Gegenwind

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Wer häufiger Fußball schaut, wird sich fragen, warum so viel gespuckt wird. Nach einer vergebenen Torchance befördert der enttäuschte Stürmer seinen zähflüssigen Speichel mit Schmackes auf das Grün. Auswechselspieler markieren spuckend ihr neues Revier, bevor sie auf den Platz gelassen werden. Und die Bilder von der unappetitlichen Schleimattacke des Niederländers Frank Rijkaard auf die Vokuhila-Frisur von Rudi Völler ist uns älteren Fußballfans unauslöschlich ins Gehirn gebrannt.

 

Spucken diene häufig dem Frustabbau, sagen Psychologen. Sportmediziner argumentieren, durch den inneren Druck und die Anstrengung steigt der Adrenalinspiegel im Blut so stark, dass die Speichelproduktion gehemmt wird. Weil schwer aktive Sportler zusätzlich durch den Mund atmen müssen, trocknet auch noch der Mund aus, was den Speichel zäh und dickflüssig werden lässt. Also weg damit!

 
Mein persönlicher Adrenalinspiegel steigt allerdings auch dann, wenn so ein Spuckmonster unmittelbar vor mir läuft. Kommt dann noch starker Gegenwind hinzu, wie am Sonntag beim Halbmarathon in Remich, bringt so etwas feuchte Erfahrungen. Wirklich viel Spaß macht es jedenfalls nicht, wenn einem ständig die Spucke eines offensichtlich enorm angestrengten Mitläufers um die Ohren fliegt.

Ob der speichelnde Herr aus dem Fußballmetier kommt, weiß ich nicht. Das zu fragen hätte mich beim Vorbeilaufen zu viel Atem gekostet. Meinen Ärger habe ich deshalb … heruntergeschluckt.

11 Gedanken zu “Gegenwind

  1. So ging es mir in Berlin, allerdings mit dem Nasensaft eines Mitstreiters. Aber, man(n) glaubt es kaum, es war ein weibliches Wesen. Bis jetzt dachte ich immer, so etwas sei eine Männerdomäne.

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    • Vielleicht nehmen die Läufer im windigeren Norden ja mehr Rücksicht. So etwas wie in Remich hatte ich davor aber auch noch nicht erlebt. 😦

      Aber zuminderst war das in dem Moment ausreichend Motivation, um nochmal Gas zu geben. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    hätt‘ ich jetzt besser nicht gelesen, ist so … bildlich. Hoffentlich hab ich nicht auch sowas am Sonntag hier in Köln… Ich habe übrigens immer ein Taschentuch dabei!
    Liebe (und ganz trockene) Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      Dir viel Spaß und Erfolg am Sonntag. Wenn Dir das Zeug am Körper klebt, ist ein Taschentuch auch nur die zweitbeste Lösung. Aber wenn einem selbst die Nase läuft, lässt sich das mit etwas Rücksicht auf die Mitläufer sicher beheben, auch wenn kein Taschentuch zur Hand ist. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Rotzer und Stinkbomben – das sind die zwei Arten von Läufertypen, die ich bei Wettkämpfen wirklich widerlich finde. Zum Glück gibt es sie nicht allzuhäufig. In meinen Geschwindigkeitsregionen sind ja eher Damen unterwegs – die sind etwas tugendhafter! 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Ich vermute, auch, dass es eher eine Männerdomäne ist, durch die Gegend zu speicheln. Wobei ich in FB auch Kommentare bekommen habe, die von ähnlichen Erlebnissen mit Frauen berichten. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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