Auf der Höhe

Schon wieder eine Zwangspause, aber nur eine kurze, da eine frische Wunde und drei Nähte meinen Rücken zieren. Wieder ein auffälliges Muttermal, das meine Hautärztin lieber ohne seinen Träger ins histologische Labor schicken wollte. So langsam muss ich meine Narben durchnummerieren. Zweistellig ist es schon.

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Dreistellig im hohen Bereich ist die Höhenangabe auf dem Erbeskopf. 816 Meter misst der höchste „Gipfel“ von Rheinland-Pfalz, an dem ein Tor zum neuen Naturpark Hunsrück-Hochwald liegt.

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Der Ausflug dort mit Kolleginnen und Kollegen vom regionalen Journalistenverband liegt zwar schon einige Tage zurück. Das hat allerdings den Vorteil, dass die Bilder bei prächtigem Spätsommerwetter entstanden sind.

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Angesichts der eher grauen Tristesse heute über dem Moseltal ist das dann doch ein schöner Kontrast. Auch das Bild von der Anfahrt, oberhalb von Piesport. Es ist immer wieder beeindruckend, von der Wittlicher Senke kommend, über den Buckel ins Moseltal zu kommen, dass sich dann urplötzlich traumhaft zum Panorama öffnet.

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Weniger nach Kulturlandschaft soll in einigen Jahren die Kernzone des Naturparks Hunsrück aussehen. Dann werden die Fichten den Buchen Platz gemacht haben. Denn das ist hier der schützenswerte und dominante Baum.

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Zunächst wird es dann wild aussehen.

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Ein paar Jahrzehnte später aber werden aufgeräumte Buchenwalddome entstehen. Denn spätestens seit dem Buch „Vom geheimen Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben weiß ich, dass die Buche als Raubtier unter den Bäumen gilt: Sie lässt auf Dauer anderen Artgenossen wegen ihres schnellen Wachstums und dichten Blätterdachs keine Chance.

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Zudem ist die Buche kommunikativ und tauscht sich vor allem über ihre Wurzeln mit anderen B-Bäumen aus. Gemeinsam stark …

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Wie gut, dass wir bei dieser Wanderung keine Wurzeln schlagen mussten, um uns zu verständigen. Das moderate Tempo, das immer wieder durch wissenswerte Erläuterungen von unserem Führer über die Natur bestimmt wurde, wäre dazu fast geeignet gewesen.

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Aber so weiß ich nun mehr, zum Beispiel über den Zunderpilz oder den Brachflächen, die von Wiebke und Kyrill geschlagen wurden. Ganz schön stürmische Frauen waren das.  Und es war auch ausreichend Zeit, um sich an den grandiosen Zwei-Tage-Lauf über den Saar-Hunsrück-Steig vor einem Jahr zu erinnern. Damals herrschte hier oben so viel Nebel, dass kaum etwas zu sehen war.

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Aber der Erbeskopf hat auch noch eine ganz andere Geschichte, von der ebenfalls ein pilzartiges Gebäude kündet, auch wenn der militärische Lauschposten als Sperrgebiet markiert ist.

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Nicht, dass da jemand in einen Wespennest tritt.

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Und dann sind da noch die Kunstwerke auf dem Berg.

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Allen voran die begehbare Aussichtsplattform, die einen weiten Blick auf die nicht zum Naturpark zählende Seite des Hügels ermöglicht. Hier tummeln sich in kälteren Wintern auch die weniger alpinen Skisportler.

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Zu Schattenspielen reicht es aber auch an einem sonnigen Spätsommertag.

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Vielen Dank an die Organisatoren Sabine und Alexander. Es war ein schöner Ausflug!

 

 

 

 

12 Gedanken zu “Auf der Höhe

  1. Guten Morgen lieber Rainer,

    was ist denn das für ein Timing? Hättest Du die Schnibbelle nicht in Deine lange Laufpause legen können? Egal, darauf soll es nicht ankommen. Du bist in dieser Hinsicht ja schon erfahren und Hauptsache das Ergebnis ist gut.

    Einen interessanten und sonnigen Ausflug hast Du da gemacht. Etwas stutzig wurde ich bei der Anmerkung, dass Kyrill eine Dame ist. Ich hatte den Namen immer irgendwie männlich verortet und siehe da, Wikipedia gibt mir recht:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrill

    Sorry, fürs Klugscheißen 😉

    Gute Heilung und liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      Kyrill ist männlich, na gut. Ich dachte, so viel Wind können nur Frauen machen … autsch, dafür bekomme ich bestimmt Haue 😉

      Den Hautarzttermin hatte ich schon einmal verlegt. So hat es (auch dienstlich) am besten gepasst.

      Danke Dir!

      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,

    Hautarzt ist immer Mist, aber vielleicht in diesem Fall doch gut terminiert, weil dir Zeit zum Auskurieren des Wiedereinstiegs-Muskelkaters bleibt. Am Wochenende kannst du mit frischem Schwung wieder starten. 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

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  3. Lieber Rainer,

    ich habe ja schon im Fb von Deiner erneute Zwangspause gelesen – auf der eine Seite gut, denn die Folgen von etwas bösartigem was nicht rechtzeitig entfernt wird möchten wir uns gar nicht vorstellen… trotzdem schon ein wenig lästig… Ich wünsche Dir schnelle Heilung damit Du die Laufschuhe bald wieder schnüren kannst!!

    Die Buche als Raubtier unter den Bäumen, das habe ich nicht gewusst 😯 dabei gefallen mir Buchenwälder so sehr…

    Ein schöner Ausflug bei bestem Wetter – besser kann es ja nicht werden!

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      das mit den mutierenden Muttermalen ist bei mir leider inzwischen schon so etwas wie Routine. Aber ich gehe kein Risiko ein. Und so eine kleine Wunde ist zwar ein wenig lästig, aber ansonsten nicht wirklich schlimm.

      Die Buchenwälder mag ich auch. Aber ist Dir schon mal aufgefallen, dass es in alten Buchenwäldern extrem aufgeräumt aussieht? Die lassen wegen ihres dichten Blätterdachs und ihres Sozialverbandes einfach keine anderen Bäume zu …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,
    ich hoffe, die Wunde ist schon wieder verheilt und behindert dich am Wochenende nicht weiter! Sehr nett finde ich es von deiner Ärztin, dass sie dich vom Muttermal getrennt hat, bevor es (vielleicht sogar in Formalin) in ein Probengefäß gepackt und verschickt wurde! 😉
    Einen schönen Ausflug habt ihr da gemacht! Nur das geringe Tempo scheint dir etwas Mühe gemacht zu haben – oder irre ich mich? 🙂

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    • Liebe Doris,

      histologisch untersucht werden die Teile immer. Aber ich denke, es war rechtzeitig.

      Das Tempo bei der Wanderung war wirklich extrem verbummelt. Aber das war letztlich nicht schlimm. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Morgen lieber Rainer,

    wunderbare Bilder hast Du da von der Wanderung mitgebracht. Eine traumhaft schöne Gegend, die Du wunderbar in Szene setzt. Einen Guide in der Natur zu haben, ist sehr schön – man lernt so viel.

    Gute Besserung und auf dass alles harmlos ist.

    Anja

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