Schlammschlacht mit Zitrone

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Immer wieder schön, wenn „mein“ Startbogen einen Lauf ziert.

Es regnet in Stömen. Marc hat abgesagt: Frau krank. Marion hat abgesagt: selbst krank. Christoph in der Eifel unterwegs. Marcel denkt nur noch an Duathlon. Dominik in England. Also fahre ich alleine nach Bekond zum berüchtigten Zitronenkrämerlauf. Zwölf Kilometer im Dienst der Welthungerhilfe. Fast schon traditionell der erste Lauf im Jahr, der von meinem Laufportal unterstüzt wird.

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Startnummern gibt’s gegen eine Spende.

Das Gemeine sind die Kilometer fünf bis sieben. Da knallt einem eine Steigung von 200 Höhenmetern die Luft aus der Lunge. Und wenn der Untergrund im Wald nach Dauerregen so richtig tief und seifig ist, dann kommen da Masochisten so richtig auf ihre Kosten. So wie in diesem Jahr.

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Erst mal einlaufen, damit die Muskulatur warm ist.

Aber von vorn: alleine in Bekond … Natürlich nicht. Jede Menge Bekannte sind da. Der Lauftreff Schweich in Mannschaftsstärke. Natürlich die Meulenwaldläufer aus Föhren, die Spiridons aus dem Hochwald. Und, und,und.

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Gute Laune vor dem Start.

Es regnet weiter, also lasse ich die Laufjacke an. Ich will ja eh entspannt laufen, habe ich mir vorgenommen. Wie so oft …

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Organisator Kaspar Portz schickt die Läufer auf die Strecke.

Das gelingt auch einigermaßen auf den ersten drei Kilometern. Zeit für Schwätzchen und einige Fotos.

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Noch sind die Beine locker.

Die Strecke hinüber zur Mosel ist immer wieder schön, die Aussicht besser als erwartet. Keine gute Idee war es allerdings, die Handschuhe daheim zu lassen.

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Warum so verbissen, Wolfram?

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Der erste Anstieg ist gechafft.

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Dann geht es hinunter nach Ensch.

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Jetzt geht es bergab.

Treiben lassen, Kraft sparen. Denn nach zwei Kehren beginnt der mörderische Anstieg hinauf zum Zitronenkrämerkreuz, wo der Legende nach einst ein Zitronenhändler ermordet worden ist.

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Faszinierender Ausblick auf die Mosel – auch bei schlechtem Wetter.

Schluss mit lustig. Warum laufe ich jetzt alleine? Niemand, der mich ablenkt. Aber wer atmet denn hier so laut? Bin ich das? Also gut. Tempo ein wenig herausnehmen, aufrichten! So habe ich es bei meinem Mentalcoach einst gelernt. An das Gefühl denken, wie es oben sein wird …

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Einstieg in den Aufstieg.

Ich sammle einige der Läufer vor mir auf. Die haben größere Probleme. Aber wann ist dieser verdammte Berg endlich zu Ende? Da hat doch jemand seit dem vergangenen Jahr ein paar hundert Meter drangeklebt …

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Gleich ist der lange Anstieg geschafft.

Endlich! Das steinerne Mörderdenkmal! Aber wo ist die Teestation? Ich brauche dringend etwas Süßes!

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Kurz vor dem Zitronenkrämerkreuz biegt die Strecke ab. Hier haben Mordbuben einst einen Zitonenhändler umgebracht.

Da sehe ich sie durch die Bäume. Puh! Die haben sich 50 Meter weiter seitlich aufgestellt. Herrlich, so ein Becher warmer, süßer Tee!

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Die rettende Verpflegungsstelle nach zwei Kilometern Anstieg.

Einer Läuferin, die meine Fotoverschnauftrinkpause nutzt, um wieder aufzuschließen, verspreche ich dass nun das Schlimmste geschafft ist. Na ja. Gelogen habe ich nicht. Aber die restlichen sechs Kilometer haben es noch in sich: Tiefer Matsch, Pfützen, Bäche auf Waldwegen. Mittendurch macht Spaß! Ist eh alles eingesaut. Nochmal reichlich Höhenmeter und am Ende zwei Kilometer steil bergab. Am Ende packt mich der Ehrgeiz: unter 60 Minuten bleiben! Klappt. Knapp unter 59 Minuten sogar.

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Stilleben nach der Schlammschlacht.

Und dann ist es da. Dieses Gefühl der Euphorie. Das ist der Grund, warum wir Wettkämpfe laufen. Alle haben jetzt Spaß. Wer hat die schmutzigsten Waden? Ich liege in der Wertung ganz vorn! Erstmal wieder ein Schluck Tee.

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Kaffee und zwei Stück Kuchen.

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Es gibt auch eine Siegerehrung.

Alles wieder in Ordnung. Jetzt kann die noch anstehende Geburtstagsparty meines Neuteenies kommen. Mich erschüttert nichts mehr.

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Vitaminhaltige Auszeichnung für alle Teilnehmer.

Anstatt Medaille gibt es in Bekond übrigens für jeden Läufer eine Zitrone. Startgebühr wird keine erhoben. Jeder Teilnehmer ist aber aufgerufen, für die Welthungerhilfe zu spenden. Eine tolle Aktion!

32 Gedanken zu “Schlammschlacht mit Zitrone

  1. Was für eine tolle Veranstaltung!
    So ein Regen-Schlamm-Gatsch-Hügellauf macht doch mit anderen Mitläufern grad noch mal soviel Spaß!
    Die Zitrone, die du dir erlaufen hast, hatte ich übrigens schon beim lesen deines Eintrags im Glas!
    Schönen Sonntag!

