Blutrünstig und überflüssig

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Die Natur hat das prima eingerichtet: Jedes Lebewesen und jede Pflanze erfüllt einen Zweck und ist Teil eines wunderbaren Kreislaufs. Es gibt aber eine Ausnahme: Wozu, um Gottes Willen, sind Zecken da? Diese blutrünstigen Parasiten sind nicht nur lästig, als Überträger von Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzaphilitis) können die krabbelnden Milbentierchen auch viel Schaden anrichten.
Es soll Läufer geben, die meiden Wald- und Wiesenwege aus Angst vor Zecken. Schade. Ihnen entgehen dadurch Spaß und Genuss. Denn gerade Läufe in freier Natur lassen die Seele jubilieren. Damit es so bleibt, ist es wichtig, nach jedem Lauf genau zu schauen, ob sich so ein fieser Holzbock an des Sportlers Geläuf geheftet hat. oder auf dem Weg in eine warme Körperregion ist.

Wenn sich die Zecke – vor ihrem blutigen Mahl ist sie nur ein bis zwei Millimeter groß – noch nicht festgebissen hat, lässt sie sich abnehmen und am besten in einem Papiertaschentuch zerdrücken und in der Toilette herunterspülen. Wenn das Biest bereits festsitzt, ist es in der Regel auch nicht schlimm, weil die Krankheitskeime meist erst nach einigen Stunden in das Blut gelangen. Es lässt sich dann noch einfach mit einer Zeckenzange, -karte – die gibt’s in der Apotheke – oder mit den Fingernägeln vorsichtig herausziehendrehen. Bitte nicht mit Kleber, Nagellackentferner oder Öl hantieren! Das nimmt das Tierchen übel und entleert möglicherweise seinen bakterienverseuchten Darminhalt in die Blutbahn ihres Wirtes.

Die Region Trier ist kein Risikogebiet für die wirklich gefährliche FSME. Aber auch Borreliose – dagegen gibt es keine Impfung – kann üble Folgen haben. Deshalb sollte jeder Läufer nach einem Zeckenbiss bei Anzeichen einer Infektion zum Arzt gehen.

Es gibt also kaum etwas Überflüssigeres in der Natur als Zecken. Die braucht kein Mensch, erst recht kein Läufer. Schließlich zeigen die bei allen möglichen Gelegenheiten selbst genug Biss.

Eine Informative Seite zum Thema: www.zecken.de

 

P.S.: Das ist die Laufkolumne, die heute im Trierischen Volksfreund zu lesen ist.

15 Gedanken zu “Blutrünstig und überflüssig

  1. Fürchte mich schon davor, aber lange kein Grund, aufs Laufen zu verzichten, muss ich auch nicht durch Dickicht und querfeldein durch die Wälder rennen (so ich kann ), aber gerade bin ich mit einem sehr krassen Fall konfrontiert, der schon seit über zwei Jahren an den Folgen eines Bisses laboriert, das macht schon Angst, aber – wie gesagt – Aufmerksamkeit danach oberstes Gebot.

    Im übrigen gefällt mir der letzte Satz “ …..erst recht kein Läufer. Schließlich zeigen die bei allen möglichen Gelegenheiten selbst genug Biss “ – da kann ich dir nur voll und noch voller zustimmen – YES !! 😎

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    • So geht es mir auch. Beim Laufen habe ich mir noch nie eine zecke eingefangen. Aber beim Sitzen im Gras oder Wandern war das schon der Fall.

      Wir passen auf und schauen immer schön nach, gell?! So etwas wie Borriliose kann schließlich kein Mensch gebrauchen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    du hast absolut Recht: die Biester sind überflüssig und richtig bösartig.
    Wenn ich quere durchs Gestrüpp laufe, trage ich lange Hosen.
    Ich hoffe es hilft 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      lange Hose ist ein gutes Mittel um sich zu schützen. Aber denke bitte daran, dass sich solche Biester auch an dem Stoff festkrallen können und heimtückisch warten, bis Du das Teil beim nächsten Mal anziehst. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Mir fallen da noch mehr Viecher ein, deren Daseinsberechtigung ich anzweifele, wie Mücken oder Bremsen z. B.

