Gletschergebiet Mattheiser Wald

DSC00199Wer hatte die Schnapsidee, heute früh im Wald zu laufen? Sorry Bernd, sorry Christoph, sorry Michael. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Vielleicht hätten wir die frühe Nachricht von Jürgen ernst nehmen sollen, dass er mit seinem Auto quer im Hang steht.DSC00200

Aber so ist das mal bei Männern. Wenn die sich etwas vorgenommen haben, dann ignorieren sie manchmal auch deutliche Hinweise, dass es vielleicht doch keine so gute Idee sein könnte. Aber zumindest das Tiergartental ersparen wir uns, nachdem schon der erste Anstieg auf dem alten Mühlenweg einige eisige Abschnitte hatte.

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Auf der Straße also hoch nach Kernscheid – keine Problem. Auch hinunter ins Goldkäulchen sieht es zunächst noch ganz gut aus, aber unten beginnt das Leid. Bernd ist der erste, der den Halt verliert und wie ein Käfer auf dem Rücken liegt. Er tut sich nicht weh. Aber es ist der Auftakt zu einer Sturzorgie, wie wir es noch nicht erlebt haben. Denn fortan sind die Wege mit einer dicken und manchmal auch kaum sichtbaren dünnen Eisschicht gepanzert. Nach dem zweiten Ausrutscher steht für mich fest, dass ich nur eine kleinere Runde laufen werde. Kein Widerspruch von den anderen.

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Die Laune ist dennoch gut. Bernd fängt plötzlich angesichts des Anstiegs vor uns an, das Watzmann-Lied von Wolfgang Ambros zu singen. Bei mir löst das auch einen Rezitation- und Singzwang aus. Denn das Hörspiel von Ambros, Tauchen, Prokopetz hat einige Jahre meiner Jung begleitet. Dass wir einige Stürze später auch den „Zentralfriedhof“ singen, birgt natürlich auch etwas Selbstironie.

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Als wir endlich das Gletschergebiet Mattheiser Wald weitgehend unverletzt überstanden haben, sind wir froh, auch wenn unser Geburtstagskind Christoph noch einmal den Abflug macht und mich somit in der heutigen Sturzwertung mit 4:3 besiegt. Einen blauen Fleck am Ellbogen wird er als Trophäe noch einige Tage behalten. Gut 16 Kilometer mit einer Durchschnittspack von 6:30 min/km fühlen sich an wie 30 bei normalen Bedingungen. Zumindest wird uns dieser Lauf lange in Erinnerung bleiben und sicher rückblickend auch etwas verklärt. So wie Männer das eben machen …

24 Gedanken zu “Gletschergebiet Mattheiser Wald

  1. 😀 😀 😀
    Technische Note: 4,9
    Haltungsnote – künstlerischer Ausdruck: 5,6

    So ähnlich lauten doch die Bewertungen beim Eiskunstlaufen (wenn ich mich noch recht erinnere!?) 😉

    Und eine glatte 6,0 für euren Optimismus überhaupt losgelaufen zu sein!

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  2. Lieber Rainer, ich bin bestimmt nicht schadenfroh, aber wer sich selber eine Grube gräbt……Mitleid habe ich mit euch nicht. Mit meinem Icebug wäre ich gerne dabei gewesen, alles andere finde ich leichtsinnig, aber zum Glück ist es glimpflich abgelaufen, hätte auch anders kommen können.

    MÄNNER GENAU MÄNNER !! 🙄

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    • Liebe Margitta,

      Spaten hatten wir keine dabei … 😉

      Icebug waren natürlich auch ein Thema. Die wären wirklich hilfreich gewesen. Aber für das eine Mal in drei Jahren, an denen ich sie tragen könnte, sind sie mir einfach zu teuer.

      Alles gut gegangen. Wieder eine Heldengeschichte geschrieben. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer.

    männliche Unvernunft der ich mich entzogen hätte. Daran hätte ich keinen Spaß gehabt, schon vor dem ersten und erstrecht nicht nach dem ersten Sturz.

    Aber Humor ist wenn man trotzdem lacht und 16 km unter diesen Bedingungen sind für mich unglaublich.

    Sei froh, dass es bei einem blauen Fleck geblieben ist.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      Gruppendynamik verleitet manchmal auch zu ein wenig Leichtsinn. Aber wir hatten trotzdem Spaß, auch wenn es eher ein wenig Galgenhumor war.

