Übel bis sonnig

Nach dem Jubellauf in Heilenbach begann die Woche recht gut. Eine Auslaufrunde zu den Mattheiser Weihern, wo sich ein Schwan am Morgen in Position für ein stimmungsvolles Foto gebracht hat. Am Abend eine Brotzeit … und dann in der Nacht ein Gefühl im Magen, als hätte ich einen Ballon verschluckt. Dazu Übelkeit … Aber selbst der nächtliche Versuch mit dem Finger, um den ungeliebten Mageninhalt loszuwerden funktionierte nicht … Nun ja, die angelegten Shrimps waren wohl schon drüber.

Ein miserabler Dienstag, nach einer Stunde in der Redaktion aufgegeben, auf die Couch. Der Ballon inzwischen etwas tiefer. Tagesration: Tee und drei Zwieback. Noch eine unruhige Nacht und ein angeschlagener Mittwoch. Daran ändern auch die hübschen Schneeglöckchen nichts, die im Garten ihre weißen Blüten dem blauen Himmel entgegenstrecken.

Am Donnerstag dann mit kraftlosen Beinen eine Runde durch den Tiergarten. Die frische Luft hat gut getan, auch wenn der gewohnte Genuss trotz bester Voraussetzungen ausgeblieben ist.

Erst am Freitag wieder das Gefühl, dass sich die Körper von der verdorbenen Last befreit hat. Rumpfstabi, dezent, aber auch mit einer Übung für die Bauchmuskulatur. Ohne schlimmere Gefühle. Der Appetit auch einigermaßen wieder zurück.

So steht dem Samstagslauf nichts mehr im Wege, höchstens die Absagen einiger Freunde. Mein fast verzweifelten Ruf am Abend in der WhatsApp-Gruppe hat zum Glück doch noch Erfolg. Bernd, der nach seiner fast einjährigen Auszeit wieder auf gutem Weg zurück zu alter Stärke ist, erhält die Zusicherung, dass ich mich beim Tempo anpassen werde und die Strecke nicht zu lang wird. Holger, der in der Vorbereitung für seinen ersten Marathon ist, gesellt sich noch hinzu. So sind wir also zu dritt, um uns um 8 Uhr auf den Weg der 15er Runde für den Freundschaftlauf am 11. Mai zu machen.

Eisig kalt noch die Morgenluft. Auf dem Weg hinauf auf den Petrisberg ist der Blick auf den Nebel über dem Moseltal durchaus reizvoll. Ein prachtvolles Wetter, das zu Freudenschreien motiviert.

Wir laufen die leichtere Variante der Drachenrunde. Nach gut vier Kilometer sind wir am Aussichtspunkt Sickingenstraße.

Das wird zu früh sein, um hier schon einen Verpflegungspunkt anzubieten. Durch den Wald also weiter, an Franzens Knüppchen vorbei, zum Xiamen-Garten. 5,5 Kilometer. Das wird der erste Haltepunkt werden, für alle drei angebotenen Läufe.

Eine Runde um das Wasserband, damit für die 10er diese Distanz erreicht wird. Dann am Turm Luxemburg vorbei und über den Unipark zur Universität. Hier werden die 10er ins Tal abbiegen. Für die 15er und die voraussichtlich mit 25 Kilometer deutlich längere Distanz geht es durch den Campus zur Uni-Laufbahn und wieder zum Neubaugebiet BU13, das zu Filsch gehört. Hier trennen sich die Wege am 11. Mai für die Langstreckler, die über die Scheid zur Korlinger Höhe und auf den Spuren der Galgenkopftour wieder zurück zum Sportplatz Olewig laufen werden.

Die 15er Runde, die wir gut gelaunt heute laufen, führt am Rande des Neubaugebiets zum Naturdenkmal Irischer Eiche und von dort auf den Spuren des Saar-Hunsrück-Steigs durch den Wald und am Reitergut Trimmelter Hof vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Genau 15,3 Kilometer und 314 Höhenmeter misst meine Suunto. Keine ganz einfache Runde, aber die vielen schönen Ausblicke wollen erlaufen sein.

Für Bernd war es eine schöne Trainingseinheit. Holger muss noch einige Kilometer draufpacken, um die angepeilten 25 zu erreichen. Da ich noch Energie habe, begleite ich ihn noch ins Tiergartental, das sich auch um 10 Uhr noch frostig präsentiert. Fotos davon gibt es nicht mehr, weil der Handy-Akku leer ist. Muss aber auch nicht sein, schließlich kennt jeder, der hier liest die wunderbare Natur dort aus zahlreichen Fotos zu allen Jahreszeiten.

So kommen für mich noch einmal sieben Kilometer und 120 Höhenmeter zusammen. Mehr brauche ich an diesem Samstag wirklich nicht. Schwere Beine, gute Laune und noch ein Rest Energie für Gartenarbeit in der Sonne. Alles bestens.

