Laufen, Ploggen und andere Dinge

Die Zeit vergeht wie im Flug und der Sommer nimmt langsam schon Abschied. So fühlt es sich zumindest an. Bevor ich mein Slowenien-Tagebuch fortsetze, ist mir aber tatsächlich mehr danach, wieder etwas zum Thema Laufen zu schreiben.

Spätsommerstimmung am Mattheiser Weiher

Nun, es hat sich seit dem letzten Post in Grunde nicht viel an der Situation verändert. Ich laufe drei Mal in der Woche, was sich sehr gut anfühlt. Und dazwischen spule ich meine (Kilo)Meter im Freibad Trier-Nord ab. Auch dreimal pro Woche. Dank Dauerkarte ist das eine Sache, die nicht so teuer ist.

Was mir noch immer nicht gelingen will, ist das Schwimmen mit Flossen. Da krampfen meine Waden sofort, obwohl ich Magnesium nehme. Ist halt eine Belastung für den Muskel, genau anders als beim Laufen. Na ja, dann stärke ich eben Arme und Oberkörper. Das kann schließlich auch nicht schaden und fühlt sich gut an.

Mein wöchentliche Laufkolumne schreibe ich natürlich immer noch. Vielleicht blogge ich zumindest den Text in Zukunft regelmäßig. Für meine vorletzte war ich mit Rucksack und Mülltüte auf der Drachenrunde unterwegs. Dreimal musste ich sie leeren. Ist schon erschreckend, was da an Plastik, Glas und Verpackungen am Wegesrand liegt.

Joggen für mehr Sauberkeit an der Strecke

Mehr Bewusstsein für eine intakte Natur macht sich auch im Sport bemerkbar. So wirbt ein großer Sportartikelhersteller für seine Laufschuhe, die er aus Plastik aus dem Meer fertigt. Andere weben Shirts, Hosen und Socken aus Algen oder Recyclingware. „Greater Green“ ist das Schlagwort angesichts des Klimawandels, den nur noch unverbesserliche Ignoranten leugnen.

Die effektivste Methode, etwas gegen die Vermüllung der Landschaft zu tun, nennt sich Plogging. Das Wort ist zusammengesetzt aus „plocka“, dem schwedischen Begriff für aufheben/pflücken und Jogging. Seit 2016 machen sich unsere skandinavischen Nachbarn in organisierten Läufen mit Abfallsäcken auf den Weg und sammeln verwitterungsresistenten Müll an der Strecke auf.

Das geht natürlich auch auf eigene Faust. Probieren Sie es aus! Sie werden überrascht sein, was auf Ihrer Hausrunde zusammenkommt. Im Recherchelauf für diese Kolumne waren es nicht weniger als drei Einkaufstüten voller gebrauchter Plastikbecher, Verpackungen, Flaschenresten, Kronkorken und Schraubverschlüssen, die in meinem Sammelbehälter landeten. Zum Glück stehen auf den elf Kilometern über den Trierer Petrisberg und den Unicampus genug Mülltonnen, um die Tüte immer wieder zu leeren. Umso unverständlicher ist es, dass es ignorante Zeitgenossen nicht schaffen, ihren Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen.

Meine Lieblingsrunde durch die Natur wird nun für einige Zeit sauberer sein, bevor ich wieder einen Plogging-Lauf einschieben muss. Ob ich dann zumindest einen Handschuh anziehe, werde ich mir überlegen. Seit gestern weiß ich jedenfalls: Zertretene und verwitterte Hundekot-Tüten sind so ziemlich das Ekelhafteste, was auf einen Plogger wartet.

Das war der Kolumnen-Text. Es gibt noch eine Fortsetzung, aber die poste ich vielleicht mal in den nächsten Tagen.

Was ansonsten noch war? Sechs Tage Reportereinsatz beim Trierer Weinfest zum Beispiel, das bei uns im Stadtteil Olewig stattfindet. Fotos, Videos, Text. Hier eine kleine Kostprobe vom Ausnahmezustand.

Das Unwetter am Freitag ist dieses Mal an Trier vorbeigezogen. Schlimm erwischt hat es einige Gemeinden Luxemburg. Was sich hier als Farbenspektakel bei Regen am Abendhimmel präsentierte war dort ein ausgemachter Tornado. 17 Verletzte, 100 abgedeckte und teilweise einsturzgefährdete Häuser, Verkehrschaos und hoher Sachschaden sind dort die Folgen.

Der Morgen danach: Hier in Trier friedlich und nach dem Regen wie gemacht für einen schönen Lauf. Zumindest die Hälfte der – hört, hört – 15 Kilometer war ich mit Christoph unterwegs, der dann für eine ausgedehnte Laufrunde ins Konzert Tälchen abgebogen ist.

Mir genügt die oben genannte Strecke, die weiteste seit Monaten. Das Knie spüre ich noch, aber das ist auch ein wenig mental bedingt. Ich bin – klopf auf Holz – sehr zufrieden, wie es derzeit läuft.

Jetzt hat dieser Beitrag fast die Länge erreicht, die mich auf anderen Blogs davon abhält zu lesen. Ist aber ausnahmsweise erlaubt. Schließlich mache ich das auch für mich.

