Reisetagebuch Kroatien: Plitwitzer Seen

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Neun Stunden hat die Fahrt von Passau zum Autocamp Korona gebraucht. Vor allem im Umfeld von Karlovac haben wir noch Folgen des Bürgerkriegs gesehen. Vor allem die vielen leer stehenden oder als Rohbau verfallenden Gebäude fallen auf. Vor dem Betreten solcher Grundstücke wird gewarnt, denn hier können sich noch Tretminen befinden. Mehr als 10 000 davon liegen angeblich noch in der Landschaft. Deshalb ist es auch nicht geraten, von den Wegen abzuweichen.

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Von unserem Campingplatz sind es nur zehn Kilometer bis zum Nationalpark Plitwitzer Seen. Im Übernachtungspreis ist die Busfahrt zu den Seen enthalten. Abfahrt um 9 Uhr. Das bedeutet um 7.30 Uhr aufstehen. Mir fällt das nicht schwer. Aber mit Frühstück, Brotzeit machen, Morgentoilette und Rucksack packen wird es dann doch ziemlich eng, so dass wir gerade noch den Bus erwischen … und uns kurze Zeit später am Parkplatz von den Menschenmassen nicht erschrecken lassen, die den Park nach dem obligatorischen Schlange stehen an der Kasse – das Tagesticket kostet 150 Krona, als etwa 20 Euro – den Park stürmen. Wir geraten zu Beginn in eine Jugendgruppe, die hier unvermeidlichen Chinesen mit ihren Selphistäben bevölkern in Horden den Platz.

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Aber je weiter wir in den Park wandern, desto weniger Gesellschaft haben wir. Wunderbar! Diese Landschaft aus türkisfarbenem Wasser, uralten Buchenwäldern auf steilen Hügeln. Kaskaden und Wasserfälle unterschiedlichster Höhe und Mächtigkeit zeugen von der treppenartigen Karstlandschaft, die noch immer ständigem Wandel unterzogen ist. Der Kalk im Wasser „versteinert“  Bäume, die da hineinfallen und lagert sich zu immer neuen Wällen ab, so dass sich das Wasser neue Wege suchen muss. Drei Zentimeter im Jahr wachsen die Süßwasserriffe angeblich.  

Es gibt so unglaublich viel zu foto- und videographieren. Es ist fast wie eine Realsatiere, wenn auf den schmalen Holzstegen, die Leute für ein Selfie an einer schönen Stelle Schlange stehen oder plötzlich anhalten und sich in Pose werfen, so dass die nachfolgenden Naturliebhaber fast vom Steg fallen. Dabei ist das Baden doch strengstens verboten. 

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Wir wandern am Rand des großen Sees entlang und zweigen zu den oberen Seen ab. Sehr beeindruckend und schön, auch wenn das Gewitter mal aus der einen, mal aus der anderen Ecke grollt.

Auf der Fähre über den See zurück in Richtung Ausgangspunkt fängt es tatsächlich zu regnen an. Richtig heftig wird der allerdings erst, als wir bei Kaffee und Süßgebäck auf den Bus warten.   

Alles richtig gemacht, auch wenn wir an diesem Tag schon fast alles gesehen und erwandert haben, was wir an zwei Tagen erledigen wollten. Das Zweitagesticket hätte es also nicht unbedingt gebraucht. Aber Karins Idee, mit dem Womo am nächsten Tag zum Parkplatz zu fahren und nur noch eine kurze Tour zu machen, bevor wir in Richtung Meer weiterrollen, ist keine schlechte. So soll es sein.

8 Gedanken zu “Reisetagebuch Kroatien: Plitwitzer Seen

  1. Wunderschön, lieber Rainer! Man sieht wieder mal, wie gut es ist, fit, mobil und bewegungsfreudig zu sein. Viele der Menschen auf euren Fotos waren vermutlich kaum in der Lage Bilder zu machen, auf denen keine Menschenmengen zu sehen sind. Ihr konntet dagegen auch sowas wie Ruhe genießen und hattet ein Stück Landschaft für euch. Nur dass ihr Winnetous Nachfahren nicht getroffen zu haben scheint, ist natürlich schade. 😉

    Liebe Grüße
    Anne

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    • Es ist schon verrückt, dass inzwischen jeder mit einem Smartphone in der Hand bzw. vor der Nase durch die Gegend läuft. Vor allem, was die Chinesen da abgezogen haben, ist der Hammer. Aber ich darf mich nicht beschweren, da ich ja selbst fotografierend unterwegs bin. Die meisten Fotos sind allerdings mit der SLR geschossen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Wow, schöne Bilder…tolle Ecke.

    Kroatien hat einiges zu bieten.
    Beruflich war ich schon zwei Mal auf dem Balkan und letztes Jahr auch dann das erste Mal in Kroatien zum Urlaub…liegt ja quasi fast um die Ecke (4 Stunden Autofahrt).

    Viele Grüße

    Steve

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    • Hallo Steve,
      Du hast es wirklich nicht weit nach Kroatien. Wir haben dort viele Bayern und Österreicher getroffen. In der Nebensaison ist das, was wir gesehen haben, wirklich mehr als einen Besuch wert. Und Slowenien liegt für Die noch näher. Als Trailläufer müsstest Du dort in den Bergen längst ein Stammgast sein.

      Viele Grüße
      Rainer 😎

      Gefällt 1 Person

    • Liebe Doris,
      das mit den Videos ist tatsächlich eine schöne Sache. Jetzt habe ich auch noch ein neues Handstativ, das die Wacklerei minimiert. Das hätte dem einen oder anderen Video aus diesem Urlaub sicher gut getan. Aber Karin meint, ich sei da einfach zu perfektionistisch …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer,
    schön sind sie diese Seen! Ihr habt auch tolle Bilder mitgebracht! 🙂

    Wir haben die Seen in den frühen 70ern das erste Mal besucht und konnten noch unter den Wasserfällen „duschen“ und in den Seen baden. Im alten Jugoslawien waren dort längst nicht so viele Touris unterwegs. Aber auch heute lohnt es sich nach wie vor sie zu besuchen. – Wir haben auch auf einer Studienfahrt mit Schülern einen tollen Ausflug dorthin gemacht! – Super!
    Vielleicht kommt man durch die erschlossenen Wege heute sogar weiter rum?!
    LG Manfred

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