Im Dampfkessel

Da die Jungs vom Samstagslauftreff in der WhatsApp-Gruppe schon am Freitag diskutiert haben, ob sie die Felsenpfadrunde oder zur Mariensäule laufen, ist für mich klar, dass ich heute früh nicht mit ihnen unterwegs sein werde. Solche Distanzen von 25 Kilometern und mehr traue ich meinem Rekonvaleszenten Astralkörper noch nicht zu.

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So habe ich mich kurzerhand mit Anne zu einer morgendlichen Runde verabredet. Doch mein Vorschlag, gegen 9 Uhr zu starten, war angesichts des extrem schwülen Wetter doch keine so gute Idee.

Die paar Regentropfen am frühen Morgen haben genügt, um das Trierer Land in einen Dampfkessel zu verwandeln. Und dazu sticht dann auch noch die Sonne vom Himmel, als wollte sie vor den angekündigten Gewittern noch möglichst viele Kreislaufzusammenbrüche provozieren.

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Ich schwitze jedenfalls schon aus jeder Pore, als ich Anne nach 2,5 Kilometer Anlauf abhole. Wir haben uns knapp 15 Kilometer vorgenommen. Dass es schwer wird, ist Aber spätestens zu spüren, als wir vom Tiergarten hoch nach Mariahof laufen. Das raubt auch in mäßigem Tempo den Atem und Anne signalisiert, dass ihr Kreislauf nicht so ans Laufen kommt, wie es sein sollte.

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So genießen wir zwar so gut wie es geht die schöne Natur. Vor dem Brubacher Hof biegen wir allerdings früher als geplant wieder ab in Richtung Tiergarten. Auch das ist ein wunderbarer Weg. Am Ende ziemlich steil bergab, aber mit einiger Vorsicht kann ich das inzwischen auch ohne Komplikationen bewältigen.

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Beim Weingut von Nell spähen wir dann nach dem Nachwuchs, der dort gestern verkündet wurde. Und tatsächlich liege das Hochlandkalb gut beschützt von Mutterkuh und Tante im Schatten. Zwei schwitzende Läufer bringen die drei nicht aus der Ruhe. Aber zu einem mehr schlecht als rechtem Schnappschuss reicht es trotzdem.

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Von Anne nach Hause laufe ich nun durchs Tal, in dem große Veränderungen beginnen. Die Weinberge werden terrassiert. Aber so recht geht das Projekt nicht voran, weil der Boden einfach zu trocken ist. So trocken wie meine Kehle nach knapp 13 schweißtreibenden aber sonst beschwerdefreien Kilometern. Das  genügt heute allemal.

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Alle Gästen meines Blogs wünsche ich ein schönes Pfingstfest!

13 Gedanken zu “Im Dampfkessel

  1. Lieber Rainer,
    wahrlich anstrengend sind Läufe bei diesen Bedingungen, aber der Stolz ist umso größer nach dem Lauf. Ich bewundere auch Deine Vernunft auf einen 25 km Lauf zu verzichten, alle Achtung. Aber ein Lauf mit Anne durch die Landschaft entschädigt doppelt.

    Salut

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    • Lieber Christian,
      das mit dem Verzicht auf die 25 Kilometer ist kein großes Problem. So eine Distanz würde mich einfach wieder abschießen. Nach den 28 Kilometern am 1. April habe ich bis heute gebraucht, um wieder 15 Kilometer beschwerdefrei zu überstehen. Ich gehe da kein Risiko ein und werde ganz langsam steigern, so, wie Du das vorhast. 🙂

      Es freut mich sehr, dass Du bald wieder unterwegs sein darfst.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    mit Vernunft und Geduld kommst du bestimmt weiter. Gute Entscheidung! 😉
    Schweißtreibend war euer Lauf trotzdem zur Genüge und so ist weniger oft mehr! 😆
    … wir können aber nachtanken, die Natur leidet. Bei uns gab es am Nachmittag auch wieder nur eine Husche! 😥
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred,
      eine Husche? Vermutlich ist Dusche gemeint. 😉 Bei uns hat es heute Nacht etwas ausgiebiger geregnet. Aber die Natur kann durchaus noch mehr Regen vertragen.

      Ich werde vorsichtig sein, definitiv. Irgendwann muss ich ja aus Schaden klug werden 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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      • Lieber Rainer,
        unter einer Husche versteht der Berliner einen kurzen Regenschauer, der quasi nur so verbeihuscht. 😆
        Aus Schaden klug werden … ich wünsche es dir, ist aber nicht so einfach! 😉
        LG Manfred

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  3. Hallo Rainer,
    schön, dass du so vernünftig bist! Ja, das Wetter hat heute den Kreislauf seht belastet. Auch bei uns im Meulenwald war es sehr schwül und wir waren froh und auf einer ähnlich langen Strecke am Schweicher Heilbrunnen erfrischen zu können.
    Ich wünsche dir auch geruhsame Feiertage.
    LG Harald

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    • Hallo Harald,

      Gestern war es sogar im Wald heftig. Der Heilbrunnen bietet da eine willkommene Erfrischung. So etwas fehlt leider im Olewiger Laufrevier.

      Dir auch ein schönes Pfingstfest.

      Lieber Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,

    das Klima taugte eh nicht für 25 km. Ich bin heute 15 km durch die Schwüle gelaufen, dass war mehr als ausreichend.

    Um Eure gemeinsamen Läufe beneide ich Dich etwas. Deshalb darfst Du mal wieder grüßen!

    Frohe Pfingsten!
    Volker

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    • Lieber Volker,

      Deinen Neid kann ich verstehen. Aber Du hast inzwischen ja auch einige Lauffreunde in Oldenburg.

      Leider können wir nicht immer mit den Menschen zusammensein, die wir uns wünschen. Aber dafür sind die seltenen gemeinsamen Läufe umso schöner. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    klingt wie ein Lauf in einem Dampfbad… 😀
    Es soll ja Läufer geben, die in der Sauna ein Laufband stehen haben, um sich auf Wüstenläufe oä. vorzubereiten… Aber das was ihr da macht, ist natürlich viel besser. Ihr habt zusätzlich noch die Höhenmeter, die tolle Umgebung und nette Gesellschaft! Herrlich!! 🙂

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    • Liebe Doris,

      gefühlt war es das, auch wenn wir noch ausreichend Fernsicht hatten. Da gab es für die Höhenmeter zumindest eine Belohnung. 😉

      In der Sauna laufen? Das würde mir nie in den Sinn kommen. Aber ich muss ja auch nicht durch die Wüste …

      Wie schön und schön grün es bei uns ist, weißt Du ja. Und nette Gesellschaft ist eh immer eine schöne Sache. 🙂

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Lieber Rainer, diese Dampfbäder kommen mir sehr bekannt vor, hatte ich früher davon im Sommer fast jeden Tag, das braucht kein Mensch.

    Vernunft siegt, bleib weiter dabei, dann wirst du auch dick belohnt werden und wieder auf gewohnten Pfaden laufen können, ohne darüber nachdenken zu müssen, dass es schlecht für deinen Astralkörper sein könnte.

    Hier erfrischender Regen, komme gerade zurück vom Laufen – einfach nur herrlich – für die Urlauber leider nicht ! 😦

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    • Liebe Margitta,

      Du hast an dem Regen sicher viel mehr Gefallen gefunden als die Urlauber. Das ist eben der Vorteil der Residenz an Orten, wo andere Urlaub machen. 🙂

      Ich werde geduldig bleiben und hoffentlich die Belohnung dafür im Herbst bekommen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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