektive äußerst unspektakulär. Interessant sind allerdings die Villen in diesem Viertel, das an diesem Tag nicht nur von potenziellen Hauskäufern, sondern auch einem eiskalten Wind heimgesucht werden.

Der lässt uns beim Warten auf den Bus ordentlich auskühlen. Dagegen hilft ein frisch zubereiteter argentinischer Burger mit Schweinskruste, frittierten Kartoffelstücken und ein leckeres Lager-Bier für jeden von uns.

Im Fluss auf der anderen Seite der Straße tummeln sich derweil mächtige Aale, wie sie in kleinerer Größe überall in Neuseeland zu finden sind. Von Passanten, darunter auch einige wenig konforme aber gute gelaunte Punks, lassen sie sich hier – vermutlich eine beliebte Futterstelle – sogar berühren. Besonders Karin ist fasziniert.

So vergeht der Tag wie im Flug. Und die Heimfahrt mit den Lime-City-Rollern verzögert das eh nicht sehr ausgeprägte Abendprogramm im Knast wegen meiner nicht ganz korrekten Navigierkünste nur unwesentlich …

Die nächste und letzte Station unseres Abenteuers wird noch einmal Auckland sein.

FORTSETZUNG FOLGT

6 Gedanken zu “Neuseeland: Christchurch, Aale und Geschichte – Ein Reisetagebuch in Zeiten von Corona (Teil 22)

  1. Lieber Rainer,
    das ist doch ein super Geburtstagsgeschenk, 16 sonnige und vor allem beschwerdefreie Kilometer. Auch hier von mir nochmals nachträglich alles Gute zu deinem 55. Geburtstag 🎉🥂🎁 Die Bilder zeigen von einem entspannten und schönen Tag! ☀️🤗
    Auch die Samstagsrunde zeigt herrliche Bilder, der Herbst kann so schön sein 🍁🍂🍃 Hier sind die Blätter alle schon ab und heute liegt sogar eine zentimeterdicke Schneeschicht ❄
    Das Frühstück im Fair-Trade Café sieht super lecker aus 😋 und auch wenn Christchurch vielleicht nicht unbedingt eine schöne Stadt ist, es scheint als ob ihr einen sehr schönen Tag hattet!
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,
      Danke für die lieben Glückwünsche. Es war tatsächlich ein ganz stressigere und schöner Geburtstag in diesem Jahr. Der November verwöhnt uns außergewöhnlich nach dem tristen Oktober. In dem mussten wir vom besuch bei Euch zehren 😉
      Neuseeland scheint schon so lange her. Aber sich zu erinnern ist immer eine schöne Sache. Heute habe ich es sogar geschafft, endlich ein Fotobuch fertigzustellen. 98 Seiten. Und da sind bei weitem noch nicht alle Fotos enthalten, die es Wert wären.

      Nun ja, es sollte trotzdem schön werden.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    erstmal wünsche ich dir alles Gute nachträglich und ganz viel Glück, Freude und Energie für dein neues Lebensjahr 😀.
    Die Bilder sehen wirklich klasse aus und machen Lust auf mehr. Danke fürs Teilen deiner schönen Einblicke.
    Viele Grüße,
    Sara

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    • Liebe Sara,
      willkommen in meinem Blog! Ich freue mich immer über Kommentare und natürlich besonders, wenn es gefällt, was ich hier einstelle. Danke auch für die Glückwünsche.
      Wenn Dir die Fotos von Neuseeland gefallen, findest Du unter diesem Stichwort noch viele weitere illustrierte Tagebucheinträge. Bilder vom Laufen in der Natur … Na ja, die sind tatsächlich nicht mehr zu zählen.

      Viele Grüße
      Rainer 😎

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  3. Hallo Rainer,
    ich habe den trüben Sonntag heute genutzt um Dein Neuseeland Reisetagebuch zu studieren.
    Eine sehr schöne Reise mit vielen beeindruckenden Momenten und Bildern.
    Für mich steht fest, wenn man wieder reisen darf muss ich mir das auch ansehen.
    Danke dass Du mich auf den Geschmack gebracht hast.
    Grüsse aus München
    Heimo

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    • Hallo Heimo,

      es freut mich, wenn Dir mein Tagebuch gefällt. Wenn Du dann Tipps für Deine Reise brauchst, kann ich gerne helfen. Ich muss jetzt noch das TAgebuch vervollständigen, dann geht es wieder mehr ums Laufen.

      Viele Grüße
      Rainer 😎

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