Nach dem Sturm

Sonne? Von wegen. Die optimistische Prognose, dass am Wochenende das Regenwetter endet und dem Frühling Platz macht, hatte sich am Mittwoch bereits erledigt. Dabei hatte die Woche so gut begonnen. Tolle Farben bei der Montagsrunde zu den Mattheiser Weihern.

Der untere See war vom Angelverein in den Tagen davor am weitgehend abgelassen worden, um die Jungfische in den oberen Weiher umsetzen zu können. Der erst halbvolle Teich bietet ungewohnte Anblicke.

Eine Etage höher ist aber alles wie immer. Deshalb hat sich wohl das Schwanenpaar dorthin zurückgezogen.

Nach dem nassen und extrem stürmischen Wochenende ist die Luft in den sonnigen Morgenstunden reingewachsen. Eine herrliche Wolkenstimmung, auch im Tiergartental, wo sich dezent frisches Gras zeigt.

Der Sonntag war es wirklich extrem stürmisch in der Region. Tief Eberhard hat mit Orkanböen bis 110 km/h viele Bäume gefällt und auch an Dächern Schäden verursacht. Da aber nach einem tödlichen Unfall mit einem umgestürzten Baum vor vier Jahren in Trier vorsorglich intensive Baumpflege betrieben worden ist, kam die Stadt glimpflich davon. An den Mattheiser Weihern ist außer kleineren Ästen auf den Wegen jedenfalls kein größerer Schaden zu erkennen.

Am Mittwoch will ich es noch einmal genauer wissen und laufe im Tiergarten die Waldrunde und hoch nach Kernscheid, wo vor einem Jahr ein ganzes Waldstück durch den Sturm enorm ausgedünnt wurde. Da war damals kein Durchkommen zwischen den Stämmen und auf dem Weg liegenden Baumwipfeln.

Eberhard hat nun noch einmal mit stürmischer Faust zugeschlagen und einige der verbliebenen Fichten zu Boden gezwungen. Mit kleinen Klettereinheiten lassen sich diese Hindernisse auf dem Weg zu meinem Lieblingsbaum allerdings überwinden.

Da ich vorerst weiterhin bei drei Einheiten pro Woche bleiben will, gehören die anderen Tage der Rumpfstabi. Bei Regen fällt das nicht schwer. Aber am Samstag kann es auch Hunde und Katzen regnen. Da warten die Freunde vom Lauftreff.

Christoph ist von seiner Erkältung auch soweit genesen, dass er nach zwei Wochen wieder den Einstieg wagt. Holger und Jürgen mit Hund sind auch dabei. Flach und nicht zu lang lautete die Ansage des Coaches in der WhatsApp-Gruppe am Abend davor. Warum wir den Anlauf zur Eisenbahnbrücke Pfalzel dann über den steilen Kleeburger Weg nehmen, bleibt sein Geheimnis.

Im Avelsbacher Tal präsentiert sich dank der EU-Aktion Blau Plus, mit der die Renaturierung von Bächen finanziert wird, das kleine Fließgewässer seit einem Jahr in neuem und kurvigen Bett. Den mit Trittsteinen ermöglichten Übergang zu einem kleinen Pfad lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Abenteuerlich wird es kurze Zeit später, weil der Weg am Klärwerk wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Da sind – bitte nicht nachmachen – mehrere kleine Klettereinheiten notwendig, um die Eisenbahnbrücke zu erreichen.

Die Mosel führt tatsächlich deutlich mehr Wasser als üblich. Ein kleines Stück des Radwegs in Richtung Trier ist überspült. Für uns nicht schlimm, denn wir wollen eh durchs falsche Biewertal zurück. Auch dort sind am Waldrand einige Bäume im Sturm umgekippt. Auf dem asphaltierten Weg in der Mitte stört das aber nicht.

Es ist wie immer ein unterhaltsamer Lauf über alle möglichen Themen. Das Tempo ist so gewählt, dass Gespräche ohne Atemnot möglich sind. Ein gelaufener Stammtisch eben, mit Gelegenheiten für einige Fotostopps. Zum Beispiel an der Treppenanlage, die von der Hochschule auf die Bitburger Straße hinunterführt. Auch bei diesem Wetter – es nieselt beständig – ist der Blick auf die Stadt und die sehr breite Mosel schön.

