Läuferblues

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Ich schreibe nicht gerne vom Inneren Schweinehund. Das tue ich auch nicht in meiner neuen Laufkolumne für meine Regionalzeitung Trierischer Volksfreund. Für alle, die sich in diesen düsteren Tagen dennoch nur schwer zum Sport motivieren können, soll sie aber ein Anstoß sein.

Läuferblues

Regen, Nebel, Düsternis … Reden Sie mit ihren Bekannten und Freunden auch so oft über das Wetter? Gerade vor Weihnachten, wo jeder aus nicht ganz rationalen Gründen auf Schnee hofft, dominieren die Klagen über den furchtbar nasskalten Spätherbst die zwischenmenschliche Kommunikation.
Wer dennoch läuft, weiß die mitleidigen Blicke beschirmter oder automobilisierter Mitbürger auf sich gerichtet. Wie kann man nur?!
Die Antwort ist simpel: Es macht Spaß und wirkt belebend, sofern die Sportbekleidung richtig gewählt ist. Wer sich durch Bewegung warm hält, friert auch nicht im Nassen. Wen diese Argumente nicht überzeugen, sich die in den vergangenen Monaten erlaufene Fitness über die Wintermonate zu erhalten, dem empfehle ich einen Blick nach Schweden. Nicht etwa, weil dort die Tage derzeit noch kürzer sind als in Deutschland. Im Karolinska-Institut bei Stockholm, eine der größten und angesehensten medizinischen Universitäten Europas, haben Wissenschaftler Beweise dafür erbracht, was Läufer schon immer ahnten: Körperliche Bewegung baut Stress ab und schützt vor depressiven Stimmungen.
Demnach haben trainierte Muskeln eine ähnliche Reinigungsfunktion für den Körper wie Niere oder Leber, allerdings bezogen auf den Signalstoff Kynurenin, den der Körper bei Stress vermehrt erzeugt und der Depressionen auslösen kann. Regelmäßiger Sport, so die Erkenntnisse der Forscher, wirke bei leichten bis mittelschweren Depressionen ähnlich wie Antidepressiva.
Schwimmen, Radfahren oder Laufen wirken demnach doppelt: Körperliches Training macht fit und baut Stress ab. Einen wirklichen Läuferblues gibt es also nicht – wir müssen uns nur dazu überwinden, ihm davonlaufen.

15 Gedanken zu “Läuferblues

  1. Jetzt ist aber mal Schluß hier mit Novemberblues! Ist das hier ein Laufblog oder was? :mrgreen:

    Nur noch der Weihnachts- und Jahresendspurt, da kommt hier hoffentlich wieder ordentlich Schwung in die Bude 😀

    Halt die Ohren steif!

    Liebe Grüße
    Volker

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  2. Lieber Rainer,

    ich kann das nur noch bestätigen! Es ist zwar nicht immer so einfach sich zu überwinden ins nasskalte Wetter raus zu gehen um zu laufen. Wenn man es aber schafft, dann ist das Gefühl danach (und zum Teil auch während dem Lauf) wirklich unschlagbar! 🙂 Laufen bzw Sport ist so gesehen die beste Medizin – das sage ich schon immer (die Antidepressive Wirkung vom Sport kann ich auch bestätigen, vor über 20 Jahren hat mir der Sport geholfen aus einem tiefen Loch raus zu kommen!).
    Man muss sich nur aufraffen und man muss sich auf den Weg machen! Außer man ist Übertrainiert, dann ist es Ruhe und Erholung was man braucht…

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      ich kann das noch einmal nur bestätigen. Heute früh hat es wieder funktioniert, auch wenn es nur zu einer kleinen Runde gereicht hat. Der Tag ist dann viel heller, auch wenn es recht dunkel und trübe ist. 🙂

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Ja Rainer, wahre Worte und ich brauch auch keine Untersuchung dazu, um das zu wissen.

    Da ich ja häufig früh morgens laufe, ist das Unverständnis der wenigen Menschen in das dunkle Gesicht geschrieben. Morgens 5.00 Uhr im Nieselregen durchs Dorf laufen. Die Frau muss ja bekloppt sein..

    Ja ist sie.. aber nicht depressiv. 🙂
    In dem Sinne.. schöne Läufe noch

    Anja

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    • Wow, 5 Uhr, das schlägt sogar meinen Frühsport. So viele Leute können zu der Zeit ja nicht unterwegs sein, um über Dich den Kopf zu schütteln 😉

      Bekloppt, aber nicht depressiv, sehr Schön 😆

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Hallo Rainer,
    wir sind gestern tapfer gegen den von dir beschriebenen Blues angelaufen. Dominik war auch mal wieder dabei. Hat mich gefreut. Und Du hast gefehlt. Montag nicht vergessen, wichtiger Termin. 😉

    Liebe Grüße,
    Marion

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    • Liebe Marion,

      du warst gestern wieder dabei? Schön, dann geht es Dir hoffentlich wieder besser. Am Montag sind wir an Deiner Wohnung vorbei gelaufen. Ich habe laut gerufen, aber Du hast das nicht gehört. lediglich ein nicht zu kleiner Hund fühlte sich ermutigt, aggressiv bellend auf uns zuzustürmen. :mrgreen:

      Montag habe ich auf dem Plan, ganz wichtig 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. „Einen wirklichen Läuferblues gibt es also nicht – wir müssen uns nur dazu überwinden, ihm davonlaufen.“ – erst mal können vor Lachen! 😦 Laufen ist nicht, Radfahren bei dem Wetter auch nur begrenzt, und es gibt nichts weniger Erholsames als Schwimmen. Lauft mal ein paar Kilometer für mich mit, dann seid wenigstens ihr nicht depressiv …

    Liebe, momentan ziemlich frustrierte Grüße,
    Anne

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    • Autsch! Liebe Anne, Verletzungen sind natürlich eine besch … Sache. Kenne ich selbst zur Genüge. Mit Davonlaufen ist da nichts. 😦

      Ich habe heute für Dich ein paar Kilometer drauf gepackt. War ganz schön anstrengend :mrgreen:

      Wenn Du nach den Weihnachtstagen da bist, sollten wir uns mal treffen und klönen. Vielleicht können wir gemeinsam etwas gegen zu viel Frust tun.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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