Bendersbachtallauf – Schön trotz trüber Vorzeichen

Es gab durchaus Läufe, die unter besseren Vorzeichen standen. Das lag nicht an den Organisatoren oder der Strecke des Bendersbachtallaufs 2017.

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Ganz im Gegenteil. Die Meulenwaldläufer aus Föhren hatten wieder ihr ganzes Herzblut in den größten Freundschaftslauf der Region gesteckt.

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Aber nachdem mich das Zwicken in der Leiste nach dem zu langen Lauf am Samstag davor an meine Grenzen erinnert hatten, kam die Nachricht vom verlorenen Kampf eines lieben Lauffreunds noch hinzu, die nicht zur Hochstimmung beitrug.

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Da ich mir aber sicher war, dass Wolfram Braun vor dem Start einige Worte zu Armand sagen würde, stand ein Start nicht infrage. Auch wenn klar war, dass die 25 Kilometer der langen Runde für mich nicht möglich sein würden.

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Mit Anne hatte ich deshalb vereinbart, dass wir zusammen die 15er Runde laufen werden und danach auf die Jungs vom Lauftreff warten.

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Prachtwetter, viele gut gelaunten und aufgeregten Läufer an der alten Kelter in Föhren. Es ist  wie fast in jedem Jahr, bis Wolfram um eine Schweigeminute  für unseren Lauffreund aus Langsur bittet. Dann ist es tatsächlich mucksmäuschenstill – ein emotionaler Moment …

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Nach dem Applaus für Armand geht es gemeinsam auf die drei unterschiedlich langen Strecken. 25, 15 oder 10 Kilometer. Seit dem vergangenen Jahr führt der Weg zunächst durch das Wohngebiet und danach steil und lang hinauf in den und im Wald

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Dominik, Thomas, Jürgen, Marc und Bernd von meinem Lauftreff verliere ich sofort aus den Augen. Ist auch nicht schlimm, weil ich Anne versprochen habe, es ruhig anzugehen.

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Wir sortieren uns deshalb hinten ein und gehen angesichts der engen Strecke Anfangs mehr als wir laufen. Lustig ist das nur für eine kurze Zeit. Aber zumindest lassen sich dabei problemlos mit vielen Bekannten Schwätzchen halten.

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Im Wald überholen wir dann doch eine ganze Menge von Leuten, die uns einfach zu gemächlich den Berg hinauf dieseln. Anne atmet bald ziemlich schwer, wie mir scheint. Sie habe keinen guten Tag erwischt, erzählt sie einige Zeit später. Schwere Beine. Aber für mich ist es kein Problem, langsam zu machen und später an steilen Rampen auch mal einige Schritte zu gehen.

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Die Natur ist eine Wonne, vor allem als wir auf der Höhe aus dem Wald herauskommen und an duftenden Hecken und blühenden Bäumen vorbeilaufen bis zu ersten Verpflegungsstation, die angesichts der wirklich warmen Temperaturen willkommen ist.

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Schafe schauen dieser sonderbar bunten Meute zu, wie sie schwitzend und lachend über die Wege ächzen. Zum Glück blicken sie nicht bis zum nächsten Waldstück, in dem der Weg wieder  kilometerlang bergauf führt.

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Fast 400 Höhenmeter auf 15 Kilometer sind schon eine ordentliche Menge, sofern man es nicht gewohnt ist, im Gebirge unterwegs zu sein. Aber zum Glück hat jeder Anstieg ein Ende und es folgt ein mehr oder weniger steiles Stück bergab.

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Nachdem sich in Dierscheid noch einmal fast alle Starter der 15er Strecke treffen, weil ein Hinweis auf den weiteren Verlauf der Strecke fehlt, hilft ein Anruf bei Wolfram, um die letzten sechs Kilometer auf dem richtigen Weg in Angriff zu nehmen.

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Gut 4000 Meter davon führen bergab, was mir nicht besonders gut bekommt, während Anne sich wieder von ihren Kreislaufproblemen erholt, die sie an diesem Tag an den Anstiegen mehr plagen, als es ihr lieb sein kann.

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Den Stützgürtel, der meine Innereien bei Abwärtspassagen vor zu vielen Erschütterungen stabilisiert, habe ich im Auto vergessen. Dafür büße ich nun. Ein wenig fühlt es sich zeitweise wie ein Eiertanz an, wenn es darum geht, Erschütterungen möglichst auch auf steilen Bergabpassagen zu vermeiden.

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Aber es ist nicht mehr weit. Und Gesellschaft hilft, um auch die letzen paar Kilometer zu bewältigen. DSC03711

Auf dem Zielfoto ist schon wieder alles in Ordnung. Und nach einer ungewollt intensiven Wechseldusche wartet dann das gut gekühlte alkoholfrei Weißbier auf uns. Vor dem Sportheim, auf einem großen Stein sitzend, lässt es sich aushalten und prima mit Freunden und Bekannten einige Worte wechseln, bis die Jungs vom Lauftreff Olewig eintreffen.

