Ganz schön lang

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23 Kilometer können ganz schön lang sein. Das hatte ich nach all den Läufen zwischen 30 und 58 Kilometern in diesem Jahr schon fast vergessen. Aber nach dem Doppelmarathon auf dem Moselsteig habe ich die Umfänge deutlich reduziert. Zwei Monate lang maximal 16 Kilometer. Da lässt die Kondition ganz schön schnell nach.

 

Aber vielleicht liegt es ja auch an dem 12,5 Stunden-Tag gestern, warum die Beine am Ende ungewohnt schwer geworden sind. Fünf Stunden im strömenden Regen und mit durchnässten Schuhen wegen zwölf Idioten der NPD, die glauben, mit ihren Parolen gegen Asylbewerber die Menschen zu nerven. Die braunen Gesinnungsbrüder schafften es zumindest, fast 300 Gegendemonstranten und 150 Polizisten zu mobilisieren. Zumindest die Demonstration für eine bunte Gesellschaft hat mir gut gefallen.

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So ganz einfach war es aber nicht, heute früh um kurz vor 7 Uhr aus dem nett zu kommen, um in einigermaßen brauchbarer Verfassung eine Stunde später am Treffpunkt für den Samstagslauf zu sein. Diese Stunde inklusive zwei Tassen Tee und einem kleinen Frühstück brauche ich immer, um in die Pötte zu kommen.

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Marc und Marcel sind schon da, als ich pünktlich am Sportplatz angewackelt komme. Christoph hat sich für heute entschuldigt, läuft am Sonntag mit Achim und Jürgen, die sich in diesem Jahr überwiegend als Duo ausgeklinkt haben. Wir müssen auf den Petrisberg, weil dort um 8.15 Uhr Frank am Turm Luxemburg wartet – was nicht so ist. Als wir ihn am Ende unserer langen Runde dann doch noch begegnen klärt sich, dass wir uns um ein oder zwei Minuten verpasst haben, obwohl wir zwölf Minuten Warterunden gedreht hatten.

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Als Trio laufen wir also zunächst eine gemütliche Runde auf dem Petrisberg, inklusive Ausblick auf die erwachende Stadt. Dann hinüber nach Neu-Kürenz und die lange Steigung hinauf zur Schell. Da oben ist es zwar wesentlich trockener als vor einer Woche. Dafür erwischt uns der eisige Gegenwind auf der Querung in Richtung Stadt voll. Aus fünf Grad plus werden das gefühlte minus zehn. Marcel, der fast in sommerlichem Outfit unterwegs ist, scheint das nicht wirklich zu stören.

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Mit seiner Frage, nach meinen schönsten Momenten im vergangenen Jahr bringt er mich tatsächlich erst einmal ins Grübeln. Drei große Lauferlebnisse sind in jedem Fall dabei. Der Freundschaftslauf des Lauftreffs, der Lauf zur Nordsee und das Wochenende auf dem Moselsteig. Auf eine umfassende Bilanz habe ich aber noch keine Lust.

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Nach 2:20 Stunden kommen wir schließlich wieder in Olewig an. Marcel hat sich Frank nochmal für weitere fünf Kilometer angeschlossen. Der hat einfach nach wie vor eine Riesenkondition. Hier die Details zum Lauf.

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14 Gedanken zu “Ganz schön lang

  1. So lange die Gegendemonstranten in der deutlichen Mehrheit sind, ist alles in Butter. Die kommen aber im Moment auch aus allen Ecken gekrochen.

    Da tut ein Lauf im Wind doch gut – auch nach wenig Schlaf. 23km ist lang – die Ansichten verschieben sich immer je nach Trainingsstand. Ich fand im März noch 7km lang (bei meinem xten Wiedereinstieg) und heute gehe ich drunter erst gar nicht los. 🙂

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    • So ist es. Zum Glück hat die Pegida-Bewegung hier in Trier bislang keinen sehr großen Zuspruch.

