Was war 1991?

Lange habe ich es mir vorgenommen, nun will ich endlich auch meinen Beitrag zu der Rückblick-Serie auf das Jahr 1991 leisten, die den Laufbloggerstammtisch seit einiger Zeit bewegt.Scan

Ganz schön kramen musste ich, um Fotos aus dieser Zeit zu finden. Denn damals war noch Analogfotografie angesagt. Und da das Familienleben mit Kindern erst acht Jahre später beginnen sollte, beschränkte sich das Fotografieren für mich weitgehend auf die beruflichen und künstlerisch angehauchten Aspekte. Das Fotolabor gehörte jedenfalls ebenso zu meinem bescheidenen Hausstand wie eine umfassende Kamaraausrüstung, die mich bei meinen Einsätzen als Lokalreporter begleiteten.

So ist es irgendwie auch keine Überraschung, dass die beiden Fotos, die ich gefunden habe, mich in der Lokalredaktion der Fränkischen Nachrichten in Tauberbischofsheim zeigen. 1991 hatte ich mein Volontariat dort beendet und  einen Vertrag als Redakteur bekommen. Es war eine extrem interessante Zeit, in der jeder Tag Spaß und Freude brachte. Die künstlerischen Ambitionen der Jahre davor – ursprünglich wollte ich Kunsttherapie studieren – war der Begeisterung für den Journalismus gewichen. Das Fotografieren und die Arbeit im Fotolabor war mir als einzige Verbindung zum Thema Kunst geblieben.

Mit Karin war ich damals bereits zusammen. Wir hatten sogar schon unser großes Tief überstanden, bzw. waren dabei, die Wunden heilen zu lassen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht vertiefen will. Heute bin ich mir allerdings sicher, dass es ohne eine solche Krise niemals für eine so lange Bindung gereicht hätte …

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So arbeitete ich also mit Begeisterung daran, meine journalistischen Kenntnisse auszubauen. Die Abende waren lang – Volontäre und Jungeredakteure waren eine verschworene Gemeinschaft und teilweise sehr eng befreundet. Leider habe ich bis heute nur noch mit Meddi (ganz links auf dem Gruppenfoto der Redaktion) Kontakt. Er ist aber nach wie vor mein bester Freund, auch wenn wir uns nur ein- oder zweimal im Jahr sprechen oder sehen.

Aber wie war das damals mit dem Sport? Zu Laufen kam mir noch gar nicht in den Sinn. Ganz im Gegenteil. Weil mich immer wieder chronische Knieschmerzen plagten, lautete damals die Parole: Schonen, Spritzen, Elektrotherapie. Wie falsch das war, weiß ich heute. Mit ein wenig mehr Reflektion hätte ich es auch damals erkennen können. Denn immer wenn ich im Winter meinem einzig, aber innig geliebten Skisport ausgiebig und mit Begeisterung  frönte, wurden die Schmerzen im Knie besser … bevor sie wegen der ungewohnten extremen Belastung einige Tage später umso heftiger zurückkehrten. Damals stimmte ich in die Loblieder auf Schmerzmittel wie Ibuprofen sicher lauter ein, als es gut war.

1991 – jugendliche 24 Jahre alt – waren die Tage noch länger – und manchmal auch heller. Dunkler wurden sie, als alle meine engen Freunde aus der Redaktion sich aufgemacht hatten, an allen möglichen Ecken Deutschlands jornalistische Herausforderungen zu suchen. So standen ein Jahr später auch für mich die Zeichen auf Abschied. Mein Weg sollte mich nach Trier führen …

31 Gedanken zu “Was war 1991?

  1. Lieber Rainer,
    das sind ja mal Bilder. Einfach nur cool 😎
    Und du siehst tatsächlich aus wie du. Also du bist kaum älter geworden seit 1991 … also nur ein kleines bisschen.
    Ja gut, das du letztendlich zum Laufen gefunden hast. Deinem Knie scheint es ja gut getan zu haben. Hätten wir damals gewusst was wir heute wissen …. naja, dafür ist das Leben ja da: zum Lernen und Begreifen 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,
      vielen Dank für das Kompliment! 😀

      Aus der Ferne gesehen habe ich mich tatschlich gar nicht so sehr verändert, von der Frisur und der Brille abgesehen. Aber bei genauer Betrachtung … 😉

