Dunkel

Bis Donnerstag muss ich noch aushalten. Dann werden die Fäden am Rücken endlich  gezogen und ich kann mich langsam wieder so organisieren, dass ich niemanden brauche, der mich nach dem Duschen neu verpflastert.  Aber so bin ich mal wieder dazu getrieben worden, in den dunklen Stunden des Tages mit dem Lauftreff unterwegs zu sein.

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Eisig war es am Montagabend, vor allem auf dem Weg hinauf auf den Petrisberg, wo der Wind von vorne die -4 Grad in gefühlt mindestens -10 verwandelt hat. Da ich auch noch eine Lage zu dünn angezogen war, blieb mir also nichts anderes übrig, als zügig die lange Steigung anzugehen. Der Rest der elf Kilometer langen Runde war dann ein kommunikativer Lauf mit einigen liebe Menschen, die ich in diesem Jahr nochnicht gesehen hatte. Das war dann doch eine schöne Sache. Die Dusche danach war es ebenso, wenn auch von Schweiß nichts zu spüren war.

Heute hat mich neben einem wichtigen Gespräch mit der Chefin vor allem ein Thema bewegt: Vor genau fünf Jahren ist mein Vater an ALS gestorben. Diese fiese Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose wünsche ich wirklich niemandem. Die Erinnerungen werden aber dennoch dominiert von guten Gefühlen der Versöhnung.

Damals hatte ich einen Nachruf auf ihn geschrieben. Ihn heute zu lesen bringt zusätzliche Erinnerungen zurück …

 

 

10 Gedanken zu “Dunkel

  1. Dunkel liest sich auch dein Beitrag, lieber Rainer, ein bisschen wenigstens. Aber mit Lichtblicken, wie sie auch eure Stirnlampen ins Dunkel tupfen: Donnerstag wieder fadenlos und hoffentlich erleichtert. In Gemeinschaft und Gespräch mit lieben Menschen mal abgeschaltet. Und in die Trauer um den Vater mischt sich manch gute Erinnerung. Jetzt hoffe ich, dass auch das wichtige Gespräch mehr Licht als Schatten brachte.

    Liebe Grüße,
    Anne

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  2. Lieber Rainer,

    ich hatte es ganz aus den Augen verloren: Donnerstag kommen nun schon die Fäden raus. Ich hoffe sehr, dass der Befund in Ordnung war.

    Mein Vater starb mit gerade mal 58. Seine Krankheit war auch fürchterlich. Unsere Väter haben es geschafft.

    Gut, dass wir unseren weiteren Weg nicht kennen.

    Aber die nächsten Jahre wollen wir auf jeden Fall noch eine Teile dieses Weges laufend zurücklegen und auch ein paar davon gemeinsam. Ich freue mich darauf!

    Ganz liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      das hoffe ich auch. Aber dass ich noch nichts gehört habe, werte ich mal als positives Signal.

      Von unseren Vätern bleiben uns zum Glück Erinnerungen. Bei mir überwiegen letztlich doch eindeutig die guten.

      Gemeinsam laufen? Immer und zu jeder Zeit, wenn es sich ergibt!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Lieber Rainer,
    momentan ist es nicht leicht, die richtige Bekleidung zu wählen. Ich bin immer versucht zu wenig anzuziehen, was sich dann recht schnell rächt, ähnlich wie bei Dir, allerdings kannst Du mit Tempo noch was wett machen 😉

    Die Erinnerung an liebe verstorbene Menschen ist es, die die Menschen in uns am Leben erhalten…deshalb ist es so wichtig!

    Salut

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    • Liebe Christian,

      ich habe am Morgen einfach die Tasche nachlässig gepackt. Ein Shirt mehr hätte schon genügt. Im Winter sollte immer lieber eine Schicht mehr dabei sein. Bei eisigem Wind kann ich gar nicht schnell genug laufen, um warm zu werden. 😉

      Innehalten und an die Menschen zu denken, die nicht mehr da sind, ist tatsächlich eine wichtige Sache. Wobei es auch wichtig ist, an jene mehr zu denken, die noch da sind …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,
    auch eine mögliche (aber von mir nicht favorisierte) Trainingsvariante: rennen, um nicht zu erfrieren! 😉

    Wichtige Gespräche mit Chefinnen und Chefs müssen manchmal sein – ich hoffe, es ist für dich positiv verlaufen.
    Schön, dass du dich mit guten Gefühlen an deinen Vater zurück erinnerst. 🙂

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    • Liebe Doris,

      das Gespräch war zumindest klärend. Und das ist schon mehr, als man von manchen Gesprächen erwarten kann …

      Sich zu erinnern ist wichtig. Es mit guten Gefühlen tun zu können, ist schön.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,

    lieber ein wenig zu warm, als zu kalt angezogen zu sein, zumindest bei den derzeitigen Temperaturen… 😉

    Sehr schön, der Nachruf auf deinem Vater. Auch wenn die Erinnerungen immer im Herzen weiter leben ist es bestimmt schön eine solche Erinnerung zu haben.

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      Du hast ja so Recht 🙄

      Nach fünf Jahren ist es tatsächlich interessant, noch einmal den Nachruf-Text zu lesen. Den habe ich damals in der Palliativstation geschrieben. Da kommen Erinnerungen hoch …

      Liebe Grüße
      Rainer

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