Neustart?!

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Die ersten drei Monate ohne Laufen waren wirklich hart, auch mental. Danach wurde es erträglicher, auch wenn immer wieder schwierige Momente dabei waren. Aber da sich die Beschwerden nicht grundsätzlich verbessert hatten und trotz Schonung weiterhin eine Entzündung unter der Kniescheibe bei Belastung schmerzte, stand nach dem Sommerurlaub die Kniespiegelung an.

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Das war durchaus ein spannendes Erlebnis, zumal ich auf einem Monitor zugeschaut habe, wie in meinem Knie gewerkelt wurde. Bänder top, Meniskus ebenfalls, Knorpel glatt. Die schwammartige Schleimhautwucherung war schnell weggefräst. Wenn dann nicht beim Befund mit dem Edelstahlhaken der Knorpel unter der Kniescheibe sich als weicher herausgestellt hätte als es für den Sport gut ist, wäre ich vermutlich längst wieder auf den Laufstrecken der Region unterwegs.

So oder so, dauert der Heilungsprozess länger als gedacht und benötigt viel Geduld, Physiotherapie und langsamen Muskelaufbau. Verrückt, wie in einigen Monaten Schonung der innere vordere Oberschenkelmuskel zurückbildet.

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Zumindest das Freibad Trier-Nord habe ich in diesem Sommer wieder schätzen gelernt. 1500 Meter Kraulen am Stück war zuletzt die Standarddistanz. Danach noch 20 bis 30 Minuten Aquajoggen. Dieses Morgenprogramm hat in den vergangenen Wochen sogar mehr Spaß gemacht als ich gedacht habe. Mit etwas Übung hat auch das Schwimmen etwas Meditatives.

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Nun hat der Nordbad vor etwas mehr als einer Woche seine Pforten geschlossen. Das Signal für den Versuch des läuferischen Neustarts … 5 Minuten laufen, drei Minuten gehen, das über eine Distanz von knapp fünf Kilometern … immer den Radar aufs Knie gerichtet, dass durchaus etwas maulte angesichts der ungewohnten Belastung. Der Muskelkater am nächsten Tag war jedenfalls nicht zu verachten.

Die kleine Runde im Tiergarten war trotzdem eine schöne Sache. Drei Tage später dann der nächste Versuch auf der Finnbahn auf dem Petrisberg. Herrliche Herbststimmung an der Nebelgrenze. Alles gut bis auf den letzten Kilometer, wo sich das Knie wieder gemeldet hat.  Am nächsten Tag waren allerdings keine Nachwirkungen zu spüren.

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Zur wunderschönen „Abschiedswanderung“ mit Anne auf dem Felsenpfad Kassel-Staadt hatte ich Stöcke dabei, wegen der hohen Stufen auf der profilierten Rundtour. Müde Beine, aber ansonsten alles problemlos.

Heute, nach zwei Tagen Ruhe bzw. Rumpfstabi und etwas Radeln auf dem Hometrainer also wieder die Laufschuhe geschnürt. Bergab gehen lautet die Devise. Und als ich im Tiergarten an der Abzweigung zum Brückchen ankomme, laufe ich nach kurzem zögern weiter zu den Serpentinen nach Kernscheid.

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So sehe ich mal wieder meinen Lieblingsbaum, an dem gerade ein anderer Läufer vorbei dieselt. Auf der langen Geraden in der Sonne überkommt mich sogar so etwas wie ein Hochgefühl, denn das Knie spielt heute mit. Aber die selbst verordneten Gehpausen müssen dennoch sein.

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Nach etwa 7 Kilometer bin ich wieder zuhause. Genaue Daten habe ich nicht, weil die Laufuhr keinen Saft hat und deshalb nicht dabei war. 50 Minuten war ich unterwegs. den einen oder anderen Kilometer muss ich also nicht zu bedächtig unterwegs gewesen sein. Aber weil das Gefühl nach dem Lauf wirklich gut ist, habe ich mich dazu entschlossen, nach langer Funkstille wieder an dieser Stelle ein Signal senden. Ich hoffe, es ist das richtige für einen Neuanfang.

14 Gedanken zu “Neustart?!

  1. Lieber Rainer,
    wie schön, von dir zu lesen! 🙂
    Ich wünsche dir, dass das Knie und deine Geduld hält und dein Wiedereinstieg glückt. Ich finde, das was du schreibst, klingt alles sehr positiv!
    Die „Abschiedswanderung“ mit Anne muss sehr schön gewesen sein, aber es stimmt auch traurig, dass sie jetzt nicht mehr im Raum Trier sein wird. :/

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  2. Lieber Rainer,
    sehr schön von Dir zu lesen und sehr schön zu lesen, dass es langsam und (hoffentlich) sicher in Richtung Laufalltag geht. Ich denke Du machst das genau richtig – langsam und vorsichtig und nichts übertreiben! Alle Daumen sind gedrückt, dass es Dir gelingt ✊ und ich wünsche Dir dabei viel Geduld 🍀
    Liebe Grüße Anna

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  3. Lieber Rainer,

    die Abschiedswanderung war wirklich ein Hochgenuss und hat zudem wunderbar vom Umzugsstress abgelenkt. Richtig schön war dann auch noch zu hören, dass die ersten Laufversuche dich zuversichtlich stimmen. Dass Heilung mitunter Geduld braucht, hat ja auch mein Beispiel gezeigt. Bei dir geht es hoffentlich weiterhin etwas schneller, auch wenn im Moment noch Gehpausen Pflicht sind. Ich hoffe, jetzt lese ich hier wieder öfter von dir, wo das mit dem persönlichen Sich-Austauschen wegen der Entfernung zwangsläufig seltener wird.

    Liebe Grüße
    Anne

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  4. Lieber Rainer
    auch ich freue mich, wieder von dir zu lesen. Schöner geduldiger Einstieg. Nun nur noch geduldig bleiben, auch wenn es, wie bei mir, viele Monate braucht, bis du das „richtige Gefühl“ zurück gewonnen hast!
    Toll, dass eine „Abschiedswanderung“ mit Anne geklappt hat!
    LG Manfred

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