Wie man Läufern Beine macht

Verdammt, tut mir heute das Handgelenk weh. Es war vielleicht doch etwas zu viel Getrommle gestern beim Trier Stadtlauf. Aktiv teilnehmen konnte ich nicht. Dann eben Motivation spenden und den Leuten Beine machen.

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Knapp 60 Leute waren im Zeichen meines Laufportals und des Tierischen Volksfreunds unterwegs. Es war die erste TV-bewegt-Aktion, an der ich wirklich nur passiv teilhaben konnte. Kein einziges Training … Aber das soll heute nicht das Hauptthema sein.

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Nach einem extensiven Abend auf dem Altstadtfest ist es nicht ganz einfach, sich um kurz nach 6 Uhr aus dem Bett zu quälen, um ab 7:30 Uhr gemeinsam mit Nicole im neuen Pressecenter alles für unsere Läuferinnen und Läufer bereitzuhalten.

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Es ist wie in jedem Jahr: Mit jedem Teilnehmer, der eintrudelt, steigt die adrenalingetriebene Spannung im Raum. Sie ist um 8:30 Uhr mit den Händen zu greifen, als die 10er-Gruppe zum obligatorischen Gruppenfoto Aufstellung nimmt.

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Mit ein wenig Anleitung machen sie das ganz gut, auch ohne ihren Coach Kowa, der heute nicht da sein kann. Dann geht es in Richtung Porta Nigra, wo bei prächtigstem Laufwetter um 9 Uhr der Startschuss fällt.

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20 Minuten später sind die Halbmarathonis dran. Das wäre meine Startgruppe gewesen … Im nächsten Jahr wieder, so hoffe ich doch. Coach Jens hat eine mächtige Konga dabei. Da kommen mir meine Bongos ziemlich popelig vor.

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Aber dafür stelle ich mich an eine strategisch günstiger Stelle, zumindest für die Teilnehmer. Denn am Ende der Unterführung am alten Polizeipräsidium ist für die Läufer Motivation wichtig. Es ist doch eine ordentliche Rampe, die in flottem Tempo ganz schön an die Kraft geht.

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Bevor es aber soweit ist, bewundere ich die schnellen Spitzenläufer, denen die leichte Steigung der Ostallee keine Probleme macht. Jonas Kinde aus Diekirch/Luxemburg wird in 30.57 bei den Männer gewinnen. Die schnellste Frau, Aude Alois aus Frankreich wird in 36.02 nur fünf Minuten langsamer sein.

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Bis der erste TV-Bewegte kommt, vergeht ein wenig Zeit, aber das ist nicht schlimm. Die Freude der Läufer ist wirklich grandios, auch wenn manchen die Anstrengung die Gesichtszüge entgleisen lässt.

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Als ein Großteil der 10er durch ist, wechsle ich Zur Kreuzung Saarstraße, dem zweiten neuralgische Punkt der Rundstrecke. Von der Mosel kommend, ist der Anstieg der Südallee nicht ohne. Die Unterschiede in Laufstil und Mimik sind jetzt noch größer.

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Entspannt lassen es Christoph und Schwiegersohn Michael angehen. Die schwarzen Trikots meines Vereins gehören nach wie vor zu den schönsten im Feld. Wobei die weißblauen TV-Shirts auch nicht hässlich sind.

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Beim zweiten Trommeleinsatz an der Rampe ist auch Anne da. Auf der zweiten Runde des Halbmarathon brauchen die Läufer hier bei Kilometer 16 wirklich Unterstützung, zumal die Sonne inzwischen ziemlich erbarmungslos vom Himmel sticht.

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Das Gruppenbild unserer Einsteiger und Wiedereinsteiger verpasse ich leider. Die gehen um 11.30 Uhr auf die Strecke und sind schon auf dem Weg dorthin. als wir zum Pressecenter kommen.

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Je weiter wir in Richtung City gehen, desto mehr Zuschauer sind am Rand der Strecke. Am Hauptmarkt und in der Simeonstraße stehen immer die Meisten. Hier tut es schon ein wenig weh, zu wissen, wie es sich anfühlt, die letzten 400 Meter bis zum Ziel an der Porta Nigra zu laufen. Vor allem Anne nimmt das mehr mit, wie sie eine Stunde später zugeben wird. Manchmal ist das leben ungerecht …

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Als das letzte Viertel der Halbmarathonis im mehr oder weniger geglückten Tribünenschritt die letzten Meter auf dem Pflaster der Sim bewältige, bricht plötzlich die Hölle los. Mehr als 400 Kinder und Jugendliche sind beim TV-Nachwuchslauf losgelassen worden und überspringen nun locker alle Erwachsenen.

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Ich bin gespannt und freue mich auf die Ankunft unserer 5,4-Kilometer-Läuferinnen. Auch sie schaffen es ins Ziel. Zehn Wochen Training haben sich gelohnt. Und ich werde beim nächsten Mal einen Klöppel mitnehmen, um den aktiven Läufern Beine zu machen. Dann bleiben mir Nachwehen am Handgelenk erspart.

16 Gedanken zu “Wie man Läufern Beine macht

  1. Lieber Rainer,

    mach keinen Scheiß, jetzt nicht auch noch Handgelenk 😉

    Das ganze Training des bewegten TV ist schon vorbei und wir haben hier nichts davon mibekommen, dass machst Du aber nicht nochmal mit uns!