    Apropos: Ich habe übrigens aus Trier eine Zecke mit nachhause gebracht. Ich hoffe, dass die so friedlich gesinnt war, wie die andere Bewohnerschaft dort! 😉

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Mücken und Bremsen sind nicht so übel wie die kleinen Krabbler. 😦

      Du hast eine Zecke aus Trier exportiert. Das ist an und für sich eine gute Tat. Aber ich hoffe natürlich, dass sie nicht unseren Ruf schädigt. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Vollkommen richtig … kein Mensch braucht sie … und vom Laufen in der Natur braucht und sollte sich niemand abhalten lassen …

    Aber drei Anmerkungen habe ich doch:
    – Borreliose wird erst nach einigen Stunden übertragen, FSME aber direkt – man sollte also auch schon unterwegs regelmäßig auf seine Beine schauen
    – zum Entfernen eignet sich eine normale breite Pinzette besser als Zeckenzange oder -karte
    – eine Zecke NIEMALS raus drehen, nur gerade ziehen!

    Liebe Grüße
    (übrigens aus einem Risikogebiet)

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    • Liebe Jana,

      danke für Deine Hinweise. Ich habe das mit dem Drehen im Text korrigiert. Wichtig ist vor allem, dass nicht zu sehr gequetscht oder der Kopf abgerissen wird.

      Du hast Dich doch sicher gegen FSME impfen lassen, oder?

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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      • 🙂

        Ja, ich bin seit vielen Jahren geimpft …
        Mir ist mal eine ins Ohr gekrabbelt und ich habe es erst sehr spät gemerkt, das war kein schönes Gefühl die erste Zeit danach.

        Übrigens kann entgegen der landläufigen Meinung, leider auch die vieler Ärzte, die Borreliose (Wanderröte) auch lange Zeit nach dem letzten Zeckenstich auftreten. Bei mir mehr als zwei Jahre …

        Liebe Grüße

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  5. Lieber Rainer,
    ich dachte schon, du schreibst von mir, bzw. meinen Berufskolleginnen. Nur weil wir gerne Blut abzapfen und so… 🙂
    Aber ok, die Zecken liegen in der Beliebtheitsskala der mitgebrachten Haustiere sicher nicht weit oben – obwohl sie doch beeindruckendes leisten können! Ich scheine kein Zecken-Typ zu sein, obwohl ich laufend und spazierend oft in sogenannten Zeckengebieten unterwegs bin, hat sich noch nie eine in mich verbissen! 🙂

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    • Liebe Doris,

      ist ja witzig 🙂 Nein, so hatte ich das natürlich nicht gemeint. Du und Deine Kolleginnen stellt euch schließlich in den Dienst der guten Sache. Soweit zumindest die idealistische Theorie. 😉

      Du hattest noch nie eine Zecke? Das ist ja ein Ding. Herzlichen Glückwunsch. Möge es so bleiben!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Ein Thema mit dem sich wohl jeder Läufer mehr oder weniger auseinandersetzen muss, denke ich.

    Ich habe es mir einfach angewöhnt, nach eine Strecke durch hohem Gras mal kurz stehen zu bleiben und die Beine einfach in paar mal mit den Händen abzuwischen – die kleinen Rackern beißen sich ja meist nicht sofort fest.

    Irgendwo habe ich zwar gelesen, dass Zecken in Höhen oberhalb von 1.000-1.200 Metern nicht vorkommen, ich bin mir aber nicht ganz sicher, dass die Zecken das auch wissen – sicher ist also sicher und so wird zu Hause auch nochmal nachkontrolliert 😉 Bis jetzt habe ich nach dem Laufen noch keins gefunden *holzklopfen*

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      das mit der Höhe habe ich auch schon irgendwo gelesen. Schau mal auf der Zeckenseite nach, da steht das bestimmt. Das wäre natürlich toll für Dich.

      Aber vorsichtig zu sein ist in jedem Fall besser als etwas so Unschönes wie Borreliose zu riskieren.

      Ich klopfe für uns beide auf Holz! 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Ich mag sie nicht, aber sie mögen mich umso mehr.
    Ein Sommer ohne Zeckenbiss ist bei mir kein richtiger Sommer…
    …und es bleibt auch nie bei nur einem.
    Aber dank Impfung und ständiger Beobachtung nach einem Biss blicke ich der Sache immer ganz gelassen entgegen.

    Haben diese Viecher eigentlich irgendeinen Nutzen?

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    • Du bist also ein Opfer? Dann hoffe ich, dass es weiterhin so ohne Nebenwirkungen bleibt.

      Einen Nutzen haben die Viecher meiner Meinung nach nicht, außer, dass sie vielleicht als Störfaktor in der Darwinschen Entwicklungslehre gesetzt sind. 😉

      Alles Gute weiterhin
      Rainer 😎

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