Birthe, Lucy und schwere Beine

Schwere Beine am Abend und Bilder im Kopf. Das ist die Belohnung für ein Koppeltraining der besonderen Art und einer neuen Erfahrung. Denn zum Start des Wurzelweglaufs in Konz bin ich bislang noch nicht gelaufen. Aber da ich in zwei Wochen beim Trail Uewersauer für 32 anspruchsvolle Kilometer gemeldet habe, muss noch ein langer Trainingslauf sein.

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Aus meinem Lauftreff will mich zwar niemand begleiten. Aber kurzfristig meldet sich Birthe, die Unkaputtbare. Das passt prima, weil sie mir auf den 14 gemütlichen Kilometern die Theorie des schnellen Bergablaufens erklären kann.

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Das Wetter ist sensationell. Deshalb verschwindet eine der drei Bekleidungsschichten sehr schnell in dem kleinen Laufrucksack. Schweißtreibend ist es dennoch. Aber in Konz kann ich das Shirt noch einmal wechseln. Davor geht es aber durchs Goldkäulchen, über die Pellinger und ein gutes Stück auch querfeldein durch schönen Buchenwald. Bis auf einen Stolperer wegen eines abgelegten Drahtzauns gibt es an diesem Tag kein Malheur.

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Am Stadion in Konz treffen wir viele Bekannte. Marc hat unsere englische Lauftreffverstärkung Lucy mitgenommen, dankenswerterweise auch meine Sporttasche. Und Marcel ist überraschend auch da. Karina und Helge sind im Triathlon-Outfit mit dem Rad unterwegs. Sie werden dreimal an der Strecke stehen und uns ebenso anfeuern wie ihre eigenen Leute.

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Während im Stadion noch die Kinder- und Jugendläufe gestartet werden, bleibt Zeit für Gespräche bei bester Laune.

Die Aufwärmrunden der Freunde laufe ich aus Sympathie mit, auch wenn meine Muskulatur das nach 14 Kilometern nicht mehr wirklich braucht.

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Mit trockenem Shirt bei 16 Grad und Sonne  geht es dann los. Wie immer starten die Gruppen für 5, 10 und 15 Kilometer gemeinsam. Dadurch ist es auf der ersten Runde durch den Wald ziemlich voll. Das flotte Tempo fühlt sich zunächst mühsam an. Aber an den Anstiegen macht es Spaß, auch mal zu überholen. Bergab bietet sich die Gelegenheit, das schnelle Laufen zu üben: Oberkörper stabil, nach vorn geneigt und die Fersen schön anheben … Es funktioniert überraschend gut.

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Dann biegt die 5er Strecke ab und es geht auf den „gefürchteten“ Wurzelsteig, der bei regnerischem Wetter eine schlammige Herausforderung ist, heute allerdings keinerlei Rutschgefahr bedeutet. In einer Reihe geht es die lange Steigung hinauf. Nicht gemütlich, aber auch nicht wirklich schnell, als Birthe vorbeiläuft. Na denn, das geht natürlich nicht. Die zweite Hälfte wird also doch anstrengend. Aber auch Lucy bleibt dran. Marc muss allerdings abreißen lassen. Er ist nach der langen Verletzungspause am Berg noch nicht wieder so flott wie davor. Marcel ist schon auf dem ersten Kilometer davongezogen. Ihn sehen wir erst wieder im Ziel.

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Bis dahin geht es aber zunächst noch durch den Höhenstadtteil Roscheid und dann noch einmal diesen langen Anstieg auf die Höhe, der wirklich weh tut.

Birthe zieht nun davon. Auch Lucy gibt jetzt mächtig Gas. Ich muss etwas langsamer machen, zumal mir der Schluck Wasser an der ersten Verpflegungsstation nicht gut bekommt und ich plötzlich mit Übelkeit kämpfen muss. Da hilft ein kurzer Fotostopp.

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Danach kann ich wieder zu Lucy aufschließen und mich auf dem abfallenden Kilometer zurück zum Wald erholen.Dort machen wieder Karina und Helge Stimmung. Danke Karina für das Foto.

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Laufen lassen, heißt die Devise kurz danach auch auf dem steilen Stück bergab bis zum zweiten Verpflegungspunkt. Wow, das macht Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend für den Oberkörper. Ich warte kurz, bis meine englische Laufpartnerin aufgeschlossen hat. Und nach einer weiteren wunderschönen Waldpassage geht es dann schon bei Niedermennig hinunter auf den Radweg und noch zwei ekelige Kilometer auf Asphalt zurück zum Stadion.

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29 Kilometer notiert meine Laufuhr. Dank flottem Wurzelweglauf ist die Pace von 5:27 min/km bei 605 Höhenmetern ordentlich. Anders als bei Marcel und Lucy reicht es aber nicht zu einer Top-3-Platzierung in meiner Altersklasse, die mit einer besonderen Tasse honoriert wird.