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Auch Birthe und Frank sind da. Trailfrosch Birthe schießt an diesem Tag natürlich wieder den Vogel ab: Sie ist die 25 Kilometer einfach zweimal gelaufen und sieht danach frisch aus, als könnte sie eine weitere Runde anhängen. Vielleicht mache ich das auch mal, in meinem nächsten Leben …

 

Danke an Wolfram und alle Helferinnen und Helfer für dieses trotz aller Vorzeichen schöne Lauferlebnis!

 

10 Gedanken zu “Bendersbachtallauf – Schön trotz trüber Vorzeichen

  1. Lieber Rainer,
    schöner Bericht von einem (doch sicherlich) schönen Erlebnis, trotz der Unsicherheit an manchen Stellen unterwegs! … und das Ganze bei tollem Wetter! 😆
    Jetzt wünsche ich dir gute Erholung, dass die Leiste vollständig gesundet! ❗
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred,

      es war wirklich trotz allem ein sehr schönes Erlebnis. 🙂

      Das mit der Leiste ist endeutig ein Überlastungsproblem. Das wird schon wieder, wenn ich mich diszipliniere.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    die Stimmung und das Geschehen hast du in deinen Bildern und Worten perfekt eingefangen. Ein sehr emotionaler Moment vor dem Start, drangvolle Enge zu Beginn, die Weite der Felder und Wiesen, und – aus unterschiedlichen Gründen – ein wenig Quälerei unterwegs, aber letztlich doch sehr viel Laufspaß, den man uns auf deinem Zielfoto durchaus ansieht! 🙂 Meine Beine wollten wirklich nicht am Samstag und der Puls war dann (verglichen mit dem Schweicher Wettkampf) einfach nicht hochzukriegen. Da war ich sehr froh über deine geduldige Begleitung – dankeschön! 🙂

    Liebe Grüße und gute Erholung,
    Anne

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    • Liebe Anne,

      es gibt solche Tage, an denen Bein und Kreislauf nicht so wollen, wie es sein sollte. Mir hat die Begleitung Spaß gemacht. Es war wirklich kein Problem, auch mal Tempo raus zu nehmen.

      Das Zielfoto sieht tatsächlich aus, als wäre es ein ungetrübter Spaß gewesen. Laufen macht offenbar glücklich. Zumindest glückliche Gesicher 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer, tolle Strecke, tolles Wetter, macht Spaß, bei euch den Frühling zu sehen, auch du hast alles gut überstanden, wenngleich du leider auch wieder daran erinnert wurdest, dass doch noch nicht alles im Lot ist. Gute Besserung weiterhin ! 😎

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    • Liebe Margitta,

      Strecke und Wetter haben wirklich gepasst. Der Frühling ist einfach traumhaft. 🙂

      Ich muss mich wieder ein wenig mehr zurückhalten. Ist aber nicht wirklich schlimm, sofern ich meine Morgenrunden einigermaßen problemlos drehen kann.

      Danke udn liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,

    wie singt Herbert Grönemeyer in „Der Weg“: Das Leben ist nicht fair. Leider bewahrheitet sich sich immer wieder. Auch mir steht in naher Zukunft wieder so ein unfairer Abschied bevor 😦

    Aber der Lauftag bot ja auch besonders viel Schönes, dass wiegt wieder auf. Bedenke alleine, dass die „nur“ 15 km vor einigen Wochen für Dich noch eine sehr weite Strecke waren.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      die Einschläge im Freundeskreis mehren sich. Leider ist auch das ein Zeichen des fortschreitenden Alters. 😦

      Den Frust wegen des Rückschlags bei der Heilung habe ich inzwischen einigermaßen überwunden. Heute früh 7,5 gemütliche und beschwerdefreie Kilometer durch das Tiergartental. Auch das bietet Genuss.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    besonders solche Erfahrungen wie der viel zu frühe Abschied von Armand erinnern mich immer wieder daran, die schönen Dinge, die das Leben bereichern, besonders zu genießen. Ein Frühlingslauf in der teils erwachenden, teils schon kraftstrotzenden Natur gehört in jedem Fall dazu.
    Dass ich die Runde dann gleich doppelt (einmal locker in herrlicher Ruhe, einmal deutlich weniger locker in hilfreicher Begleitung) unter die Laufschuhe nehme, hat allerdings dann doch eher trainigstechnische Gründe. („Frisch“ ist aber anders als mein Zustand nachher.)
    Deine 15km sind zwar nicht das, was du gerne gelaufen wärst, aber Geduld zahlt sich aus. Auch wenn es länger dauert, als erhofft, ich bin zuversichtlich, dass du in absehbarer Zeit die Strecken wieder verlängerst.
    Liebe Grüße
    Birthe

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  6. Liebe Birthe,

    die Nachricht von Armand gibt natürlich Grund zum Nachdenken. ich komme dabei zu einem ähnlichen Ergebnis wie Du.

    Ich werde meinen persönlichen kleine Rückschlag sicher überwinden. Druck habe ich ja keinen. Und bis zum 1. Oktober ist wirklich noch ausreichend Zeit, um in Ruhe zu steigern.

    Du hast wirklich sehr frisch gewirkt, als wir uns gesprochen haben. Ein gutes zeichen für Deine Fitness.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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