      16 Kilometer, davon waren aber sechs einigermaßen normal zu laufen. Dennoch hat es genügt. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Ja, die Männer… 😆

    …wobei ich gebe ja zu – so etwas könnte mir genauso passieren… denn auch ich tendiere dazu, solche Hinweise zu ignorieren… 🙄

    Zum Glück alles gut gegangen, und niemand hat sich schwer verletzt – und der Lauf werdet Ihr nicht so schnell vergessen 😉

    Liebe Grüße Anna

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  5. Hallo zusammen,

    Als quasi „Betroffener“ kann ich zu all dem ein paar wichtige, und vor allen Dingen, sinnvolle Bemerkungen machen:
    Erstens: Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft (Emil Zaopek).! Wer dabei etwas vom Wetter erkennt, (auch zwischen den Zeilen), muß sehr gute Augen haben. Die habe ich nicht (gesellige Hülsenfrüchte).
    Zweitens: Da wo ein Weg, ist auch ein Wille: Klar hätten wir umkehren können, aber darüber gab es zu keiner Zeit auch nur einen Hauch an Gedanken. Das waren mindestens 170 Jahre Lebenserfahrung und ca. 40. Jahre Lauferfahrung sie da iunerwegs waren. Also: warum einen einmal gefassten Plan einfach mal so änderen? Und ganz neben bei: Schuldzuweisungen auch untereinander hätten uns auch nicht geholfen!!
    Drittens: Wir wollten laufen. Kein Wort über den Weg (er war nicht schön) aber wir hatten Spaß (und das war wichtig). Ohne Frühstück, ohne weitere Einmischung unbeteiligter Dritter, einfach so. Es war schön.
    Viertens: Ich persönlich hätte mich geärgert, wenn ich heute morgen alleine am Sportplatz von Olewig gestanden hätte und keiner gekommen wären. Es macht sehr viel Spaß durch die Gegend zu rennen und dabei ein Gespräch mit Menschen zu führen, die ähnlich ticken wie man selbst. Was für eine Rolle spielen dabei die Bodenverhältisse?
    Zu guter Letzt: VIelleicht hätte Christoph heute morgen ein Glas Sekt zum Frühstück trinken sollen; er hätte es sich verdient. Und vielleicht hätten wir dann spontan entschieden, dass ein Lauf unter diesen Bedingungen nicht OK wäre. Aber: Christoph hat heute morgen gewonnen (die Sturzwetrtung, die Haltugsnoten beim hinfallen und einen schönen Waldausflug) . Wer ist der Meinung, das man ihm dies hätte vorenthalten wollen??
    Ich nicht. Und Schadenfreude ist nicht dabei! Denn wir hatten alle unseren Spaß.

    So bleibt mir nur ein „Hollereiduliö“ und Abschied

    Bernd

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  6. Lieber Rainer,
    die Wettervoraussage war ja bestens bekannt, so dass ja eigentlich….lassen wir das 😀
    Zum Glück ist nicht mehr passiert und wenn es dann noch Spass gemacht hat, ist auch mal das Laufen als Risikosportart einzuordnen 😉

    Salut

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    • Lieber Christian,

      der Wunsch als Vater des Gedankens, dass es im Wald doch nicht so schlimm sein kann …

      Unterm Strich bleibt auch die Erkenntnis, dass 50-jährige Läufer so fit sind, dass es ihnen nicht viel ausmacht, wenn sie mal auf Eis hinfallen. Das ist doch auch etwas 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Wenn Männer heute schon keine Drachen mehr töten oder sonstige Schlachten schlagen dürfen, legen sie sich eben mit vereisten Wegen an – ein etwas müder Abklatsch von Heldentum, aber zumindest ein Lauf, der allen Beteiligten in (mehr oder minder schmerzhafter) Erinnerung bleibt. Daher hält sich wohl auch das Bereuen in engen Grenzen. 😉

    Wie auch immer, lieber Rainer: Die nächsten Läufe können nur besser werden – das wünsch ich euch jedenfalls sehr!

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Liebe Anne,

      richtig, für die kommenden Läufe gibt es Entwicklungspotenzial. Auch wenn der Abenteuerfaktor eher geringer sein wird. Aber vielleicht begegnet uns ja tatsächlich mal ein Drache. Die Viecher verkleiden sich heutzutage immer als Wildschweine … 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  8. Oh je. Im Konzer Wald sah es heute nicht ganz so aus, wie bei euch. Aber das was nach Matsch aussah, war zum Teil doch noch gefroren. Aber Dank deiner Vorwarnung ging alles gut.
    Liebe Grüße
    Karina

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  9. Hallo Rainer,

    Da wäre ich gerne dabei gewesen, klingt summa summarum nach jeder Menge Spaß 🙂 von solchen Läufen spricht man später auch nochmal!!

    Umso besser, dass auch noch alles gut gegangen ist.

    Ich war mal dabei als sich ein Mitläufer durch einen „Ausrutscher“ das Kniegelenk ausgerenkt hat. Ja, das geht und es ist kein Spaß, der hat richtig gemeine Verletzungen zurück behalten. Bei Eis muss ich immer mal an den armen Kerl denken – leider macht es danach immer weniger Spaß als vorher.

    Ich gehe heute erst nachmittags auf die Piste, da sollte es bereits angetaut sein.

    Beste Grüße
    Sebastian

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    • Hallo Sebastian,

      autsch, so etwas wie bei Deinem Begleiter sollte natürlich nicht passieren. 😦 Übel!

      Aber wir haben es zum Glück mit Spaß, Galgenhumor und einige glücklich verlaufenen Stürzen hinter uns gebracht. Es wäre aber sicher vernünftiger gewesen, den lauf auf den Nachmittag zu verschieben.

      Viele Grüße
      Rainer 😎

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