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Nach einer gemütlichen Stunde in der Halle des Schulzentrum bringt uns Marc zurück nach Trier. Zurücklaufen wäre nicht mehr umbedingt eine Option. Dafür sind nach der erneuten Pause die Beine doch zu schwer.

16 Gedanken zu “Birthe, Lucy und schwere Beine

  1. Wie, keine Energie mehr zum Zurücklaufen, lieber Rainer? 😉 Aber ok, nach 600 HM und 28 km kann man sich schon mal zurückchauffieren lassen. Mir reichten die insgesamt 15 km zum Aussichtspunkt oberhalb von Roscheid und wieder zurück. Die Entfernung passt schon (wenigstens das), aber der relativ steile Trail vom Römersprudel zum Haus Kobenbach ist dem Piriformis nicht besonders bekommen … :-(. Naja, ist halt ein Geduldsspiel.

    Liebe Grüße und gute Erholung
    Anne

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  2. Wow, ordentlich ordentlich.
    Mal schön zwei geniale Läufer hintereinander rausgehauen und bei diesen Höhenmetern diese Pace am Ende zu haben ist auch sehr respektabel.
    Meinen Glückwunsch Rainer. Dann kann der Trail Uewersauer ja kommen.

    Viel Erfolg

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    • Hallo Steve,
      danke Dir. Es macht tatsächlich viel Spaß, wieder so unterwegs sein zu können. 🙂

      Uewersauer hat natürlich noch deutlich mehr Höhenmeter. Aber da darf ich dann auch langsamer unterwegs sein.

      Viele Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer,
    irre, ich wusste gar nicht, das du vorher schon nach Konz gelaufen bist 🙂
    Trotzdem noch ganz schön schnell unterwegs.
    Ursprünglich wollte ich auch mitlaufen, aber eine 8qm Holzlieferung am Vortag hat meine Muskeln überansprucht. Es war einfach auch toll im Wald die Läufer anzufeuern.
    Liebe Grüße
    Helge

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  4. Lieber Rainer,
    vielen Dank für den schönen gemeinsamen Hinweg. 🙂
    Und dann: „Das Tempo fühlt sich zunächst mühsam an.“ Uaaah, du sagst es. Es braucht halt immer die besagten 5-x km. Und irgendwann kommt dann der Punkt, wo es plötzlich läuft.
    Der Trail Uewersauer in zwei Wochen wird sicher klasse. (Meinen Neid hast du.)
    Ach ja, Lucy und Marcel. Und die Becher. Hergestellt in Schierling (klebt drunter). Riskante Sache.
    Liebe Grüße und gute Erholung für die Beine,
    Birthe

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    • Liebe Birthe,
      mir hat das auch viel Spaß gemacht. Auch wenn ich den wirklichen Punkt für leichtes Tempo nicht gefunden habe 😉

      Aber bei Uewersauer muss ich auch nicht schnell sein. Das beruhigt mich.

      Die Beine haben die 29 Kilometer übrigens prima verkraftet. So ganz ohne Effekt sollte das Training für den Köln-Marathon auch nicht sein.

      Schierlingsbecher? Oweh, ich hoffe Ihr übersteht das alle 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    ja doch, das klingt nach Spaß. Nach anstrengendem Spaß, aber trotzdem. 😆
    Gratuliere dir zu diesen tollen Läufen! Und dann noch mit so „prominenten“ Fans an der Strecke – sehr toll! 😀

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  6. Lieber Rainer,

    bergab „Oberkörper stabil, nach vorn geneigt und die Fersen schön anheben“. Fällt man da nicht vornüber? 🙄

    Strammes und flottes Tagesprogramm. Aber mit der Anfeuerung von meinen beiden Staffelmädels läuft es sich doch quasi wie von selbst, oder? 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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  7. Lieber Rainer,
    super und schönes Koppeltraining der „besonderen Art“! 🙂
    Ich glaube auch, dass es das richtige Training für den Uewersauer war!
    Alles Gute dafür und dann das richtige Gefühl fürs Tapering!
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred,

      der Test war noch einmal wichtig und lässt mich in aller Ruhe auf den 19. November sehen. 🙂

      Danke Dir. Mal sehen, wirklich kapern wollte ich nicht. Aber zumindest kein längerer Lauf mehr in den Tagen bis dahin.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  8. Lieber Rainer,
    ich seh schon, Du lernst schnell -ausgenommen den Stolpere – so dass Du schon die Downhill-Passagen wie ein Profi bewältigst 😈
    Da war ja mächtig was los auf dem Wurzelweglauf, und sogar noch persönliche Cheergirls…nett🤣

    Salut

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