      Die Entdeckung des Laufsports war für mich tatsächlich ein Glücksfall. Aber Rückblickend gibt es nicht nur das, was ich inzwischen anders machen würde.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    beim ersten Bild dachte ich spontan: „Warum bringt er denn da ein Foto einer Kollegin?“ Ähm, das bist DUUUUU?! Das Gruppenbild ist köstlich. Die Mode…, die Haarschnitte, und das Alkoholplakat an der Wand…! Ist es nicht immer wieder interessant, wenn man so Rückschau hält, wie sich die Dinge entwickelt haben, was aus unseren Träumen wurde, aus unseren Plänen?
    Danke fürs Teilhaben lassen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Tja Elke, in meinen jüngeren Jahren hätte ich mich tatsächlich auch ohne größere Probleme in eine Frau verwandeln können. Da war die Haut noch glatt und ohne Falten. 😉

      Inzwischen ist das nicht mehr so leicht möglich. Das macht aber auch nichts.

      Damals hingen überall die Warnplakate vor Alkohol und Drogen. Das geht heutzutage subtiler – zuweilen auch brutaler, wenn man sich die Plakate gegen Raserei an den Autbahnen ansieht.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Ich musste gerade ein wenig schmunzeln. Das zweite Foto könnte ohne Weiteres unter dem Titel „Hair Crimes“ laufen. Mein Favorit ist der junge Mann mit Vokuhila in der oberen Reihe rechts 😀 Und ich wusste gar nicht, das Reinhold Messner in den frühen 90ern bei den Fränkischen Nachrichten war.

    Grüße,

    Marc

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  4. Herrlich, lieber Rainer! Hat Mutti die Pullover damals auf Zuwachs gestrickt? Oder wollte Karin dir auf diese Weise ihren Wunsch nach einem Partner mit breiteren Schultern signalisieren? 😆

    Ansonsten hatte ich keine Schwierigkeiten dich zu erkennen; die äußere Veränderung ist bei Weitem nicht so groß wie es die innere zu sein scheint, zumindest in manchen Belangen: Du bis heute sicherlich fitter als du es damals warst, trotz des doppelt so hohen Alters. Und das ist doch mal was richtig Gutes, neben der Tatsache, dass es dich nach Trier verschlagen hat ! Wie sonst hätten wir uns kennenlernen können?! 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Liebe Anne,

      also die letzten Sätze kann ich nur unterstreichen. Allerdings bin ich empört über Dein Urteil zu den Strickkünsten meiner Oma! Meine Pullover damals waren auch farblich die pure Wonne 😉 Und in Sachen Weite zeigte sich die Modewelt damals auch toleranter.

      Da das mit dem Hineinwachsen nicht mehr geklappt hat, musste ich meine Garderobe mittlerweile komplett erneuern. Zum Glück gibt es immer häufiger auch den „slim fit“-Schnitt.

      Fitter als damals bin ich tatsächlich. Wenn ich in den vergangenen Jahren Ski gefahren bin, hatte ich tatsächlich so gut wie keine Konditionsprobleme. Das ist schon ein Genuss, so etwas zu erleben. Vom Treppensteigen will ich gar nicht reden 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Lieber Rainer,
    nun also auch du – wie nett! 😀
    Ich finde auch, dass du heute gar nicht viel älter aussiehst, als damals. Da hat bei dir die Veränderung wohl wirklich mehr innerlich stattgefunden (was ich für einige der Herren auf dem Gruppenfoto nicht hoffen mag). 😉
    Schön, dass Karin und du auch schon eine so lange Beziehung habt – da kann ich nur bewundernd den Hut ziehen!

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    • Liebe Doris,

      mir hat die Idee sehr gut gefallen, etwas mehr über die Freunde in der Biogszene zu erfahren. Die Distanz und die Konzentration auf das Laufen macht ein besseres Kennenlernen schwierig. So kann jeder so viel von sich verraten, wie ihm angenehm ist. Und dennoch ist es für andere spannend.

      Danke für Dein Kompliment. 🙂 Mit Karin verbringe ich tatsächlich schon mehr als die Hälfte meines Lebens. Ist schon irgendwie verrückt, wo die Zeit bleibt …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Lieber Rainer,

    kaum zu glauben, hätte dich fast nicht erkannt, du bist aus meiner Sicht der Erste, den ich fast nicht wieder erkannt hätte von all denen, die bisher Fotos aus diesem Jahr zeigten.

    Fürwahr, heute siehst du drahtiger, dynamischer aus als damals, ich empfinde das als positiv, nicht zuletzt, weil du dann zum Laufen gefunden hast !

    Köstlich !! 😉

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    • Liebe Margitta,

      das ist schon sonderbar. Alle Anderen schreibe, ich hätte mich kaum verändert. Und Du hast mich fast nicht erkannt. Interessant!

