Island – Ein Reisetagebuch (Teil 1)

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Island ist eine besondere Insel. Das habe ich bereits vor 21 Jahren bei einer Woche Aufenthalt in diesem Naturparadies erlebt. Damals habe ich die erste Pick-Up-Geländewagen mit Camperaufbau gesehen und mir selbst versprochen, dass ich mit so einem Fahrzeug irgendwann einmal über die Insel reisen werden, Nun war es endlich soweit. In 12 Tagen um die Insel. Ein Reisetagebuch.

Tag 1: Hilux, Reykjanes und ein Riss in der Scheibe

Wird es tatsächlich der Urlaub, den wir uns wünschen? Tolle Erlebnisse, viel Natur, Abwechslung und wenige Gedanken an den Alltag? Karins Skepsis ist spürbar. Vielleicht wäre sie doch lieber an einem Ort, wo die Sonne nicht nur scheint, sondern auch so sehr wärmt, dass der strenge Wind, der übers Meer kommt, seinen eisigen Atem verliert.

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Schon bevor der Wecker um 6 Uhr die ersten Nachrichten meldet, bin ich  wach. Ab unter die Dusche, Chauffeur Jan wecken, Frühstück machen und die Anspannung bekämpfen. Auch Leo quält sich um kurz nach 7 Uhr noch aus dem Bett, um uns zu verabschieden. „Wie viel Geld bekomme ich für die Klassenfahrt nach Frankfurt?“ So explizit spricht er seine Hoffnung zwar nicht aus. Aber … na ja.


Dann geht es los, nicht ganz pünktlich um 7:30 Uhr, aber bis  zum „last call“ für das Boarding unserer lila Wow-Air-Maschine ist noch viel Zeit. Da macht auch ein kleiner Verfahrer am Airport nichts. Unglaublich mächtig, dieser Flughafen!

Alles klappt gut, der Latte Macchiato in der zollfreien Zone schmeckt. Und dann heben wir ab. Hinauf über die Haufenwolken. Und dann noch höher über die hohe Wolkendecke, die Karin den Blick in die Tiefe verwehrt und damit auch den wirklichen Spaß am Fensterplatz. Aber nach 3:15 Stunden und etlichen vergeblichen Verkaufsversuchen der Stewardessen, die allesamt auf hässliches Entlein getrimmt sind, durchbrechen wir wieder die scheinbar noch dickeren Wolken, erhaschen dabei den einen oder anderen Blick auf Gletscher, Lavaebenen und Küstenlinien, bevor wir im Reich der Elfen und Trolle landen.

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Als nach einiger Wartezeit das – mit Ausnahme eine explodierten Zuckerdose – unbeschadete Gepäck wieder in unserem Besitz ist, um fünf zollfreie Weinflaschen und sechs Bierdosen reicher, geht es zum  Autoschalter, nach unserem Hilux 4×4 fragen, unserem Abenteuergefährt für die kommenden knapp zwei Wochen. Alles prima. Nach dem Transfer durch eine langbeinig-blonde Island-Schönheit halte ich den Schlüssel, es ist mit all den kleinen Öffnungswerkzeugen für diverse Nebentüren ein wirklicher dicker Bund, für das fast geländegängige Vehikel in der Hand. Einweisung, Gepäck verstaut und dann … ein heftiger Riss in der Frontscheibe!  Entdeckt, noch bevor wir den Zündschlüssel zum ersten Mal gedreht haben.


Also reklamieren, beruhigen lassen, den Schaden fotografieren, ebenso den den Schaden fotografierenden Europcar-Mitarbeiter. Dann geht es los … zur ersten Irrfahrt, bis der Einkaufsmarkt gefunden ist, der ja „nur eine Minute“ vom Startplatz entfernt liegt. Schnell also die ersten 10 000 Kronen – das sind etwa 90 Euro – in die touristische Infrastruktur investiert und damit das Überleben in den ersten drei Tagen nahrungstechnisch gesichert.

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Wir fahren heute nicht weit. Es geht erst einmal an den äußersten Zipfel der Insel, zu den zwei Leuchttürmen von Gardur, die auch an diesem Tag dem eisigen Wind standhalten. Dafür ist die Weitsicht über die Lavafelder gigantisch und das Licht für Fotografen ein Gedicht. Die ins Auge gefasst Strandwanderung mit Blick auf Möwen und Robbenschau ersparen wir uns allerdings angesichts des gefühlten Blizzards und rollen lieber langsam in Richung Gridavik.


Die unendliche Weite stürzt den Betrachter wechselweise in Verzücken oder Schaudern. Erstarrte Lava ohne Ende, dazwischen ein paar Islandponnys, tief fliegende Vögel und verrückte Motorradfahrer auf der Suche nach dem Weg ins Nirvana.