Über die Kaiser-Wilhelm-Brücke geht es nach Zurlauben, wo die ersten Ansätze zum Projekt „Stadt am Fluss“ in braunes Wasser getaucht sind.

Über den Hauptmarkt, Domfreihof und durch den Palastgarten, wo sich die ersten Narzissen zeigen, geht es zurück nach Olewig. 20 Kilometer stehen am Ende auf der Uhr. 300 Höhenmeter, na ja, ganz flach war es demnach nicht. Es fühlt sich gut an, auch wenn nach der Laufpause wegen der Skiwoche die Beine ordentlich beansprucht worden sind. Insgesamt eine gute Laufwoche.

16 Gedanken zu “Nach dem Sturm

  1. Lieber Rainer,

    hier oben folgt ein Sturm dem nächsten und dazu Regen, Regen, Regen. Mir geht das Wetter ganz gehörig auf die Nerven. Aber gelaufen wird trotzdem, wir sind ja schließlich nicht aus Zucker, gelle? 🙂
    Und in der kommenden Woche soll es ja auch besser werden.

    Ansonsten würde ich sagen läuft bei Dir. Du bist in einem guten Rythmus und die Streckenlänge liegen auf einem gutem Niveau. Bestens, Herz, was will der Herr Midlaufcriisis mehr 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      unser Wetterfrosch verspricht spätestens zum kommenden Wochenende 20 Grad. Ich wünsche Dir sehr, dass es nicht nur im Westen so frühlingshaft wird. Hier haben die Schlehenbüsche in den Weinbergen schon jede Menge Blütenknospen. Und in ganz geschützten Lagen blühen die weißen Büsche bereits in voller Pracht. Es wird also. 🙂

      Läuferisch ist bei mir alles soweit auf der Reihe. Ich bleibe schließlich dabei, kein Risiko einzugehen. Hat bislang gut funktioniert.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    puh, da hat der Sturm ja doch ganz schön viel Schaden angerichtet. Gut, dass es die restliche Woche „nur mehr“ geregnet hat! 😉 Und wenn das Wetter sogar dazu dient, dir das Stabitraining schmackhaft zu machen, kann es ja gar nicht so verkehrt sein.
    Die Samstagsgruppe ist wieder unterwegs – als einen flachen Lauf, hätte ich eure gestrige Strecke allerdings nicht bezeichnet – aber das ist wohl sehr subjektiv! 😀

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    • Liebe Doris,

      Tatsächlich hat Eberhard ganz schön gewütet. Aber jetzt kommt der Frühling mit gróßen Schritten. Da wird die Natur mit frischem Grün die meisten Wunden schnell heilen.

      Wirklich flach war der Samstagslauf tatsächlich nicht. Hat Spaß gemacht 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer,
    20 flache (?) Kilometer als Wochenabschluss lesen sich doch ganz versöhnlich und auch ansonsten war Deine Woche doch ganz gut mit Bewegung versorgt.
    Die Stürme sind für die Wälder so langsam problematisch, da sie den angeschlagenen Bäumen kaum eine Pause gönnen, bei uns sieht es nicht anders aus und da hilft auch die sogenannte „Baumpflege“ bei nicht angemessenen Fichtenwäldern 😉

    Salut

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    • Lieber Christian,

      die Baumpflege in den Wäldern ist leider nicht so schnell möglich, da die Fichtenkulturen nur nach und nach durch Mischwald ersetzt werden können. Aber die Stürme nehmen den Forstämtern da einige Entscheidungen ab …

      Im Zweifelsfall wird die Natur sich selbst heilen. Die hat mehr Zeit als wir …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer, hier stürmt es auch schon seit gefühlten Jahren ! ABER es soll besser werden, es läuft bei dir, fast wie in alten Zeiten, gutes Omen für die kommende Zeit, möge es ewig so ……………… 😉

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    • Liebe Margitta,

      wie schön Sturm am Meer sein kann, zeigst Du uns ja immer wieder. Hier im waldreichen Rheinland-Pfalz kann es dann einfach gefährlich werden, wenn man nicht in der Stadt bleibt.