8 Gedanken zu “Laufen, Ploggen und andere Dinge

  1. Lieber Rainer,

    wenn man länger nicht geschrieben hat und so viel passiert und zu berichten ist, kann ein Beitrag schon mal länger ausfallen. Mich freut’s, auf diese Weise am Geschehen und der alten Heimat teilhaben und vertraute Ort, Gesichter und Ereignisse wiedersehen zu können. Noch mehr freut mich, dass dein Knie immer besser zu halten scheint. Lässt für die schwimmbadlose Zeit hoffen. Und irgendwann klappt’s vielleicht auch noch mit dem Flossenschwimmen. Mal bei Jens oder sonstwem eine Stunde nehmen bzw. „einfach so“ jemanden draufschauen lassen? Ich vermute, dass du die Füße/Unterschenkel irgendwie „falsch“ hältst. Nur „mangelndes Training“ als Ursache würde mich sehr wundern.

    Liebe Grüße … und vielen Dank für’s Saubermachen auf „unseren“ Strecken
    Anne

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    • Liebe Anne,

      Sehr gerne 🙂 Wie Du gesehen hast, geht hier alles weiter. Die Strecken sind noch dieselben, fast zumindest. Denn unser kleiner Lieblingstrail ist nicht mehr zu laufen. Der Einstieg ist komplett zugewuchert. Da muss ich mal im Winter mit der Gartenschere ran.

      Dass die Krämpfe von einer falschen Haltung kommen, glaube ich nicht. Das Überstrecken der Füße ist einfach etwas, was bei mir sehr schnell zu Krämpfen führt. Immerhin habe ich die Fußsohlen inzwischen daran gewöhnt, beim Kraulschwimmen nicht sofort zu verkrampft zu reagieren.

      Die Freibadzeit ist tatsächlich so langsam angezählt. Dann muss ich eben wieder mehr auf die Gymnastikmatte. Das ist für den Rücken eh notwendig …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    auch hier am Wallersee werden die Zeichen für das Sommerende immer deutlicher. Nicht nur die kürzere Tageslichtzeit, auch die nassen Wiesen frühmorgens und abends und ein „anderes“ Licht zeigen auf, was manch hochsommerliche Tageshöchsttemperatur noch zu verschleiern versucht. 😉
    Wie schön, dass sich die Lauf-Schwimm-Routine bei dir so gut bewährt hat. Und die Müllsammelaktionen sind sehr lobens- und nachahmenswert. Ich gestehe, beim Laufen zu „faul“ für diese Aktion zu sein, nutze allerdings gerne meine (Hunde)spaziergänge dafür. 🙂
    Von den verheerenden Auswirkungen des Tornados habe ich in den Nachrichten gesehen – erschreckend! Gut zu lesen, dass ihr unbeschadet geblieben seid!

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    • Liebe Doris,
      hast Du eine Idee, wie die Umschreibung für Gassigeher sein könnte 😉

      Der Tornado ist zum Glück an uns vorbeigezogen. Ist schon verrückt, wie sich die Extremwetter-Ereignisse häufen. Tornados in der Eifel … Unfassbar.

      Liebe Grüße
      Rainer

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  3. Lieber Rainer, das liest sich doch schon ganz zuversichtlich, nur nicht den Kopf in den Sand setzen, bestimmt wirst du irgendwann wieder so laufen können, wie es einmal war – die Hoffnung……………weißt ja !!

    Was die Krämpfe angeht, so kann ich aus meiner Erfahrung berichten: seitdem ich die Waden regelmäßig dehne, bin ich erlöst, dehnst du auch ?

    Plogging gehört auch mittlerweile zu meinen Tätigkeiten hier vor Ort, wo es derzeit leider wieder sehr viel mehr Verursacher gibt, als außerhalb der Ferienzeit, ich kann nur den Kopf schütteln. Früher hätte ich mich geweigert, anderer Leute Dreck aufzuheben, mittlerweile tue ich es für unsere Umwelt und habe immer eine kleine Sammeltüte dabei, die ich an den zahlreich vorhandenen Mülleimern (die die Verursacher leider nicht sehen !!) sofort entsorgen kann.

    Gehen wir mit gutem Beispiel voran………….. 😎

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    • Liebe Margitta,
      ja, ich dehne regelmäßig und nutze auch die Blackroll. Aber die Krämpfe kommen trotzdem. Beim Schwimmen habe ich das einigermaßen im Griff. Aber mit Flossen geht gar nichts. Schade.

      Müll habe ich heute auch wieder aufgesammelt und entsorgt. Traurig, dass das notwenig ist.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,

    dreimal laufen, dreimal schwimmen, dass ergibt doch ein strammes Wochensportprogramm! Gegen Krämpfe beim Flossenschwimmen gibt es ja eine einfache Lösung: Flossen weglassen 😉 Den Oberkörper zu trainieren ist zweifellos ein unschätzbarer Vorteil des Schwimmens.

    Meine Hochachtung für Deine Müllsammelaktion beim Laufen.

    Liebe Grüße
    Volker

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