Zwei Tage Laufpause …

… habe ich mir redlich verdient. Nach dem Tempodauerlauf am Dienstagabend hatte ich mich am Tag darauf mit Christoph zu einem 30er verabredet, nachdem wir am Samstag davor nach 17 Kilometer zu platt waren, um mit Spaß noch etwas dranzuhängen.

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So machen sich also um 17 Uhr zwei Jungs mit Trinkrucksack auf den Weg, um vor dem offiziellen Lauftrefftermin des SV Olewig schon mal 90 Minuten durch die Pampa zu tigern.

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Uff, von Leichtfüßigkeit kann nicht gerade die Rede sein. Die  schnelle Einheit vom Tag davor steckt mir doch ordentlich in den Knochen. Aber was soll’s. Für den Marathon am 11. Mai müssen noch Kilometer gemacht werden. Ich bin eh schon im Verzug.

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Warm ist es, hohe Luftfeuchtigkeit. Der Schweiß fließt in Strömen, auch weil wir der Einfachheit halber die Pellinger-Runde voranstellen, die hat genau 15 Kilometer und sichert uns das pünktliche Erscheinen im Tiergarten zum Lauftreff.

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Also den langen Anstieg hoch zur Pellinger Straße und kurz davor rechts ab und zurück durch den Mattheiser Wald. Wunderbar die Landschaft in Frühlingsfarben bei bereits tief stehender Sonne.

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Als wir beim Weingut von Nell ankommen – das Große Biest ist übrigens tatsächlich gesperrt, weil da jemand gestürzt ist und sich verletzt hat – haben wir noch zwölf Minuten bis zum Lauftrefftermin. Also gabeln wir Marion auf, die eigentlich gemütlich zum Treffpunkt traben wollte, und geben uns noch knapp zwei Kilometer im Tal.

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Oh weh, nur nicht auf die Beine hören, die nach 17 Kilometern eigentlich genug haben. Liegt vielleicht ja auch am etwas späten Mittagessen. Lammsteak, Reis und Pfannengemüse waren zwar lecker. Liegen jetzt aber noch etwas im Magen.

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Trotzdem kann zur Halbzeit ein Gel nicht schaden. Und ein ordentlicher Schluck aus dem Trinkbeutel auch nicht. Wie gut – denke ich mir – dass es nun in der Gruppe weitergeht. Da kann ich auch etwas gemächlicher hinten laufen. Also noch einmal hoch in den Mattheiser Wald, vorbei an der Waldorfschule und dann eine schön lange Schleife durch den schönen Forst.

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An dem Gebetsstock bei Mariahof bitte ich noch schnell um einen kleinen Nachlass, was leider nicht erfüllt wird. Ich hätte an Ostern vielleicht doch den Kirchgang nicht verweigern dürfen …

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Zum Glück aber sind genug Gesprächspartner da. Auch ein neuer Jürgen. Irgendwie kommt es bei diesem Name unter mir bekannten Läufern zu einer inflationären Häufung. Dem neuen Jürgen also verrate ich etwas von dem Geheimnis und Zauber, einen Marathon zu laufen, während meine Beine lautlos schreien, ich solle doch keinen solchen Quatsch erzählen.

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Und dann noch ein Fehler: Christoph ist meinem Beispiel vergangener Läufe gefolgt und bietet aufmunternd eine Tüte mit Rosinen zur Verkostung und Stärkung an. Zucker kann nicht schaden, schon befindet sich eine Handvoll süßer Kraftmacher auf dem Weg in meinen Magen … wo die süßen Früchtchen offenbar sehr unmittelbar dem gesamten Verdauungstrakt signalisieren, dass es doch an der Zeit sei, um sich zu erleichtern.

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Bitte keine Missverständnisse: Das ist Marc, der keine Verdauungsprobleme hat, sondern sich die Wartezeit auf die Nachzügler mit einer Kraftübung verkürzt.

Noch fast zehn Kilometer bis zum Ende der Tour … Gruppendynamik gewinnt. Augen und alle jetzt notwendigen Muskeln zu und durch. Bergab ist das kein Spaß – deshalb geht es fortan natürlich besonders viel hinab. Aber der Schweiß auf der Stirn warzum Glück ja vorher schon da – und immer lächeln.

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Ein wenig übetreibe ich vielleicht. Aber ich bin wirklich froh, als wir wieder im Tiergarten sind. Die letzten zwei Kilometer durch den Ort mit Christoph und Marc überstehe ich mit einem Rest an Selbstbeherrschung, dann ist Schluss. 30 Kilometer – die Streckenaufzeichnung sieht ganz schön wirr aus. Christoph meint nun, er habe ganz schön schwere Beine. Welche Beine?

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Heute und morgen also Ruhe, damit der Freundschaftslauf am Samstag nicht nur für die anderen Teilnehmer ein Genuss wird. Wobei, eine kleine Wanderung durch das Butzbachtal bei Kordel ist zur Regeneration gar nicht so schlecht. Sehr zu empfehlen, besonders im Frühling.

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16 Gedanken zu “Zwei Tage Laufpause …

  1. Abgedroschen, aber wahr: Die kleinen Sünden (versäumte Kirchgänge, sag ich nur …) straft der liebe Gott sofort! 😉

    Gute Erholung, lieber Rainer! Nicht dass du am Samstag als Guide auf der 26 km-Runde (?) von deinen Schäfchen getragen werden musst … 😆

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • Getragen werden — gar keine schlechte Idee 😉 Die 26er Rund will ich laufen am Samstag. Ob vorne oder hinten muss noch besprochen werden. Mindestens zehn Teilnehmer für diese Strecke habe ich bereits.

