Zwei Schleifen für die Saar

Der Lauf am Samstag hat Spaß gemacht und ist ohne gesundheitliche Nachwirkungen geblieben. Warum also nicht am Tag danach zum Trail Saarschleife nach Orscholz fahren. Ursprünglich wollte ich dort die mittlere Distanz mit 31 Kilometern laufen. Aber 15 Kilometer mit reichlich Höhenmetern sind genug, nach den geringen Umfängen in den vergangenen drei Wochen.

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Da Frank angefragt hat, ob ich auch dabei sein werde, bietet es sich an, gemeinsam die einstündige Anfahrt auf sich zu nehmen. Birthe, Franks nimmermüde Frau, ist bereits am frühen morgen auf die große Strecke gegangen. Nach sechs Stunden wird sie als beste Frau die 61 Kilometer bewältigt haben. Glückwunsch an dieser Stelle. Aber so ambitioniert bin ich nicht.

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Lange Warteschlangen im Anmeldebereich zeugen von der kurzfristigen Absage einiger Helfer. Bei fast 1000 Teilnehmern auf vier Strecken plus Kinderläufen kommen die Organisatoren an die Schmerzgrenze. Aber das passiert auch fast jedem Läufer …

Mit 15minütiger Verspätung, in der es heftig regnet, geht es also  los auf die Strecke, die fast immer volle Aufmerksamkeit fordert. Steine, nasse Baumwurzeln, Matsch und buntes Laub in der Kombination schulen zwar Reaktions- und Koordinationsvermögen. Besonders wenn das Licht düster ist, muss aber das Tempo reduziert werden, um das Sturzrisiko nicht zu groß werden zu lassen.

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Spaß macht der Trail, der auf dieser Distanz in einer Doppelschleife zweimal knapp 250 Höhenmeter hinunter zur Saar und wieder hinauf führt, aber trotzdem – oder gerade deswegen.

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Nach den ersten zwei wirklich flotten Kilometern sind Frank und ich nicht mehr von langsameren Läufern umgeben, die jeden Singletrail zm Geduldsspiel machen. Für die Schönheit der Landschaft bleibt laufend allerdings kaum ein Auge. Beim Anblick der Saarschleife muss dennoch ein kurzer Stopp sein.

Bergauf ist es so steil, dass sogar das schnelle Gehen ziemlich anstrengt. Aber dafür ist dann doch der ein oder andere Blick in die Natur möglich. Das schnelle Bergablaufen muss ich allerdings noch üben. Da hat Frank eindeutig den Vorteil auf seiner geübten Seite.

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Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel – auf dem Plateau machen das viele Laub und die Steine den Weg besonders schwierig – erwischt es mich dann doch noch: Unmittelbar vor eine Bachüberquerung rutsche ich von einem glatten Stein ab und lege mich mit ziemlicher Wucht auf die linke Seite. Hand, Ellbogen und linke Wade erinnern mich heute mit dezentem Gemaule an den Abflug. Wirklich passiert ist aber zum Glück nichts.

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Das nahe Ziel ist nach dem Sturz jedenfalls kein Beinbruch – wow, was für ein Wortspiel … -, sondern sehr willkommen. Und zu einem schönen Zielbild reicht es noch immer.

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Zu Pasta, Kaffee und alkoholfreiem Weißbier kommt dann tatsächlich die Sonne durch die Wolken und verzaubert die Landschaft. Der Eingang zum Baumwipfelpfad mit dem spektakulären Aussichtsturm liegt nur 100 Meter entfernt. Das kann man sich bei so einem Wetter nicht entgehen lassen. Schön war’s!

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10 Gedanken zu “Zwei Schleifen für die Saar

  1. Lieber Rainer,
    schön, dass du jetzt auch wieder solche Dinger laufen kannst. Das mit dem Bergab können wir gerne mal bei einem gemeinsamen Läufchen vertiefen. Ich kenne da ein paar Stellen. 🙂 Die besten Schlammpassagen hast du übrigens verpasst. Rückegasse im Wald. Da waren vorher schwere Maschinen unterwegs… Und das dann teilweise steil bergab. War klasse. (Fand ich, andere nicht so.) Und die Stellen, an denen man eher der Intuition als der (fehlenden) Markierung (Regen und ordnungsliebende „Waldsäuberer“) folgen musste, waren auch nicht ohne.
    Erhol dich gut und bis demnächst,
    Birthe

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    • Liebe Birthe,
      Kompliment und Hochachtung noch einmal dafür, wie offenbar unbeeindruckt Du die lange Distanz gefinisht hast. Mir war es rutschig genug. Ich hätte vermutlich auf Deinen Lieblingspassagen zu denen gehört, die weniger begeistert waren 😉 Aber ich kann ja noch dazulernen. Gerne auch bei einem gemeinsamen Lauf … , sofern er nicht 61 Kilometer lang ist …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    schönes Panorama zum Schluss Deines Beitrags.
    Schade, dass es Dich hingelegt hat, auch wenn keine Verletzung resultiert, trübt so ein Sturz das Gesamterlebnis etwas. Aber Trails sind halt mal tückisch und da darf man sich nicht sicher fühlen.
    Erhol Dich gut und dann kannst Du ja anfangen Downhill Laufen zu üben 😉

    Salut

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    • Lieber Christian,
      die Panoramafunktion auf dem Smartphone ist schon keine schlechte Sache 😉 Der Sturz war nicht so schlimm, hat mich aber daran erinnert, dass immer etwas passieren kann. Die Nachwehen sind zum Glück nur dezent spürbar.

      Ich werde üben, ganz sicher 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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    • Liebe Doris,
      wie hast Du das nur durchschaut? Mir hat nur noch ein Absitzen im Schlamm gefehlt 😉

      Noch profitiere ich sicher von dem Training für Köln. Da bin ich ja nicht nur flach gelaufen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Kaum ist der Rainer wieder zurück auf der Blogbühne, geht es auch schon wieder richtig rund.

    Schöne Übung für den 19.11.. Da hoffen wir dann aber auf den Füßen zu bleiben um das Glück nicht zu sehr herauszufordern 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,
      für Uewersauer war das tatsächlich eine gute Übung. Am Samstag werde ich dann wohl noch mal richtig Strecke machen im Gelände. Ich bin ja noch nie zum Wurzelweglauf gelaufen … 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Saarschleife, wie schön, da habe ich noch ein Foto von mir aus den Kindertagen, wie ich rappeldürr genau dort stand, von wo aus du fotografiert hast. Stürze sind eigentlich meine Spezialität, gut, dass alles glimpflich ausgegangen ist, das braucht keiner !

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    • Liebe Margitta,
      den Turm, von dem ich diese Fotos gemacht habe, gibt es erst seit zwei oder drei Jahren. Aber den Aussichtspunkt, der etwa 50 Meter tiefer liegt, den gibt es schon viel länger. Ich vermute, dein Kinderfoto ist dort entstanden. 🙂

      Mein letzter Sturz war schon einige Jahre her, aber solange es ohne zu schmerzhafte Folgen bleibt, sind solche Ausrutscher eine Mahnung, aufmerksam zu bleiben. Verzichten kann ich darauf dennoch.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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