in situ!

Diese Woche war bislang in meinem Blog von den Eindrücken des vergangenen Wochenendes geprägt. Das war auch gut so, denn dieses Erlebnis war einfach großartig.

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Aber in der Woche passierte natürlich noch mehr. So brachte der Montag nicht nur ordentlich schwere Beine, sondern auch einen Anruf meiner Hautärztin, die sehr viel Mühe darauf legte, mich nicht zu sehr zu beunruhigen. Denn die Nachricht, dass sich die Diagnose meiner Leberfleckmutation von gutartig in malignes Melanom geändert hat, ist nicht unbedingt das, was zu einem ruhigen Start in die Woche beiträgt.

Aber bevor die Leser dieser Zeilen zu sehr erschrecken: „Malignes Melanom in situ“ lautet die korrekte Diagnose. Wer nachschlägt, was das bedeutet, wird die Erklärung finden, dass es sich um einen Tumor im Frühstadium handelt, der in der Regel heilbar ist.

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Damit aber wirklich nichts passiert, muss in so einem Fall noch einmal nachgeschnitten werden. Sicherheitsabstand 5 Millimeter zu den Seiten und in die Tiefe. So lag ich am Mittwoch also wieder auf der OP-Bank der Hautärztin meiner Wahl – Ruhepuls 53 überraschte mich selbst – nahm deren Glückwünsche entgegen, dass  die Sache so früh entdeckt worden ist, und überließ mich ihren chirurgischen Fähigkeiten.

Was ich da aus den Augenwinkeln kurze Zeit später in Formaldehydlösung schweben sah, war nicht gerade klein und bestätigte, dass die Haut mit Unterhaut und Fettgewebe selbst bei einem so dünnhäutigen Menschen wie mir dicker ist als vermutet. Mit fünf Fäden verschnürt, warte ich nun darauf, dass es auf der  Schulter wieder soweit zusammenheilt, um wieder Sport treiben zu können. Ich denke, am Sonntag wird das sein.

Meine Tempoeinheit für die Woche hatte ich trotz noch nicht ganz leichtem Geläuf am Dienstag geschafft. Ausgesucht hatte ich mir dafür einen Steigerungslauf über zehn Kilometer: 2 km (4:40) – 2 km (4:30) – 2 km (4:20) – 4 km (4:10). Acht Kilometer davon an der Mosel. Mit Hin- und Rückweg waren das dann zusammen 16 Kilometer. Erkenntnis: Regeneration funktioniert schneller, ja länger die Laufkarriere dauert. Dass ich so einen Lauf nur zwei Tage nach einem Wochenende mit 93 Kilometern ohne wirklich große Probleme absolvieren kann, ist erstaunlich.

Nun heile ich also, warte auf den Befund der zweiten Probe und entspanne mich innerlich erst wirklich, wenn diese tatsächlich unauffällig ist, wie es die Ärztin erwartet. Die werde ich dann auf absehbare Zeit häufiger sehen. Hautscreening vierteljährlich ist zunächst angesagt. Ich vermute, mir wird in den nächsten Jahren noch der ein oder andere Leberfleck verloren gehen.

10 Gedanken zu “in situ!

  1. Hallo Rainer,

    nun doch :(!
    Willkommen im Club. Ich weiß wie Du dich fühlst.
    Mir ging es 2013 genau so. Wir haben ja darüber gesprochen. Es ist ein Schock.
    Aber auch ein Zeichen noch mehr auf sich zu achten. Schön wenn man dann jemanden hat, der einen auffängt. 🙂 Da bist Du ja in guten Händen.
    Drücke Dir ganz feste die Daumen, dass alles gut wird. Denn ein wenig Glück braucht der Mensch. Die Prognose ist gut, das ist das Wichtigste.

    GLG Marion

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  2. Puh, dann heißt es nun also hoffen, dass das chirurgische Schnitzwerk rechtzeitig vollendet wurde, um Schlimmeres zu verhindern. Was bedeuten da schon ein paar Tage Laufpause?!

    Die Daumen sind fest gedrückt, lieber Rainer – von der Zuversicht deiner Ärztin zu lesen, beruhigt mich!

    Liebe Grüße,
    Anne

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  3. Lieber Rainer,

    ich schließe mich Marion an: Willkommen im Club!

    Wir haben ja schon telefoniert, noch ein paar Tage Anspannung, dann wird es hoffentlich die erwartete Entwarnung eben. Die Daumen sind natürlich trotzdem gedrückt!

    Liebe Grüße
    Volker

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  4. Lieber Rainer,

    ich drücke Dir die Daumen, dass es das gewesen ist!
    Ein Schock ist es allemal und etwas, was man wirklich nicht braucht. Du darfst glücklich sein, dass es früh genug entdeckt und entfernt werden konnte.
    Also, schön die Beine still halten.

    Salut und die besten Genesungswünsche

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    • Lieber Christian,

      Danke Dir. Irgendwie ist es unwirklich, wenn man so eine Diagnose bekommt. Ich bin glücklich, dass ich noch rechtzeitig zum Arzt gegangen bin.

      Morgen werde ich mal wieder die Laufschuhe anziehen, dann dürfte das wieder möglich sein.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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