Island – Ein Reisetagebuch (Teil 3)

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Tag 3: Geysir, Gullfoss und Pingvellir – der „Golden Circle“

Die zweite Nacht auf Island war wieder ein wenig eng, aber dank Schlafmaske und passender Ohropax-Stöpsel erträglich. Die Dusche am Morgen ist ein Traum. Für 400 Kronen zusätzlich darf sie das auch sein. Tropischer Regenduschkopf, heißes Wasser und hundertmal sauberer als die versifften Geschirrspülbecken vor der Hütte. Karin verweigert schon wieder warmes Wasser … selbst Schuld.

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Nach dem Frühstück und fünfminütigem Abbau fahren wir die fünf Kilometer über die Baustellenschotterpiste nach Geysir, wo Touristen hordenweise mit gezückten Handys und Kameras auf die Ejaku…, äh Eruption von Strukkur, dem einzig wahren Heißwasser-Geysir warten, nachdem der große Geysir nur noch ein großer, runder Siedetopf ist, der  sich seit einigen Jahrzehnten standhaft weigert, Wasser und Dampf spektakulär in die Luft zu pusten.

Aber das erledigt dann der kleine Bruder alle acht bis zehn Minuten zur Begeisterung der mit Absperrseilen auf sicherem Abstand gehaltenen Schnappschussjäger.


Ok, wir sind keine Ausnahme, haben unsere Fotos und Videos dann auch im Kasten. Es sollen an diesem Tag außergewöhnlich viele werden. Ein Hoch deshalb auf die Erfindung der digitalen Fotografie!

Wir machen uns über die Schotterpiste wieder in die Gegenrichtung auf, um Gullfoss zu besuchen, diesen mächtigen Wasserfall, in dessen Gischt bei Sonne wunderbare Regenbogen erstrahlen.

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Schade, dass die Sonne sich ausgerechnet heute rar macht. Aber die mächtige Doppelkaskade ist dennoch imposant und viel fotografiert.

Hohe Luftfeuchtigkeit, niedrige Temperaturen und bedeckter Himmel erfordern dennoch ihren Frösteltribut: Teatime in der rollenden Küche. Da wird manch anderer Gast auf dem Parkplatz blass vor Neid.

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Nach Begutachtung der sündhaft teueren Andenken im Shop-Restaurant fahren wir weiter. Nach Pingvelir, der Urstätte Islands und seiner Gerichtbarkeit, müssen wir … wieder durch die Baustelle … und 50 Kilometer weiter. Bei  Attraktion Nummer III im „Golden Circle“ ist der Ansturm in der Hauptsaison wohl riesig. Darauf deuten die vielen Parkplätze hin. Es gibt sogar Parkplatzwächter, die allerdings den Parkscheinautomaten auch nicht in Gang bringen können. So bleibt für uns das Abstellen des Fahrzeugs kostenfrei.

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Die Allmännerschlucht hat es wirklich in sich, historisch und optisch. Hier scheint die Sonne und taucht Felsen und Landschaft in ein sensationelles Licht.

Holzstege führen durch das Uneso-Kulturdenkmal und zu seinen alten  Richtplätzen. Männer wurden gehenkt. Besonders übel war wohl das Ertränken von Frauen im glasklaren und eiskalten Wasser, das sich in Spalten und Becken sammelt.

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Nach dem stark belebten Durchschreiten der Kluft zwischen eurasischer und amerikanischer Kontinentalplatte folgen wir dem Vorschlag des Rother Wanderführers und spazieren noch acht einsame aber sehr schöne Kilometer durch das Lavafeld, schneebedeckte Berge immer im Blick. Ziel ist der 1936 verlassene Hof Skógarkot in der Mitte der Ebene.

Die Silfra, das ist die mit glasklarem Wasser gefüllte Spalte zwischen den Kontinentalplatten, zählt übrigens zu den Top-Tauchplätzen der Welt. Das geht aber nur in Trockentauchanzügen. Buchbar sind die Tauchgänge und sachkundiger Führung. Auch das ist möglich für kälteresistente Tauchtouristen.

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Die Weitsicht ist einfach gigantisch, auch und erst recht über dem Wasser. Und das Licht wird mit jeder Stunde besser, die dem Abend entgegenschreitet. Der Pingvallavatn eine türkise Sensation von See. Märchenhaft die Landschaft, durch die wir in Richtung Küste rollen.

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Arkanes am Fuße des Bergs Arkafjall an der Westküste ist das Ziel, einer der größten und ältesten Fischerorte Islands mit der der für die Insel beachtlichen Zahl von 6600 Einwohnern. Und gerade – es ist 23 Uhr – bricht noch einmal die Sonne über dem Meer aus den Wolken … Da hält mich nichts mehr im Wagen.

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4 Gedanken zu “Island – Ein Reisetagebuch (Teil 3)

  1. Lieber Rainer,

    der Parkscheinautomat bei Pingvelir war bereits letztes Jahr nicht zu bewegen, ein Zettelchen auszuspucken 😀
    Herrlich Deine Bilder und irgendwie hattet ihr wohl Glück mit dem Touristenansturm bei Geysir und Gulfoss, wir hatten mit Menschenmassen zu kämpfen.
    Einfach wieder herrliche Bilder, Danke dafür!

    Salut

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    • Lieber Christian,

      ich kann mir vorstellen, dass in der Hauptsaison im Golden Circle wirklich Massen unterwegs sind. Das war schon bei uns ungewöhnlich voll. Aber sobald man einige Schritte Abseits der Hauptwege unterwegs ist, wird es auch dann vermutlich ruhig zugehen. 😉

      Die Fotos zeige ich gerne, natürlich 🙂

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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