Die Kunst der Entschleunigung

Nun bremst mich also schon wieder eine Erkältung aus. Zumindest läuft die Nase … So bekommt meine Laufkolumne von dieser Woche eine zusätzliche Bedeutung.

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Die Kunst der Entschleunigung

Sieben Wochen ohne sofort! Unter dieses Motto hat die evangelische Kirche die Fastenzeit gestellt. Der Verzicht ist angesagt, nicht nur in dieser siebenwöchigen Periode vor Ostern. Aber es muss natürlich nicht immer um das Essen gehen. Als Läufer bin ich darüber froh.
Einer meiner Freunde aus dem Samstagstreff hat es sich zur Gewohnheit gemacht, vor der langen Kante, die da gewöhnlich ansteht, auf die Zufuhr von kalorienhaltiger Nahrung zu verzichten. Ich habe das auch einmal ausprobiert. Seit es mir dann nach ein paar Kilometern auf einem flachen Anstieg fast die Beine unter dem Körper weggezogen hat, erfährt mein Kumpel meine stille Hochachtung.
Ich behalte jedenfalls auch in der Fastenzeit meine Gewohnheit bei, mir zumindest eine Kleinigkeit einzuverleiben, bevor die Laufschuhe geschnürt werden. Das ist alleine deshalb notwendig, um dieses komische Geräusch und Gefühl zu vermeiden, wenn zwei Tassen Tee im leeren Magen auf Sturmflut machen.
Fastenzeit also: ohne sofort! Für aktive Menschen soll das sicher nicht bedeuten, den Impuls zu unterdrücken, sich bei passender Gelegenheit sofort in der frischen Luft auf den Weg zu machen. Aber wie wäre es denn, seinen Sport einmal ohne Smartphone-Aufzeichnung, Musik im Ohr oder Hightech-Chronometer am Handgelenk zu absolvieren. Vermutlich werden wir dann merken, wie wunderbar es ist, der Natur zu lauschen. Wie weit unsere Laufstrecke ist, wissen wir auch ohne Satellitenverbindung. Und Tempo ist eh eine relative Sache. So könnte sie gelingen, die Entschleunigung. Sogar uns Läufern.

4 Gedanken zu “Die Kunst der Entschleunigung

  1. Lieber Rainer,
    eine Zeit ohne technischen „Support“, oder vor allem ohne Handy, wurde für Schulen auch schon als >Handy-Fastenzeit< ausgerufen! So mancher Schüler hat es für sich angenommen und dem Ganzen durchaus Positives abgewonnen! 🙂
    Manche verzichten vor langen Kanten auf Kohlenhydrate, um die Fettverbrennung anzukurbeln, bzw. zu trainieren. ??? Wissenschaftlich belegt ist nicht, ob genau das was bringt! – Ganz auf Kalorien zu verzichten, ist für "Ungeübte" nicht "ungefährlich". Man weiß nicht, wie der Körper mit der Unterzuckerung umgeht. Wir haben genug Reserven! Wie schnell diese zur Verfügung stehen, muss erprobt werden! – Es ist sehr wohl beachtlich !!! was dein Kumpel da leistet! – Hat er das gleich auf solch langen Strecken ausprobiert, super! – Ich bekäme es z. B. nicht hin, zumal ich eh kaum was auf den Rippen habe und wahnsinnig schnell brutalen Hunger, bis hin zu schlimmeren Nebenwirkungen, bekomme!
    Aber Fasten "für den Kopf", also im wirklich positiven Sinne zu entschleunigen, finde ich gut und oft wichtig und angebracht! ❗
    Gute Besserung für deine Nase und dass es keine schlimmere Erkältung wird!
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred,

      meine Zwangsentschleunigung hält leider noch an. Das Einzige, was läuft, ist die Nase … Aber auch die wird irgendwann innehalten und mich wieder in den Zustand gesteigerter Aktivität versetzen 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    kein „sofort“ gefällt mir ganz gut. Ich bin ja grundsätzlich ein Fan von entschleunigtem Leben. 😉 Und wenn die Fastenzeit ein paar Menschen den Anlass bietet, über ihr Lebenstempo nachzudenken, hat sie schon alleine dadurch noch immer ihre Berechtigung.
    Ich hoffe deine „Zwangsentschleunigung“ nimmt bald ein Ende und wächst sich nicht aus! Gute Besserung! 🙂

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