      Die alten Zeiten lasse ich als wertvolle und schöne Erinnerungen gelten. So intensiv und schnell muss es nicht mehr sein. Ich will schließlich noch „ewig“ laufen ….

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    tja, das Wetter mit seinen willkommenen und unwirtlichen Seiten! 🙄
    Momentan sieht es bei uns auch grau in grau aus (immer wieder mal mit Regen), aber der Wind hat sich weitestgehend gelegt. Mal sehen, ob wir auch die 20 Grad erreichen, prognostiziert sind mind. 18 Grad. Ob das Wetter sich dran hält? 😆
    Bzgl. der Baumpflege habe ich den Eindruck, dass der Forst (zumindest bei uns) manchmal zu viel des Guten tut. Forstwirtschaft halt! Da aber vieles in Blüte steht, wie Mandelbäumchen und Magnolien ausknospen, ist auch bei uns der Frühling voll im Gange.
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred,

      Magnolienblüte ist in der Stadt ebenfalls schon im Gange. Ob es 20, 18 oder nur 15 Grad werden am Wochenende ist mir nicht wichtig. Hauptsache, der viele Regen und das Dauergrau haben ein Ende. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Lieber Rainer,
    auch wenn es Stürmt und Regnet – Ihr seid auf jeden Fall dem Frühling ein Stück näher als wir 🌷 Auch hier Stürmt und Schneit es aber gelaufen wird trotzdem… wir machen das Beste draus! Ich kann mir gut vorstellen, dass der Samstagslauf ein Highlight ist, den man nicht missen möchte, egal was das Wetter macht. Den Pfad mit den Trittsteinen ist sehr schön, aber was macht Ihr da… durch die Absperrung durch… 🙈 Wenn das die Mama sieht… 😂 😂 😉
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      Mama hat nicht zugeschaut 😉 Aber alles ist gut gegangen, und der Frühling hat einen ordentlichen Satz nach vorne gemacht … Wer zu spät auf Kommentare antwortet, hat den nächsten Samstagslauf schon hinter sich. Nun denn …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Lieber Rainer,

    das ewige Grau nervt echt so langsam. Zum Glück wird es immer mehr durch erste Blüten und grüne Blattknospen unterbrochen, wie auch deine Bilder zeigen.
    Dass der Sturm nochmal mit den Bäumen im Mattheiser Wald Mikado gespielt hat, stimmt echt traurig. Bald ist nichts mehr da, was er umwerfen könnte. Zum Glück kommt die Forstwirtschaft ja weg von Monokulturen.
    Wie auch immer: Du bist läuferisch gut dabei, dass ist schön zu lesen. Bei mir läuft gerade gar nichts zusammen – Sturzfolgen und u.a. daraus resultierende Lustlosigkeit. Mit gemeinsamen Laufrunden wird es daher wohl eng … aber mal sehen, vielleicht berappele ich mich bis dahin wieder. 😎

    Liebe Grüße
    Anne

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  8. Lieber Rainer,
    ich bin ja so froh, das der Regen und die Stürme hier bei uns erstmal vorbei sind. Nass ist jetzt ja alles. Die Sonne sorgt dann dafür, das das Wachstum endlich losgeht. 🙂
    Im Weisshauswald hatten die Stürme auch ganz schön gewütet, wir waren froh, dass das alles bis Sonntag wieder weggeräumt war.
    Ganz flach sind 20 Km mit 300 HM nun nicht, aber du hast es ja gut gemeistert und hattest eine gute Laufwoche.
    Jetzt kommt der Frühling noch dazu 🙂
    Da freue ich mich schon auf die immer so tollen Fotos von dir
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      der Frühling hat tatsächlich in dieser Woche mächtige Schritte nach vorn gemacht. Es ist einfach ein Traum. Und der Sturm scheint schon wieder Geschichte zu sein. Zum Glück!

      Liebe Grüße und vielen Dank für das Kompliment in Sachen Bilder. Gleich folgt der nächste Schwung 🙂

      Rainer 😎

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