Gep(l)atzt

Es ist nicht schwer zu erraten, was in dieser Woche Thema der  der Laufkolumne im Trierischen Volksfreund ist. Ein wenig Wunden lecken und Vergangenheitsbewältigung muss schließlich erlaubt sein …

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Gep(l)atzt

Wer schon mal an einem Marathon teilgenommen hat oder als Zuschauer an der Strecke stand, kennt die lustig hüpfenden Symbole läuferischer Sehnsucht. Mit Helium gefüllte Luftballons tanzen über den Köpfen besonders begabter Läufer. Als weithin sichtbare Aufschrift zieren Zielzeiten die prall gefüllten Latexhüllen: 3:00, 3:30, 4:00, 4:30 … Wer es schafft, im Rennen die von ihm favorisierte mobile Wegmarke bis zum Ende im Blick zu behalten, kann sich einer guten Zeit sicher sein. Die Zugläufer werden es schon richten – so die Theorie.
Die Praxis ist dann schmerzhaft, wenn der auf der Hatz nach einer persönlichen Bestzeit ausgesuchte Ballonträger das Rennen als Fahrtspiel gestaltet. Mal schnell, dann genau richtig, dann sehr schnell. Die Zeit für eine Pinkelpause muss schließlich gutgemacht werden. Wer nicht muss, läuft weiter in der Erwartung, dass der Mann mit dem Ballon wieder aufschließt. Das tut er auch, um dann mit einem Affenzahn vorbei und davon zu sprinten, und jede Hoffnung des am Limit laufenden Hobby-Marathonis auf ein gleichmäßiges Rennen zerplatzen lässt, wie den Ballon, auf dem die Traumzeit geschrieben steht. Beim Düsseldorf-Marathon am Sonntag hätte ich gerne Pfeil und Bogen dabei gehabt. Aber besser nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf die Ballons gezielt hätte …

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7 Gedanken zu “Gep(l)atzt

  1. Lieber Rainer,

    nach deinem Erlebnis seh ich mich in meiner Haltung bestätigt, keinem Pacemaker zu vertrauen. Zum Glück kann ich laufen wie ein Uhrwerk, wenigstens bis HM (beim Marathon wüsste ich es nicht), und hab ein ganz gutes Gefühl dafür, wie stark ich mich belasten darf bzw. rausnehmen muss. Von Pacemakern hab ich schon viel Negatives gehört und auch solche chaotischen Renngestaltungen beobachtet, wie du sie erlebt hast. Muss ich nicht haben.

    Aber den Rennchaoten gleich mit Pfeil und Bogen erlegen wollen? 🙄 Gut, auch solche sadistischen Fantasien müssen erlaubt sein, wenn die eigenen Wunden noch frisch sind! 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Liebe Anne,

      ich hätte natürlich niemals geschossen als überzeugter Pazifist. Aber Phantasien müssen ab und zu sein. 😉

      Ja, das mit dem Pacemaker sollte man sich wirklich überlegen. Ich habe ja auch abreißen lassen, als der zu schnell war. Blöde war dann, dass ich ganz auf mich gestellt war … Heulsusenmodus aus! 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Also die Pacemaker von der TG Konz sind hoffentlich dieses Jahr zuverlässig, Boris und ich laufen + – 10 sec
    die anvisierten Zeiten 3.44 in Mainz und Luxemburg.
    Leider verdienen viele Pacer wirklich nicht das Prädikat Zugläufer und wenn man so Einen erwischt, wird es schwer….

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  3. Ich habe den Pacemaker (4:30 h) bei meinem ersten Marathon in Hamburg in allerbester Erinnerung. Er hat unaufhörlich motiviert und eine Handvoll Laufleichen, darunter auch ich, namentlich angesprochen und angepornt durchzuhalten. Hat geklappt und ich konnte damals unter 4:30 h bleiben.

    Aber mit den Pacemakern ist es halt wie in allen Lebensbelangen, es kommt auf den einzelnen Menschen an.

    Liebe Grüße
    Volker

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  4. Lieber Rainer,
    da hast Du echt Pech gehabt mit dem Pacemaker. Das ist ärgerlich.
    Aber ich kann mir vorstellen (und hoffe das doch schwer), dass die meisten ihren Job gut machen und man sich auf sie verlassen kann. Leg‘ die negativen Gedanken ad acta und habe nun viel Spaß am Wochenende!
    Liebe Grüße
    Bianca

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  5. Lieber Rainer,

    ja ich kann mir nur Bianca anschließen – da hattet Ihr wirklich Pech mit dem Pacemaker 😦
    Wenn ich mir mal einen Pacemaker aussuchen dürfte, würde ich Dich aussuchen, denn da wüsste ich, dass ich in guten Händen bin!! Das hast Du ja wieder mal in deinem Beitrag „Helden im Hochwald“ bewiesen… 😉

    Viel Spaß morgen!!! und ganz liebe Grüße an alla die ich kenne!! 🙂

    Liebe Grüße Anna

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  6. Ich sag ja immer Pacemaking ist Vertrauenssache! Auch bei nem Pacemaker kann mal was nicht klappen, aber dann sind Kommunikationsvermoegen und Verantwortungsbewusstsein leider die auch von Veranstaltern viel zu selten verlangten Kerneigenschaften. Da wird fast immer nur auf Laufzeiten geschaut … Und leider ist man als Laeufer auch immer erst hinterher schlauer … Tut mir sehr leid sowas (leider immer wieder) zu hoeren. Unsere Rache: Besser machen (in MZ und LU und so gut wie uns moeglich sein wird ..).

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