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Und dann gelingt doch tatsächlich der Wandel zwischen den Welten. Genau dort, wo die Eurasische und die amerikanische Kontinentalplatten auseinanderdriften, tut sich ein Spalt auf, der sich auf grauem Sand gut durchwandern lässt.

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Die „Brücke über die Kontinente“ macht auch einen touristisch angemesseneren Wechsel der Kontinentalklippen möglich.


Gekocht wird heute nicht, dafür das erste Dosenbier mit zwei Tassen Schlaf-gut-Tee hinuntergespült. Ich packe nun auch meine Schlafmaske aus – eine gute Investition -, verdichte die Ohrenstöpsel und versuche, trotz Sonne kurz vor Mitternacht, einige Stunden zu schlafen.

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Auch wenn das Wetter morgen nicht sonnig ist, geht es  an Tag 2 auf eine Wanderung mit Badegarantie.

16 Gedanken zu “Island – Ein Reisetagebuch (Teil 1)

  1. Willkommen zurück in old Germany, wenn einer eine Reise tut, dann………..so wie du. Island – immer eine Reise wert, auch ich durfte schon dort meine Spuren hinterlassen. Was für ein schönes, weites Land !

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    • Liebe Margitta,

      vermutlich wird es mir nicht gelingen, an irgendeinen Ort zu reisen, an dem Du noch nicht warst 😉

      Aber so kannst Du meine Begeisterung für Island verstehen. Ein schönes, weites, wildes und farbenstarkes Land! 🙂

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,

    schon sehnlich habe ich auf diesen Beitrag gewartet und freue mich schon auf die noch folgenden 🙂
    Der Flughafen Keflavik ist die Hölle, oder? Schön, dass ihr schnell ans Gefährt gekommen seid…die Landschaft lässt mich gleich wieder vom vergangenen Jahr träumen 😉

    Ich hoffe der nächste Beitrag folgt bald..

    Salut

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    • Lieber Christian,

      Du hast gewartet? Keine Sorge, die weiteren Teile des Reisetagesbuchs werden nicht zu lange auf sich warten lassen. 🙂

      Wir empfanden den Flughafen in Keflavik nicht als so schlimm. Da ist Frankfurt in seiner Mächtigkeit doch viel schlimmer … Wir hatten jedenfalls weder nach der Landung noch vor dem Start irgendein Problem in Keflavik-Airport.

      Ja, die Landschaft …. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du auch bei den kommenden Tagebucheinträgen in schönen Erinnerungen schwelgen wirst. 😀

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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    • Lieber Meddi,

      schön, dass Du Dich hier in meinem Blog meldest. 😀

      Vermutlich wärst Du der einzige Käufer 😉 Aber keine Sorge, das Gesamtwerk gibt es hier als Fortsetzungsgeschichte.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer,

    ich werde Deine Blog wohl nun in den nächsten Wochen meiden müssen, weil ich ja auch noch mal nach Island möchte und ich will Island doch selber entdecken. Aber ich glaube diese Disziplin bringe ich wohl doch nicht auf. So werde ich schauen, stauen und mich freuen.

    Willkommen zurück!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      keine Sorge, all diese Bilder sind tatsächlich nur ein Ahnung von der Wirklichkeit. Zudem gibt es da so viele interessanten Dinge, dass es hier zur Geschmacksanregung dient. 😉

      Danke Dir!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Ja, lieber Rainer, Island ist eine besondere Insel mit vielen Reizen und viel unberührter Natur. Mich würde zwar Irland nochmal reizen, aber vielleicht muss ich auch nochmal nach Island, um die beiden besser vergleichen zu können. Forsten sie wieder auf? Der Baumbestand war ja fast gegen Null gegangen!
    Vielen Dank dafür, dass du uns so ausführlich teilhaben lässt! 🙂
    Mal sehen, wie es weiter geht?
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred,

      in der Tat sind die Bemühungen groß, auch wieder so etwas wie Wälder wachsen zu lassen. Vor allem im Osten am Langvatn glaubt man sich eher in den Alpen als auf eine Vulkaninsel. 🙂

      Im Juni wirst Du aber vor allem Millionen von blühenden Lupinen sehen. Die wachsen da wirklich überall und sollen die Erosion verhindern.

      Es geht weiter, auch mit Fotos davon.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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    • Hallo Monika,

      herzlich willkommen in meinem Blog. Danke für Deinen Kommentar. Acht Jahre auf einer Insel. Das war sicher ein sehr interessanter Lebensabschnitt.

      Island ist wirklich schön. Leider allerdings sehr teuer.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    schön, dass ihr wieder da seid! Noch schöner, dass du viele wunderbare Bilder mitgebracht hast und so die Erinnerung an meine Islandreise vor (hüstel) 29 Jahren auffrischst! 😀
    Ich freu mich auf die Fortsetzungen!!

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