      Beim nächsten Osterfest werde ich wieder dem Morgenfeuerr beiwohnen, versprochen. Das ist eh eine sehr schöne Veranstaltung mit dem gemeinsamen Frühstück nach der Meditation und Messe.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Lieber Rainer,

    Augen und alle jetzt notwendigen Muskeln zu und durch.

    hat mir am besten gefallen und aus Erfahrung weiß ich, dass es mit das Unangenehmste ist, was man sich vorstellen kann. V.a. wird der Laufstil zunehmend davon beeinträchtigt 😉

    Reife Leistung auf jeden Fall, einen 30er raus zu hauen am Abend find ich schon ne echte Anstrengung, aber Du scheinst noch Urlaub zu haben? Oder?

    Ruh Dich aus für Samstag, dann kannst Du auch genießen.

    Salut
    Christian

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    • Lieber Christian,

      elegant habe ich tatsächlich nicht mehr ausgesehen auf den letzten Kilometern … Aber danach war die Erleichterung um so größer 😉

      Ich muss am Sonntag wieder arbeiten. Zwei Tage Erholung bleibt mir also noch. Danach wird es vermutlich auch wieder etwas ruhiger in meinem Blog.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Tja
    es ist wie es ist
    ohne Fleiß kein Preis
    ohne viel Laufen
    keine Probleme mit den Beinen
    aber es befriedigt
    was ich am besten finde
    dass du nicht alleine gelaufen bist
    dann vergeht die Zeit doch schneller
    als wenn du diese Kilometer alleine gelaufen wärst
    Na dann kann der Samstag kommen
    Viel Spaß
    volle Pulle ?

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    • Liebe Margitta,

      es passiert ja nicht oft. Aber dieser Lauf hatte Momente, an denen ich mir eine schön flache Strecke herbeigesehnt habe. Im Nachhinein lässt sich darüber lachen …

      Volle Pulle laufe ich am Samstag nicht. Da trage ich schließlich Verantwortung

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  4. Lieber Rainer,

    Lammsteak, Reis und Pfannengemüse – da bekomme ich ja gleich wieder Hunger… Das hört sich sehr gut an!

    Die zwei Tage Laufpause hast Du Dich nach den letzten Tagen auf jeden Fall verdient!! Eine schöne 30er-Runde, nur die letzten 10 stelle ich mir etwas verkrampft vor… 😉

    Ruh Dich gut aus und viel Spaß am Samstag!! Ich wünsche euch einen schönen und erfolgreichen ersten Panorama-Freundschaftslauf!!

    Liebe Grüße Anna

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    • Hmm, meine Karin kocht sehr lecker. Wenn auch manchmal vor Läufen zu gut. Aber ich bin ja selbst schuld. Ich hätte ja etwas weniger essen können.

      Danke Dir!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  5. Fleisch braucht ewig bis es verdaut ist und kann einem bei einem Lauf ganz schön zusetzen. Die Erfahrung habe ich auch schon mal gemacht.

    Einen 30iger um 17:00 Uhr zu starten ist nicht von schlechten Eltern. Da waren wir ja sogar gemeinsam unterwegs, als ich gegen 18:45 zu meinem 10er aufgebrochen bin.

    Nach 21iger mit Heimo weiß ich wie angenehm und kurzweilig Begleitung auf den längeren Läufen ist, deshalb beneide ich Dich um Deine Gesellschaft.

    Zwei Tage Laufpause auch bei mir, bis es Samstag zur Sache geht.

    Gute Erholung!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Das mit der Vefdauungszeit von Fleisch weiß ich nun auch besser …

      Ich wünsche uns beiden viel Spaß am Samstag. Zunächst einmal fleischlos 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  6. Ganz schön stramm. So einen 30er direkt nach einem Tempotraining ist bestimmt nicht ohne. Da hast du dir ohne Zweifel 2 Tage lauf frei verdient 🙂
    Ich bin immer froh das ich nach einem Temportaining mich erstmal wieder dem Schwimmen und Radfahren widmen kann. Das ist viel weniger anstrengend für die Beine.
    Aber du hast tapfer durch gehalten und ein bisschen Leiden als Vorbereitung auf den Marathon ist ok.
    Du weißt ja, alles, was uns nicht um bringt, macht uns härter 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Leicht und locker noch nicht ganz. Aber das genügt. Und dann beginnt ja schon wieder die Taperingsphase für den Marathon in Mainz … Irgendwie eine sonderbare Vorbereitung in diesem Jahr …

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  7. Lieber Rainer,
    einiges kommt, mir bekannt vor. Bergab ist anstrengend? Oh ja.
    Das mit dem Essen vor dem Laufen ist mir zum Glück länger nicht mehr passiert.
    Die Gruppendynamik weiß man an solch einem Tag mit Vorbelastung sehr zu schätzen. Oh ja.
    Am Samstag werde ich doch nur als Zaungast dabei sein. Der angehauene Fuß lässt sich viel Zeit mit der Genesung. Und riskieren will ich jetzt nichts mehr. Zum Glück habe ich keinen Trainingsrückstand. Das wird ein Extremtapering. (Aquajoggen ist ja soooo langweilig….)
    Bis Samstag,
    Birthe

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    • Liebe Birthe,

      das mit deiner Verletzung tut mir leid. 😦 Hast Du vielleicht Lust, an einer Verpflegungsstation zu helfen? Wir suchen noch mindestens eine/n Helfer/in für die Versorgung am Kreuzungspunkt zum SH-Steig auf dem Schelllberg.

      Wie auch immer.

      Wir sehen uns!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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