Geschichte in Bildern: Der Totentanz von Hrastjovlje – Reisetagebuch Slovenien VIII

6 Uhr. Für mich ist die Nacht vorbei. So lese ich mit Blick auf Izola bei aufgehender Sonne ein Stündchen, koche Kaffee und schreibe am Reisetagebuch. Heute wollen wir weiter. Beim Frühstück entscheiden wir uns, noch nicht in Richtung Lubljana zu starten, sondern nach einem Besuch der Dreifaltigkeitskriche bei Hrastjovlje noch einmal zurück in Richtung Beli zu steuern, wo uns am Tag davor ein Campingplatz direkt am Meer aufgefallen war.

Die unscheinbare Wehrkirche in dem unaussprechlichen Ort Hrastjovlje ist ein Weltkulturerbe, was freilich nicht an ihrem Äußeren Erscheinungsbild liegt. Vielmehr ist es der Innenraum, der Kulturinteressierte in diese abgelegene Gegend lockt.

Die romanische Sv. Trojica ist tatsächlich ein Juwel.Der gesamte Innenraum wurde 1474 von Ivan aus Kastav ausgemalt, mit Szenen aus dem alten und neuen Testament.

Besondere Bedeutung findet aber der Totentanz, in dem Skelette Repräsentanten aller Bevölkerungsschichten zum Fenster ins Jenseits führen. Der freundliche Wächter des kleinen Gotteshauses legt eine Tonkassette in deutscher Sprache auf und zeigt mit einem Laserpointer die jeweils erklärten Szenen.

Zum ersten Mal bringe ich die SLR-Kamera in Aktion. Das gedämpfte Licht in der Kapelle macht das erforderlich.

Die Malereien sind tatsächlich etwas Besonderes, fast versteckt in der Weite dieses heißen Karsttals. Faszinierend sind sie auch deshalb, weil sie die Figuren in den damals üblichen Trachten zeigt, den Jahreszeiten und Ständen angemessen.

War sich also in den Süden Sloweniens begibt sollte diesen Abstecher in jedem Fall nicht verpassen. Zu Belohnung verkauft der Kirchenwächter Wein und Olivenöl. Ebenfalls empfehlenswert.

6 Gedanken zu “Geschichte in Bildern: Der Totentanz von Hrastjovlje – Reisetagebuch Slovenien VIII

  1. Lieber Rainer,
    wow, die Kirche innen ist wirklich bemerkenswert. Mich haben Kirchen schon immer von innen mehr fasziniert als von außen. Wenn man bedenkt, dass das alles ohne die moderne Technik erschaffen und gestaltet wurde, dann staunt man nochmal mehr darüber.
    Weiß man, wie lang der Künstler daran gearbeitet hat?
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,
      wenn ich mich richtig erinnere, war von einem Jahr die Rede. Das wäre eine beachtliche Leistung. Ist es auch, wenn es länger gedauert hat. Wiederentdeckt wurde die Ausmalung übrigens erst 1949. Sie war acht Mal übermalt worden und wurde dann wieder freigelegt.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    obwohl, oder gerade weil ich nicht malen kann, begeistern mich solche Kunstwerke! … und wenn man bedenkt, dass der (die) Künstler vieles über Kopf gemalt haben! TOLLE Leistung!
    … aber man muss halt wissen, wo solche Kleinode zu finden sind! Danke für das Schließen einer weiteren Bildungslücke! 😉
    LG Manfred

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