Ein Wandertag zum Davonlaufen

Mit der Überschrift will ich niemanden erschrecken. Er ist eher positiv gemeint, denn beim TV-Wandertag in Zemmer in der schönen Eifel – Fidei heißt der Landstrich – dürfen nicht nur Wanderer die Sorgen des Alltags vergessen.

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Es ist der 20. Wandertag, der vom Trierischen Volksfreund organisiert wird. Und zum vierten oder fünften Mal besteht auch die Möglichkeit, eine der Strecken als geführten Lauf unter die Schuhe zu nehmen.

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Da am selben Tag auch der Bitburg Stadtlauf ist, bleibt die Schar der Teilnehmer überschaubar, die sich um 9 Uhr noch vor der ersten Wandergruppe auf den Weg macht. Die Grundsgraben-Erlebnistour wartet auf uns. Zwölf Kilometer mit einigen Höhenmetern, wie sich herausstellen wird.

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Aber die fitte Gruppe lässt sich davon nicht beeindrucken. Roland Monschauer und seine  Frau  ( – wie unhöflich, aber mein Namengedächtnis lässt mich mal wieder im Stich – ) führen uns bei idealen Wetterbedingungen über die Strecke.

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Meine Wunde auf der Schulter verheilt offenbar gut. Sie meldet sich nicht. Lediglich das Rot der Desinfektionslösung färbt meine weißes TV-bewegt-Shirt etwas ein, als das Pflaster durchweicht. Mal sehen, ob das Zeug sich wieder auswaschen lässt.

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An der Kapelle am Ende des langen Anstiegs geht der Weg für die 17er Runde ab. Die nehme ich mir für die zweite Runde vor, die ich alleine laufen werde. Mühlenbach-Höldbach-Grundsgraben-Tour, schwer – lautet deren Bezeichnung. Aber dass mit schwer wirklich schwer gemeint ist, merke ich erst, wenn es zu spät zum Umkehren ist.

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Aber noch bin ich auf der 12er Runde und nutze natürlich die Gelegenheit, das hübsch renovierte Kapellchen anzusehen, bis die Gruppe wieder beisammen ist.

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Noch ein Anstieg und einige Kilometer, die mir auf der Laufuhr fehlen, weil ich vergesse, den Pausenkopf ein zweites Mal zu drücken, dann kommt nach Zimmer-Rodt der Aussichtsturm in Sicht.

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Da muss ich natürlich rauf …

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… und den Blick in die Weiten schweifen lassen.

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Zwar sind wir uns nicht ganz einig, welche Windräder wir da in der Entfernung sehen.

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Der Protest gegen die Pläne, solche Rotoren auch im Meilenwald aufzubauen, ist aber auch diversen Transparenten in den Dörfern formuliert.

DSC00570-002Und dann sind wir auch schon wieder in Zemmer. Kurzes Hallo mit den Kollegen, die heute im Dienst sind. Ein Glas Wasser, dann noch zum Auto, zwei Handvoll Rosinen naschen, und auf geht’s zur zweiten Runde, auf der ich keine Pause machen werde.

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Wanderer gehören nun zu meiner ständigen Begleitung. Eine Klingel oder Hupe wäre nicht schlecht, denn von den meist mit Rucksack und Stöcken ausgerüsteten Wandersleuten rechnet keiner mit einem Läufer, der von hinten kommt. Aber ich mache mich bemerkbar und es gibt immer wieder nette Kommentare, oder zumindest nett gemeinte …

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Die Topografie der Fidel ist durchaus anspruchsvoll, wie der Blick hinunter nach Daufenbach zeigt. Und prompt geht es steil bergab durch den Wald dorthin.

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Ab und an bedauere ich ein wenig die Schuhwahl. Die Trailvariante wäre heute sicher gut gewesen. Allerdings fällt es mit den leichten Schuhen auch leichter, die steilen zwei Kilometer wieder hinauf zu laufen. Die tiefe Kerbe im Laufprofil deutet an, was heute die große Herausforderung war.

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Dennoch ist das Hochdieseln letztlich angenehmer als das Bremsen bergab.

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Und auf der Strecke gibt es wirklich tolle Eindrücke, die vermutlich nicht nur mich, sondern auch die Wanderer begeistern.

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Aber irgendwann endet auch der längste Anstieg. Einige Stöckelträger wundern sich, mich bereits zum zweiten Mal zu sehen. Kopfschütteln und auch neidvolle Blick sind dem freundlich grüßenden Läufer gewiss.