18 Gedanken zu “Übel bis sonnig

  1. Das sieht traumhaft aus – nach so einem Lauf ist die Erinnerung an die Übelkeit wahrscheinlich bald verflogen. Für den Fall, dass diese wieder einmal auftaucht (hoffen wir es natürlich nicht) und der Finger nicht hilft, ist oftmals ein Glas Salzwasser eine relativ zuverlässige Methode 😉
    Liebe Grüsse
    Ariana

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  2. Lieber Rainer, du dann anscheinend der Übelkeit davon gelaufen, bei diesem herrlichen Wetter, das sogar bis zu uns in den hohen Norden gefunden hat , kann es einem ja nur gut gehen, auch wenn es eine kurze Auszeit geben musste, alles überstanden……………..leider muss man auch manchmal leiden, wie wir wissen, aber dann………………. 😉

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  3. Uhhh, einen verdorbenen Magen kann wirklich niemand gebrauchen, lieber Rainer 😦

    Allerdings bringe ich es nicht über mich mir den Finger in den Hals zu stecken, lieber leide ich stunden- oder tagelang.

    Immerhin zeigte Dir der anspruchsvolle Samstagslauf, dass Du alles überwunden hast.

    Liebe Grüße
    Volker

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  4. Lieber Rainer,
    gut, dass die Übelkeit vorbei und die Lauffreude zurückgekehrt ist! Schon arg, wie schnell die Energie nachlässt, wenn es einem so schlecht geht.
    Die Samstagsrunde sieht wieder sehr schön aus! 🙂 So machst du ja kräftig Werbung für den Freundschaftslauf. 😉

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    • Liebe Doris,
      es ist interessant, wie leer der Akku nach zwei Tagen Zwangsfasten ist. Aber zum Glück hat es nicht länger gedauert. Dem Projekt Streckenkontrolle stand also nichts entgegen 😉 Und etwas Werbung darf doch sein, oder ? 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    ein echter Albtraum Anfang der Woche. Das braucht wirklich keiner und ich wünsche Dir, dass Du in Zukunft die angegammelten Shrimps stehen lässt 🤣
    Die kühle frische Luft heute war wirklich toll, aber später dann wurde es zu warm und hier fast schon wieder zu ungewohnt, naja, wir müssen uns wohl wieder an wärmere Temperaturen gewöhnen.

    Salut

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  6. Lieber Rainer,

    man soll ja nichts umkommen lassen … in diesem Fall wäre es aber doch wohl besser gewesen, die Finger von den Meeresfrüchten zu lassen (wenn man nur immer wüsste, ob etwas noch gut ist). Braucht niemand, so eine Lebensmittelvergiftung!

    Zum Glück konnte die Geschichte dir den Samstagslauf bei herrlichen Lichtverhältnissen nicht vermiesen – und Begleitung hast du auch noch gefunden. 😎 Toller Wochenendauftakt – ich hoffe, auch heute könnt ihr noch das herrliche Wetter genießen!

    Liebe Grüße
    Anne

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    • Liebe Anne,
      das Wochenende haben mir die verdorbenen Crevetten zum Glück nicht verdorben. Nach dem schönen Samstagaslauf war das vor allem durch Forstarbeit im Garten geprägt. Zeit für einen schönen Spaziergang mit einem ersten Besuch im Biergarten auf dem Petrisberg war natürlich auch noch. 🙂

      Jetzt Start in die Woche m,ist zwei Tagen Schulung für die neue Volontärin. Ich darf also mal wieder mein pädagogisches Geschick zeigen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Lieber Rainer,
    zu blöde, diese doofen Shrimps! 😥
    Schön, dass du das recht ordentlich auskurieren konntest … und beim Samstagslauf schon wieder gut dabei warst! 😉
    Dein „Nebelbild“ hat was!
    LG Manfred

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  8. Lieber Rainer,
    die Aussicht auf den Nebel im Moseltal ist mir bestens bekannt. Aber in den letzten Tagen konnte sich die Sonne ja wenigstens überall durchsetzen 🙂
    Da hast du dir ja ganz schön den Magen verdorben. Unschöne Sache sowas. Aber immer noch gut, wenn man dann mit ein paar Tagen Ausfall drüber hinweg kommt.
    Die Bilder von eurer Runde sind absolut traumhaft. Ich habe mir mal den 11. Mai eingetragen. Da wäre ja mal wieder eine Gelegenheit bei eurem Freundschaftslauf mitzumachen 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      ich würde mich sehr freuen, Dich am 11. Mai zu sehen. Meine Vorfreude auf den Freundschaftslauf ist schon groß. Mal sehen, welche Strecke ich anführe. Ich entscheide mich, wenn wir die lange Runde abgelaufen sind. Die wird in jedem Fall deutlich über 20 Kilometer lang.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  9. Lieber Rainer,
    so eine Magenverstimmung kann einem die Kraft schon ganz schön rauben… 😟 Zum Glück warst Du ja doch ziemlich schnell wieder auf die Beine und konntest den frostigen Samstagslauf in der herrlichen Sonne noch genießen…
    …und hattest danach sogar noch Restenergie für Gartenarbeit 🤗
    Die Runden für den Freundschaftslauf hören sich sehr schön an und auch die Bilder bestätigen das! Es wird bestimmt eine schöne Veranstaltung! 🏃
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      der Freundschaftslauf ist tatsächlich immer eine schöne und entspannte Sache. Wenn die Natur Anfang Mai aufblüht, ist genau die richtige Zeit dafür. 🙂

      Vielleicht wäre das ja mal ein Anlass für Dich, dem Moseltal einen Beusch abzustatten Du bist hier jederzeit willkommen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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