    Anne und Du, stellt Euch mal nebeneinander, damit ich Euch beide gleichzeitig in den Arm nehmen kann!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      das mit dem Handgelenk wird schon wieder. Der Rest wird sich noch zeigen …

      Meine Lust auf Laufbloggerei ist angesichts meiner Laufabstinenz nach wie vor nicht hoch. Ich gönne es Dir und den Anderen natürlich dennoch. weiter zu schwärmen und von den Höhen und Tiefen unseres Lieblingssports zu berichten. Aber besonders die Höhen bekommen mir bei Überdosis derzeit nicht. Und die ist schnell erreicht. 😉

      Das mit dem in den Arm nehmen muss noch bis August warten. Dann aber!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Hallo Rainer,

    so sehr ich Dir wünsche, dass Du bald wieder selbst laufend unterwegs bist, so gut tut Dein Engagement neben der Strecke sicherlich der örtlichen Laufszene 🙂 Finde ich gut, dass Du auch neben der Strecke so aktiv dabei bist.

    Beste Grüße
    Sebastian

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    • Hallo Sebastian,

      es bleibt mir derzeit ja leider nichts anderes übrig. Das war aber auch eine Ausnahme wegen meines Teams. Das hat genug Ablenkung gebracht. Hätte ich nur meinen Lauftrefffreunden zusehe müssen, wäre ich wahrscheinlich in die Unterführung gesprungen …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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      • Also wirklich, Rainer! Hier wird nicht in irgendwelche Unterführungen gesprungen – höchstens stilvoll ins Wasser gegangen, und zwar ins Nordbad! Da muss ich wohl Karin nochmal „briefen“, damit sie dich wenigstens am Wochenende in den Pool schleppt! 😉

        Danke dir für die guten Wünsche – die zu erwartenden schönen Eindrücke werden hoffentlich manches überlagern. 😎

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  3. Schöne Impressionen, lieber Rainer! Und zeitweise hat’s ja auch Spaß gemacht zu zweit! 🙂 Nur das mit der unbekömmlichen Überdosis der Höhen anderer geht mir leider genauso – die war am Sonntag ziemlich plötzlich und ohne Vorwarnung erreicht, getriggert durch eine bestimmte Beobachtung. Die irrationalen mentalen Folgen hab ich immer noch nicht wieder ganz im Griff … . Fazit: Beim nächsten Mal kann sich jemand anders die Hände wundklatschen bzw. ein überbeanspruchtes Handgelenk herbeitrommeln – da laufen wir wieder mit! 😎

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Liebe Anne,

      ich glaube ich weiß, welche Beobachtung Du meinst. Aber jetzt erst einmal Mund abwischen und die kommenden Tage genießen. Alles Andere wäre schade.

      Ich wünsche Dir eine gute Zeit!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,
    auch an dieser Stelle noch mal ein großes Lob, dass du dich aktiv als „Beinemacher“ engagiert hast! 😀
    Ja, auch das anfeuern muss geübt werden, noch mehr, wenn du deiner Begeisterung musikalischen Ausdruck verleihst. Aber eine tolle Idee ist das, Bongos mitzunehmen. Erinnert mich ein klein wenig an die Sklavengaleeren, wo einer den zu rudernden Takt trommelte! 😆

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    • Liebe Doris,

      Musik habe ich nicht wirklich gemacht. Es war tatsächlich mehr die Abteilung Sklaventreiber. Aber viele haben sich bedankt, dass ich ihnen für die Rampe den Takt vorgegeben habe. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    immer noch Pause? Ich dachte Du bist schon lange wieder auf der Piste. Pass auf Deine Hände auf, sonst wirst Du noch zum Vollinvaliden 😉
    Schön ist es dennoch, wenn man sein „Baby“ mal von aussen beobachten kann, Du hast für dieses Projekt wirklich was bewegt.

    Salut

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    • Lieber Volker,

      ja, immer noch. Nichts Piste, nur Schwimmbahnen 😦

      Danke für das Kompliment. Es hat tatsächlich Spaß gemacht, den Leuten zuzusehen. Auch wenn mir der Zieljubel in diesem Jahr nicht möglich war.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Schön von dir zu lesen Rainer und die ersten „Laufkontakte“ sind sicher die Vorboten deiner baldigen Rückkehr auf die Straße / den Trail…mit Laufschuhen!

    Viele Grüße aus den Bergen

    Steve

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    • Hallo Steve,

      herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! Das mit der Rückkehr auf die Laufstrecke wird vermutlich noch ein wenig dauern. Aber irgendwann ist auch die tiefste Talsohle durchschritten.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Lieber Rainer,

    nicht, dass Du jetzt nicht nur nicht laufen sondern auch nicht mehr schreiben kannst. Das wäre ja fatal.

    Anne und Du seid richtige Helden, dass Ihr trotz Verletzung anfeuert. Ich drücke sowas von die Daumen, dass Ihr beim nächsten mal wieder dabei seid.

    Gruß
    Anja

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    • Liebe Anja,

      das mit der Hand ist schon wieder fast in Ordnung. Also keine Sorge 😉

      Danke für das Daumendrücken. Das können wir beide gebrauchen. Du weißt ja, was eine so lange Auszeit bedeutet. Ich freue mich für Dich, dass Du wieder unterwegs sein kannst.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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