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Noch einen Wiesenweg hoch, dann ist bald wieder der Aussichtsturm erreicht, von dem es nur noch gut vier Kilometer bis zum Festplatz sind. Das genügt dann für diesen ersten Lauf seit vier Tagen. Es wurde Zeit, die Füße wieder zu bewegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20 Gedanken zu “Ein Wandertag zum Davonlaufen

  1. Super, dass du wieder unterwegs sein konntest, lieber Rainer! Die Strecke sieht einladend aus, aber auch sehr fordernd – das wird auch manchen Wanderer ganz schoen geschafft haben.
    Liebe Gruesse,
    Anne

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  2. Lieber Rainer,
    mein erster Gedanke bei deiner Überschrift war: Schon wieder wandern? 😉
    Aber wenn du den Wanderern davongelaufen bist, ist ja alles in Ordnung. Die Strecke deiner 2. Runde sieht jedenfalls nicht nach einem Spaziergang aus! 🙂
    Schön zu lesen, dass du wieder laufend unterwegs bist!

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    • Liebe Doris,

      gewandert bin ich heute nicht. Das haben genügend andere Teilnehmer getan, auch wenn man sie in meinen Bildern nicht sieht.

      Meine Beine sind trotzdem reichlich schwer. Zeit fürs Bettchen. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Hin und wieder mag ich solche Veranstaltungen ja ganz gerne – und HIER hätten wir tatsächlich mal die Gelegenheit gehabt, zusammen teilzunehmen. Ich auf Schusters Rappen, du auf den Rennpferden 😉
    Sehr, sehr schöne Landschaft auch mal wieder!

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    • Liebe Daniela,

      das wäre doch eine schöne Sache gewesen! Aber vielleicht ergibt sich so etwas ja mal bei Gelegenheit. Wobei ich für mich inzwischen klar sagen kann, dass mir das gelaufen noch mehr Spaß macht als wandernd. Ich empfinde das als weniger anstrengend. Verrückt, oder?

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Ui ui, da bist Du ja gleich wieder einige Kilometer gelaufen.

    Ich hoffe, dass Du nicht so viel geschwitzt hast, dass Deine Naht wieder aufgeweicht ist.

    So gut wie Du drauf bist, wundert es micht nicht, dass Du auch mal den Jungfrauen-Marathon laufen willst! 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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  5. Guten Morgen Rainer,
    ich habe die Fotos des urigen Tales eine Zeitlang angeschmachtet. Sogar ein Brückchen hat man dir gegönnt – klasse!

    Sind die Höhenmeter vom Besteigen des Aussichtsturms in deinem Streckenprofil drin?

    Liebe Grüße,
    Harald

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    • Hallo Harald,

      der Turm? … Nein, der ist da nicht mitgezählt, soweit ich das am Profil nachvollziehen kann. Ich war ja nur beim ersten Mal da oben.

      Solche schönen und wilden Kerbtäler gibt es hier übrigens in Hülle und Fülle. Ich werde aber auch nie müde, deren Schönheit zu bewundern.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Lieber Rainer,
    gut, das die Schulter verheilt und du wieder auf den Beinen bist.
    Da hast du dir ja eine schöne Strecke vorgenommen. Das Profil verspricht ja einiges 🙂
    Ich habe das Laufen ja in letzter Zeit sehr vernachläßigt, aber ich denke, jetzt ist ne gute Zeit, das wieder etwas voranzutreiben. Schließlich stehen jetzt viele Herbst- und Winterläufe an.
    Liebe Grüße
    Helge

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  7. Lieber Rainer,

    ein guter Anlass für einen langen Lauf und v.a. scheint es ja richtig trailig gewesen zu sein. Allerdings der viele Verkehr auf Deiner zweiten Runde war sicher nicht so angenehm.
    Hoffe die Wunde heilt ab…

    Salut

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    • Lieber Christian,

      ich hätte Dich gerne dabei gehabt. 🙂

      So schlimm war das nicht auf der zweiten Runde. Vile los war erst auf den letzten vier Kilometern. Da hatte ich dann die große Gruppe des Sammelstarts erreicht, die sich allerdings auch ziemlichin die Länge gezogen hatte.

      Die Wunde heilt, danke der Nachfrage.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  8. Lieber Rainer,

    unter den vielen Wandern ist es schon manchmal etwas mühsam zu laufen, vor allem wenn die Wege schmal sind und die Wanderer eher breit (mit ihren Rucksäcken und Stöcke… 😉 ) und da musste ich schon schmunzeln; „es gibt immer wieder nette Kommentare, oder zumindest nett gemeinte …“ wie wahr!! 😆

    Schön, dass Du trotz des Eingriffs dabei sein konntest – es sieht wirklich nach einer tollen Tour mit schönen Trails und herrliche Natur aus!! wenn auch ein wenig anstrengend – der Höhenprofil spricht für sich – aber wir wollen es ja so! 😉

    Liebe Grüße Anna

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