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    • Danke Anne! Alles im grünen Bereich. Alle haben überlebt. Und die Schlägerei mit den Lümmeln von der anderen Seite der Mosel wurde auch abgewendet. Wir haben uns vom Bademeister sagen lassen, dass es Anfangs des Monats im Stadtbad immer heftig zugeht. Wenn die Eltern Geld bekommen, werden die agressiven Jungs auf die Allgemeinheit losgelassen. Böse Worte, aber leider wahr. 👿

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  2. Warum eigentlich nicht mal eine Zitrone -wahrscheinlich dachten die Veranstalter, dass ihr nach dem Lauf sämtliche Vitamine nötig habt 🙂 Manchmal habe ich auch den Verdacht, dass es Leute gibt, die in der Nacht bekannte Laufstrecken ein bisschen verlängern, um uns zu ärgern 🙂
    Liebe Grüsse
    Ariana

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    • Liebe Ariana,

      die Zitrone hat in Bekond Tradition. Ist ja ein Benefizlauf. Da geht es mehr um die Symbolik.

      Dieses individuelle Gefühl der Überlänge lag vermutlich an dem vielen Matsch. Da ist das Bergauflaufen gleich doppelt fordernd. 🙄

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  3. Toller Lauf bei…nun ja..tollem Wetter. Aber in einem Wettkampf ist das eh egal. Und die Wadenwertung hast du klar gewonnen ! 🙂 Finde ich klasse so einen Lauf als Spendenlauf zu machen.

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    • Hallo Martin,

      schön, dass Du meinen neuen Blog gefnden hast. Der Lauf war klasse. Wenn Du mal Lust hast, dann komme doch einfach dazu. Unser Gästezimmer darf genutzt werden.

      Ich drücke die Daumen, dass du Deine Verletzung in Ruhe und so schnell wie möglich ausheilst.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  4. Pingback: Ergebnisse Zitronenkrämerlauf | Bekond-Aktiv

  5. Ich les‘ das gerade während die Sonne durchs Fenster scheint und stelle mir den hiesigen blauen Himmel gestern beim Zitronenkrämerkreuzlauf vor, da hätte die Schlammschlacht sicher noch mehr Spaß gemacht!
    Glückwunsch zum absolvierten Lauf!
    Liebe Grüße
    Elke

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  6. Lieber Rainer,

    schön, so ein Lauf mit Gleichgesinnten im Matsch und durch den Wald. Hast wieder viele tolle bildliche Eindrücke mitgebracht, aber für einen ruhigen Lauf warst Du dann doch noch richtig flott unterwegs 😉

    Salut
    Christian

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  7. tja Rainer, Marcel und ich haben derweil im Weishauswald den Duathlon-Ernstfall geprobt und wurden auch nicht von oben verschont. Auch bei uns viele abwesend, verständlich bei diesem kalt-nassen Wetter. Biken durch den dicken Matsch ist s..mässig anstrengend. Aber anschließend heimkommen…herrlich! Danke für den schönen Bericht!

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    • Liebe Hilde,

      mit dem Rad hätte ich da nicht unterwegs sein wollen. Aber Ihr seid ja inzwischen Artisten auf zwei Rädern. Ich bin mal gespannt, wie ihr den X-Duathlon rocken werdet.

      Ich werde vermutlich laufen und Jan wird radeln. Wir sehen uns also. 😉

      Schön, dass Dir der Bericht gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  8. Ich habe das Gefühl im Großraum Trier gibt es keine befestigten Wege mehr. Schlamm und Dreck werden von Lauf zu Lauf mehr und der Rainer trotzdem immer schneller 🙂

    Cool 😎

    Liebe Grüße
    Volker

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  9. Hallo Rainer,
    das mit dem Wetter war schon schade. Wo es doch die ganze Woche soviel Sonne gab. Aber Spass gemacht hat es definitiv. Und man konnte beim Laufen im Matsch schön Ganzkörperstabilitätsübungen machen 😉 . Es war aber auch ein ganz eigenartiges Gefühl, die letzte Meter auf Asphalt zu laufen. Das hat sich schwammiger angefühlt als im Wald. Im nächsten Jahr bin ich sicher wieder dabei.
    Liebe Grüße
    Karina

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  10. Lieber Rainer,

    ein richtig schöner Tag, wie es sich anhört – außer der Regen, aber der stört ja eigentlich nicht so sehr beim Laufen und außerdem gab es ja dadurch reichlich Matsch und Schlamm 😉
    Eine sehr gute Idee und eine tolle Aktion, so ein Benefizlauf!! Und die Zitronen-Medaille finde ich klasse!!

    Zwölf Kilometer mit der Steigung und bei den Verhältnissen in knapp unter 59 Minuten… nicht schlecht für ein entspanntes Läufchen 😉

    Liebe Grüße Anna

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    • Hüstel, so entspannt war da ab Kilometer fünf nichts mehr.

      Ich würde den Schlamm gerne gegen Schnee tauschen. Aber es sieht übehaupt nicht danach aus. Na ja, ist ja erst Februar 🙄

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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  11. Ein schöner Lauf, Rainer. Da wäre ich wohl auch jedes Jahr dabei. Aber diese Steigung… Die würde ich gaaar nicht mögen!
    Liebe Grüße, Bianca

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