      Das mit den sich verschiebenden Ansichten ist richtig. Im Sommer hätte ich noch über 30 Kilometer als Trainingslauf gelächelt. Aber das kommt wieder 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,
    also ich finde auch, dass 23km unglaublich lange sind! Mal sehen, ob ich sie im nächsten Jahr mal knacken kann! 🙂
    Hut ab, dass du nach der kurzen Nacht trotzdem mitgelaufen bist. Zu den Idioten, die dir indirekt die schweren Beine verschafft haben, mag ich gar nichts sagen. Nur gut, dass die Gegendemonstration so gut besucht war!
    Da kann es dann auch um kurz vor 7 noch nett sein im Bett. 😉

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    • Liebe Doris,

      wie wir alle wissen, ist die Länge einer Strecke relativ. Für mich können 23 Kilometer so lang sein wie derzeit zehn Kilometer für Dich oder fünf Kilometer für andere, die mit dem Laufen aussetzen mussten oder wieder neu begonnen haben.

      Der Morgenlauf hat trotz der kurzen Nacht gut getan, auch um den braunen Spuck aus dem Kopf zu bekommen. Der Protest der Gegner macht aber Mut. 🙂

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Endlich mal wieder ein nahezu „klassischer“ Laufbericht von Dir, lieber Rainer, Schön!

    Der braune Sumpf wird sich wohl nie ganz trocken legen lassen. Gut aber, dass die Gegendemo größer war.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Habe ich zu viel gejammert in letzter Zeit? …

      Na ja, das ändert sich bestimmt wieder. 😉

      Im Nachhinein bin ich auch ein wenig dankbar, die Gegenaktion am Freitagabend erlebt zu haben. Es lohnt sich, für Grundwerte der Gesellschaft auf die Straße zu gehen!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Lieber Rainer,

    den lächelnden Gesichtern nach auf dem Fotos hattest Du aber einen schönen Lauf heute, auch wenn die Beine zum Schluss etwas schwer geworden sind! 🙂

    Das macht das Laufen ja so interessant – mal geht es leicht und locker, mal sind die Beine schwer – Hut ab, dass Du Trotz eine kurze Nacht überhaupt aufgestanden bist und dass Du die 23 Kilometer durchgezogen hast!! – aber wir wissen ja, es lohnt sich immer!! 😉

    Liebe Grüße Anna

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  5. Lieber Rainer,
    ich finde es auch immer erstaunlich, wie schnelle die Ausdauer flöten geht. Aber zum Glück lässt sie sich auch immerwieder aufbauen, so es denn gewünscht ist! Respekt, ich hätte wohl erstmal geschlafen!!!
    Liebe Grüße
    Bianca

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  6. Lieber Rainer,

    die Kondition kommt schnell wieder, wenn du wieder regelmäßig solche längeren Läufe machst. Die Tage werden wieder länger, die Zeit um die Jahreswende herum gibt auch dir die Chance mal auszuspannen (hoffentlich!) – und der braune und angebräunte Spuk verschwindet hoffentlich wieder, so dass du dir seinetwegen nicht wieder die halbe Nacht um die Ohren schlagen musst. Alles wird gut … irgendwie. 😎

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Liebe Anne,

      irgendwie wird alles gut … ich will es hoffen. Aber so schnell wird der braune Spuk sicher nicht zu Ende sein. Das wabert derzeit so durch die Gesellschaft, dass es vermutlich noch länger Thema sein wird.

      Aber zumindest das mit der Entspannung bekomme ich zwischen den Jahren hoffentlich hin. 🙄

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Lieber Rainer,
    ich merke es auch. Ein paar Wochen reduzierte Umfänge, und schon kommen einem relativ kurze Strecken wieder lang vor 🙂
    Aber das wird dann schnell auch wieder besser.

    Es ist sehr gut, wenn die Gegendemo um so vieles größer ist als die eigentliche Demo 🙂
    Besser kann man denen doch nicht zeigen wie bescheuert die sind, oder?
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      reduzierte Umfänge müssen auch sein nach so einer intensiven Saison. Wenn die Tage länger werden, können wir dann wieder durchstarten. 🙂

      Dass die Menschen in Euren sich nicht von den braunen Gedanken vereinnahmen lassen, ist in der Tat ein gutes Zeichen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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