      Vielleicht entstehen Bilder von Menschen auch ein wenig im Kopf. 😉

      Wenn dem so ist, dann freue ich mich über Deine positive Einschätzung zur Gegenwart. In der Tat bin ich körperlich sicher drahtiger und dynamischer als damals. Dem Laufen sei Dank. 🙂

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Oh, dass meine Geschichtskenntnisse lückenhaft sind, ist nix neues. Aber dass Karl Marx 1991 noch lebte und Brille trug, das sehe ich jetzt erst 😉

    Schöne Grüße von einer, die sporadisch auch immer mal wieder von Anja kommend hier reinzappt.

    Lizzy

    P. S. Ganz schön kompliziert, hier einen Kommentar loszuwerden. Vierter und letzter Versuch.

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  8. Ha – toll 😉
    Ich finde, du siehst auf den Fotos vor allem „fleißig“ aus und ein bisschen müde. Heute wirkst du zumindest auf den Bildern viel strahlender, so von innen heraus – kann aber auch daran liegen, dass es Farbfotos sind und dass man in jungen Jahren eh ein wenig zurückhaltender mit dem Zeigen von Emotionen war.
    Aber ich finde dich heute besser. Dynamischer und lebendiger. Mehr „du selbst“, sofern ich das als blosser Betrachter einschätzen kann.

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    • Hallo Daniela,

      fleißig bestimmt 😉 Müde kann auch sein. Ich weiß nicht mehr, was da am Vorabend war. Aber da war bestimmt etwas …

      Heute strahle ich mehr? Mit zunehmender Lebenserfahrung nimmt die Stahlkraft eben zu 😉

      Danke für Dein positives Urteil zu meinem heutigen Sein. Vermutlich liegst Du mit Deiner Einschätzung sogar richtig.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  9. Lieber Rainer,

    was soll ich da noch schreiben…die vorherigen Kommentatoren haben schon alles gesagt 🙂
    Ich find die Bilder von Dir einfach grandios und ganz ehrlich, ich hätte Dich wieder erkannt, so richtig stark hast Du Dich nicht verändert.

    Salut

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  10. Lieber Rainer,

    danke, danke, danke… das ist echt großartig. Sowohl Fotos als auch der geschriebene Rückblick. Die Frisuren damals waren schon der Knaller und wie Anne finde ich Deinen Pullover herzallerliebst. Du bist sofort zu erkennen, zumindest auf dem 2. Foto – hast Dich wirklich kaum verändert.

    Und bzgl. der Krise – ja, ich glaube, da hast Du Recht. Irgendwie kommt dann auch die Zuversicht, dass man weitere Krisen gemeinsam meistert.

    Vielen lieben Dank, dass Du mitgemacht hast und jetzt packe ich Dich noch in meine Hall of fame. 🙂

    Gruß
    Anja

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  11. Lieber Rainer,

    also, erkennt habe ich Dich sofort auf dem Bild – Du hast Dich nicht viel verändert! Ein Reporter mit künstlerische Ambitionen und Fotolabor. Jetzt weiß ich woher Dein gutes Fotoauge stammt! 😉

    Dass Karin und Du so lange zusammen sind, das ist auf jeden Fall etwas Schönes und kostbares!

    Und das mit Deinem Knie ist ja sehr interessant, und beweist ja wieder mal: Bewegung ist Leben! Schön, dass Du darauf gekommen bist und uns jetzt mit deinen Laufberichten und schönen Bildern unterhältst! 🙂

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      jetzt weißt auch Du ein wenig mehr von mir und verstehst mich vielleicht auch noch besser. 🙂

      Das mit dem Knie ist wirklich eine tolle Sache, die mich für andere tatsächlich zu einem Musterbeispiel dafür macht, wie man seinen chronischen Beschwerden davonläuft.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  12. Lieber Rainer,
    Menschenskind warst du damals jung! 😀
    Und wenn ich richtig gelesen habe, bist du heute schneller und fitter als damals. Das bedeutet, dass du, sofern du dich weiter so entwickelst, fünfundzwanzig Jahre von heute gerechnet… 😉

    Bleib‘ fit!

    Ciao,
    Harald

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    • Lieber Harald,

      jung und glatt wie ein Kinderpopo 😉

      Aber so und noch ein wenig jünger kennst Du mich ja. Da waren Haarschnitt und Brille allerdings nochmal anders …

      Du meinst, mit 75 werde ich dann noch besser in Form sein? Na ja, es wäre toll, wenn ich dann noch laufend unterwegs sein könnte.

      Viele Grüße
      Rainer 😎

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